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Hasloher kämpfen gegen zunehmenden Fluglärm

Ein Flugzeug startet vom dem Flughafen in Hamburg (Symbolbild).

Ein Flugzeug startet vom dem Flughafen in Hamburg (Symbolbild).

Foto: dpa Picture-Alliance / Christophe GateauBNethen@wmg.loc / picture alliance / Christophe Ga

Gemeinde will Neuauflage des Förderprogramms für Schallschutzfenster. Bürgermeister soll mit Flughafen, Kreis- und Landesbehörden verhandeln.

Hasloh.  Die Gemeinde Hasloh will mehr gegen den zunehmenden Fluglärm tun. Der Gemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) beauftragt, konkrete Gespräche mit dem Flughafen, den Nachbargemeinden sowie den Kreis- und Landesbehörden aufzunehmen. Ziel soll sein, ein neues, freiwilliges Lärmschutzprogramm für den Einbau von Schallschutzfenstern und Dämmlüftern zu erreichen.

„Unsere Gemeinde ist weiterhin stark vom Fluglärm aus Fuhlsbüttel betroffen“, sagt Brummund, der selbst der Fluglärmschutzkommission angehört. Vor allem die verspäteten Flüge, die nach 22 Uhr den Hamburger Flughafen erreichten, störten die Nachtruhe seiner Mitbürger.

Die Gemeinde möchte zusammen mit den betroffenen Nachbarorten Norderstedt und Quickborn am liebsten eine Neuauflage des freiwilligen Lärmschutzprogrammes erreichen, das 2007 mit der Flughafen GmbH und dem Land Schleswig-Holstein aufgelegt wurde. Damals konnten sich bis zu 7000 betroffene Haushalte in den genannten Orten weitgehend auf Kosten des Flughafens, des Landes und der Kommunen Schallschutzfenster einbauen lassen. Sie selbst mussten nur ein Siebtel der Einbaukosten dafür tragen. Brummund schätzt, dass einige Hundert der 1000 Betroffenen in Hasloh davon Gebrauch gemacht haben. In Quickborn seien damals 3200, in Norderstedt 2500 Haushalte dafür infrage gekommen.

Das Programm wurde noch einmal bis 2010 verlängert, lief aber dann aus. Die Stadt Norderstedt erreichte 2017 unter der neuen Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder, die inzwischen auch die Fluglärmschutzkommission leitet, dass der Flughafen für Norderstedt ein Extra-Schallschutz-Programm auflegte, das ähnlich wie das ursprüngliche den Privatleuten nur etwa 15 Prozent der Einbaukosten überließ. Den Rest der Kosten teilen sich Norderstedt und der Flughafen, wobei die Fördersumme weitgehend aus den Parkgebühren für die Sommerparkplätze am südlichen Stadtrand an der Niendorfer Straße gespeist werde. Seit 2017 wurden so 1,3 Millionen Euro für 285 Förderanträge zur Verfügung gestellt, heißt es dazu in einer aktuellen Pressemitteilung von Stadt und Flughafen, die die Förderung gerade bis Ende 2020 verlängert haben.

Ob es etwas Ähnliches für Hasloh und möglicherweise auch Quickborn geben könnte, ist ungewiss. Flughafensprecherin Janet Niemeyer hält sich auf Nachfrage dazu bedeckt. „Bisher ist die Gemeinde Hasloh noch nicht an uns herangetreten.“