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Ein Jahr Einöde – Barmstedter wollen Rewe-Leerstand beenden

Miteigentümer Horst Doering ist daran gelegen, den leer stehenden Rewe-Markt Küsterkamp in Barmstedt schnell anderweitig zu vermieten.

Miteigentümer Horst Doering ist daran gelegen, den leer stehenden Rewe-Markt Küsterkamp in Barmstedt schnell anderweitig zu vermieten.

Foto: Burkhard Fuchs

Eine Fläche von 2000 Quadratmetern ist ungenutzt. Verwaltung, Bürger und Politik ärgert das. Es soll sich etwas ändern.

Barmstedt.  Erst im Mai in einem Neubau neben dem ebenfalls neu errichteten Aldi-Markt eröffnet, steht der Rewe-Markt am Küsterkamp in der Barmstedter Innenstadt nun bereits seit fast einem Jahr leer. 2000 Quadratmeter Ladenfläche ungenutzt.

Verwaltung, Bürger und Politik ärgern sich über diesen aus ihrer Sicht unnötigen Leerstand. „Es kommt regelmäßig zu katastrophalen Verkehrs- und Parkverhältnissen in der Innenstadt“, klagt SPD-Fraktionschef Hans-Christian Hansen. Denn der Kölner Lebensmittelkonzern Rewe hatte 2018/19 die Coop-Gruppe mit den Sky-Märkten übernommen und diese dann bis Mitte 2019 in Rewe umgeflaggt.

Aus Sky wurde Rewe

So wurde auch in Barmstedt aus dem Sky-Markt an der Marktstraße über Nacht ein Rewe-Markt. Der am Küsterkamp wurde geschlossen, und so blieben von den ehemals vier Supermärkten nur noch drei (Aldi, Rewe und Lidl) in der City übrig. Darum plädiert der SPD-Politiker Hansen dafür, dass sich am Küsterkamp möglichst wieder ein Lebensmittelmarkt ansiedeln möge, um den Bedarf der Barmstedter zu decken.

Einige Barmstedter Kunden würden wegen der chaotischen Verkehrsprobleme am Rathaus, während zahlreiche Parkplätze am leerstehenden Rewe-Markt frei sind, jetzt schon lieber nach Elmshorn zum Einkaufen fahren, warnt SPD-Politiker Hansen. „Das kann doch nicht im Interesse der Stadt und auch nicht im Interesse von Rewe sein.“ Bürgermeisterin Heike Döpke klagt: „Dieser Leerstand im Zentrum der Stadt ist kein Zustand. Wir haben großes Interesse daran, dass sich das ändert und das Viertel am Küsterkamp wieder belebt wird.“

Mietvertrag läuft noch sechs Jahre

Das deckt sich mit den Interessen des Grundstückseigentümers, der liebend gern und so schnell wie möglich diese unbefriedigende Situation beenden würde. Obwohl er sich eigentlich beruhigt zurücklehnen könnte. Denn der Mietvertrag mit der Supermarktkette mit Sitz in Köln laufe noch bis Ende 2026. Sogar ein Leerstand würde ihm in diesem Zeitraum eine Millionensumme einbringen. Doch Mit-Eigentümer Horst Doering bemüht sich seit Monaten um eine andere, alternative Nutzung der leerstehenden Geschäftsräume, damit das Geschäftsviertel am Küsterkamp wieder belebt wird.

„Es kann doch nicht sein, dass hier Zigtausend Euro für eine leerstehende Immobilie ausgegeben werden. Das Geld sollte lieber gespendet werden.“ Darum habe er seinem Mieter bereits eine ganze Reihe von Alternativvorschlägen gemacht. „Unsere Familie hat seit Jahrzehnten ein gutes Geschäftsverhältnis zu dem Unternehmen.“ Bereits sein Vater Hans Doering hatte gegenüber am Küsterkamp vor 40 Jahren sein Grundstück für den ersten Minimal-Markt zur Verfügung gestellt, der dann später in den Konzernnamen Rewe umbenannt und schließlich 2012 an anderer Stelle am Küsterkamp neu gebaut wurde.

„Die Lage hier am Küsterkamp ist genauso gut wie an der Markstraße“, ist Doering überzeugt. So wäre es aus seiner Sicht zum Beispiel möglich, dass Rewe dort einen seiner Untermärkte wie Penny betreiben könnte. Aber auch andere Lebensmittel- und auch Einzelhandels-Lösungen wären denk- und realisierbar. Konkreter möchte Doering nicht werden, um seinen Mieter nicht zu brüskieren. „Wir haben Rewe mehrere Vorschläge gemacht und sind an einer einvernehmlichen Lösung interessiert“, sagt Doering. Sogar zu einer vorzeitigen Auflösung des Mietvertrages wäre er bereit, wenn dies den Leerstand beendete.

Vonseiten des Rewe-Konzerns kam am Donnerstag dazu die Aussage, dass es zurzeit „noch nichts Konkretes“ zum Standort Barmstedt und einer möglichen Alternativnutzung zu sagen gebe.