Kreis Pinneberg

Elmshorn – Nordsport ist weg, Intersport kommt

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Bürgermeister Volker Hatje (l.), Sabrine Hoffmann, Verkaufsleiterin im Modehaus Ramelow, und Geschäftsinhaber Marc Ramelow stellen die Pläne für Intersport in Elmshorn vor.

Bürgermeister Volker Hatje (l.), Sabrine Hoffmann, Verkaufsleiterin im Modehaus Ramelow, und Geschäftsinhaber Marc Ramelow stellen die Pläne für Intersport in Elmshorn vor.

Foto: Anne Dewitz

Marc Ramelow eröffnet Sportgeschäft am 25. März an der Berliner Straße in Elmshorn. Bürgermeister spricht von positivem Signal.

Elmshorn.  Noch hängen die Banner von Nordsport am Gebäude in der Berliner Straße 22 in Elmshorn. Doch das Geschäft ist geschlossen. Bereits am 25. März wird an gleicher Stelle ein anderer Sportartikelanbieter eröffnen. Ramelow zieht mit Intersport in die 800 Quadratmeter großen Räume. Eine Entscheidung, die in enger Abstimmung mit der Stadt Elmshorn getroffen wurde. „Das ist ein positives Signal für den stationären Einzelhandel am Standort Elmshorn“, sagt Bürgermeister Volker Hatje, der am Freitag gemeinsam mit Marc Ramelow, Inhaber des Modehauses Ramelow, die Pläne vorstellte. Die Immobilie gehört der Stadt.

Intersport soll an die Königstraße umziehen

Intersport ist die größte mittelständische Verbundgruppe im weltweiten Sportfachhandel. Es gibt deutschlandweit mehr als 700 Geschäfte. Ramelow ist Mitglied dieser Kooperation und betreibt bisher vier Intersportgeschäfte in Schenefeld, Uelzen, Stendal und Heide, wobei letztere Filiale die umsatzstärkste ist. „Wir wollten schon länger Intersport in Elmshorn eröffnen, haben bislang aber nicht den passenden Standort gefunden“, sagt Marc Ramelow.

Seit 1996 ist er Geschäftsführer des von seinem Urgroßvater 1872 gegründeten Modehauses Gustav Ramelow mit Verkaufshäusern in Elmshorn (Unternehmenszentrale), Stendal, Uelzen, Heide, Buchholz, Wedel und Schenefeld mit rund 400 Mitarbeitern. Seit 2010 ist Marc Ramelow geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens und Vorsitzender des Stadtmarketings Elmshorn. Der ideale Standort sei der in der Berliner Straße 22 auch nicht, so Ramelow. Und nur eine Übergangslösung für etwa zwei Jahre. Dann soll Intersport an die Königstraße umziehen, wo auch das Modegeschäft Ramelow präsent ist.

Lange Zeit hatte Marc Ramelow das Gebäude in der Königstraße 39 kaufen wollen. Es war zuletzt von einem regionalen Immobilienhändler für 1,4 Millionen Euro angeboten worden. „Mir war der Preis zu hoch“, sagt Ramelow. Nun hat es ein anderer Elmshorner gekauft und vermietet es an das Modegeschäft Bonita. Links und rechts davon gehören die Immobilen Ramelow. Nun sollen Pläne für einen Umbau des bislang leer stehenden Geschäfts in der Königstraße 41 realisiert werden.

Nordsport darf Mietvertrag verlängern

Das Gebäude in der Berliner Straße 22, das sich im Stadtumbaugebiet West (Krückau-Vormstegen) befindet, soll in wenigen Jahren abgerissen werden. Noch befindet sich auch der Jeanshändler Big Deal als Mieter in dem Haus. „Wir sind froh, an diesem nicht einfachen Standort nicht das einzige Geschäft zu sein, und sind gespannt, wie Intersport von den Elmshornern angenommen wird“, sagt Marc Ramelow, der noch acht Mitarbeiter dort sucht. Die Entscheidung traf er, nachdem er von der Insolvenz des vorherigen Mieters Nordsport gelesen hatte.

„Mit dem Weggang von Nordsport hätte Elmshorn seinen letzten Sportausstatter verloren“, sagt der Geschäftsmann. Bis zum Umzug von Intersport in renovierte Räume in der Königstraße will er diese Lücke füllen. Einen Markt sehe er auf jeden Fall. 20 Prozent des Umsatzes mit Sportartikeln in Deutschland werde online erzielt, die anderen 80 Prozent vor Ort im stationären Handel, so Ramelow. Um die Kunden nicht an den Onlinehandel zu verlieren, mietet Ramelow die Fläche an der Berliner Straße 22 von der Stadt. „Zu den gleichen Konditionen wie Nordsport“, sagt Bürgermeister Hatje. Man habe auch Nordsport die Verlängerung des Mietvertrages angeboten.

Standort in Rellingen fokussiert

Nordsport hatte zum 1. Februar seine Elmshorner Filiale geschlossen und konzentriert sich nun auf den Standort in Rellingen. 2019 war die von Familie Themm geführte Nordsport GmbH & Co. KG in finanzielle Schieflage geraten und hatte Insolvenz angemeldet. Dann stieg das Unternehmen LK Sport ein. Firmengründer Thomas Themm wurde als Geschäftsführer eingesetzt. Der hat in Rellingen nun auch noch Konkurrenz direkt vor der Nase. Ex-Mitarbeiter von Nordsport haben sich mit einem neuen Laden namens Sportsline selbstständig gemacht, auch an der Hauptstraße, schräg gegenüber in Sichtweite des ehemaligen Arbeitgebers.

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