Kreis Pinneberg

Kein langes Warten: Neuer Zugang im Tornescher Rathaus

| Lesedauer: 3 Minuten
Bürgerservice-Amtsleiterin Katja Koch mit einer Nummer vor dem Bildschirm im neuen Warteraum.

Bürgerservice-Amtsleiterin Katja Koch mit einer Nummer vor dem Bildschirm im neuen Warteraum.

Foto: Burkhard Fuchs

Die Besucher müssen sich nun zuerst am Empfang des Rathauses melden, bevor sie zu entsprechenden Fachabteilungen verwiesen werden.

Tornesch.  Das Warten im Tornescher Rathaus läuft jetzt geordneter und vor allem schneller als bisher ab. Die Verwaltung hat den Zugang zu den einzelnen Ämtern zum Jahreswechsel komplett neu gesteuert. Die ersten Erfahrungen zeigten, dass die Besucher zufriedener und gelassener reagierten und ihre 60 Mitarbeiter entspannter arbeiten könnten, sagt Bürgermeisterin Sabine Kählert. Wegen der angespannten Haushaltslage habe die Verwaltung das neue „Warteschlangen-Management“ sogar mit eigenen Bordmitteln realisiert.

Bisher war es so, dass die Tornescher Bürger, die im Rathaus etwas zu erledigen hatten, direkt zu den jeweiligen Abteilungen auf eine der vier Ebenen liefen und sich dort in die Warteschlange stellen mussten – sofern vor ihnen noch andere dran waren. Das sei aber teilweise so unübersichtlich gewesen, dass es bei hoher Besucherfrequenz am Donnerstagnachmittag zu chaotischen Zuständen gekommen sei, berichtet Kählert. „Die Bürger wurden unzufrieden, verärgert und manchmal aggressiv.“ Gerade dann, wenn sich andere Leute vordrängelten oder sie umsonst gewartet hatten, weil sie für den Antrag des Personalausweises zum Beispiel die Heiratsurkunde nicht dabei hatten, erläutert Büroleiterin Inga Ries.

Das läuft jetzt völlig anders. Jeder Besucher muss sich zunächst im Foyer am Empfang melden, wo ihn Heike Lolies und Sylvia Redmann freundlich nach seinem Wunsch fragen und sofort abklären, ob er alles dabei hat. Beide sind für diese neue Aufgabe in Teilzeit neu in der Tornescher Verwaltung eingestellt worden. Anschließend bekommt der Kunde eine Nummer für das jeweilige Amt ausgehändigt und wird ins neue Wartezimmer direkt gegenüber geschickt, wo er jetzt ähnlich wie bei einem Arzt sitzend warten und ausgelegte Zeitschriften lesen kann, bis seine Nummer aufgerufen wird.

Das geschieht über einen Bildschirm im Warteraum, der jederzeit anzeigt, wer gerade dran ist. Das Softwareprogramm dafür hätten ihre IT-Leute geschrieben, ebenso wie der Bauhof den Empfangstresen so umgebaut habe, dass er jetzt für diesen Zweck genutzt werden kann, erklärt Bürgermeisterin Kählert. Gleichwohl hält sie an ihrer Forderung fest, von der Politik noch 50.000 Euro einzuwerben. Es fehlten noch ein PC am Empfang, Deckenbeleuchtung und die Brandmeldeanlage. „Das muss nicht sofort sein. Wir kennen ja die Haushaltslage.“

1400 Besucher kamen allein im Januar ins Rathaus

1400 Besucher zählte das Tornescher Rathaus im Januar. Gut die Hälfte von ihnen wollte sich an- oder ummelden, Führungszeugnisse und Ausweise beantragen oder andere Dienstleistungen im Amt für Bürgerservice von Katja Koch erledigen. Sie freut sich besonders über die neue Struktur im Rathaus. Statt sofort für den nächsten Bürger und sein Anliegen da zu sein, der bisher ja direkt vor seiner Tür wartete, könnten ihre Mitarbeiter jetzt zunächst einmal den Vorgang zu Ende bearbeiten, mal eine Pause machen oder zur Toilette gehen, was vorher bei den langen Warteschlangen kaum möglich gewesen sei.

Für die Bürger sei nun der Datenschutz erheblich verbessert, und vor allem brauchen sie nicht mehr so lange zu warten, erklärt Kählert. Eine interne Statistik weist durchschnittlich zwölf Minuten je Vorgang im Meldeamt bis 26 Minuten für Gewerbeanmeldungen aus.

( bf )

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