Pinneberg
Schenefeld

Amüsantes Drama um Vergessen und Erinnern

Paul (Mathias Herrmann) und Michael (Raphael Grosch) sind auch nicht immer einer Meinung.

Paul (Mathias Herrmann) und Michael (Raphael Grosch) sind auch nicht immer einer Meinung.

Foto: Dietrich Dettmann/Euro-Studio Landgraf

Komödie „4000 Tage“ schlägt auch ernste Töne an. Prominente Schauspieler kommen für Aufführung am 15. Februar ins Forum Schenefeld.

Schenefeld. Mutter kontra Geliebter – das könnte ein guter Ausgangspunkt für ein Drama, aber auch für ein Lustspiel sein. Peter Quilter verbindet mit seinem Stück „4000 Tage“ beide Pole. Er macht daraus eine ernste Komödie. Zu sehen ist sie am 15. Februar im Forum Schenefeld. Mit Mathias Herrmann, Mona Seefried und Raphael Grosch kommen prominente TV- und Theaterschauspieler in das Schulzentrum der Stadt. Regie führt mit Boris Aljinovic ein Ex-Tatort-Kommissar. Präsentiert wird das Drei-Personen-Stück vom Juks Schenefeld.

Es ist ein anrührendes wie amüsantes Stück, in dem es um Liebe, Glück, Vertrauen, Einsamkeit und letztendlich auch um die Frage nach dem Sinn des Lebens geht. Seit drei Wochen liegt Michael (Raphael Grosch) nach einem Blutgerinnsel, das sich in seinem Hirn gebildet hat, im Koma. An seinem Krankenhausbett wacht Tag und Nacht nicht nur seine Mutter Carola (Mona Seefried), sondern auch sein Lebensgefährte Paul (Mathias Herrmann). Die beiden, die sich in den vergangenen Jahren aus abgrundtiefer gegenseitiger Abneigung aus dem Weg gegangen sind, verbindet jetzt die Sorge um Michaels Gesundheit.

Die Enge des Krankenhauses zwingt sie zur Auseinandersetzung mit dem Anderen. Als Michael aus dem Koma erwacht, wird schnell klar, dass ihm sämtliche Erinnerungen an die letzten elf Jahre verloren gegangen sind. Es sind genau die 4000 Tage, in denen er mit Paul zusammen gelebt und sich von seiner Mutter entfernt hat. Für Michael ist es so, als ob die Beziehung niemals existiert hätte.

Nun beginnt der Kampf um die Deutungshoheit über die verloren gegangene Zeit. Paul zeichnet das Bild einer liebevollen Partnerschaft, in der alles perfekt war. Carola sieht das ganz anders, weil ihr Sohn unter Pauls Einfluss seine künstlerischen Ambitionen ad acta gelegt und einen langweiligen Job angenommen hat Doch was passiert, wenn die Erinnerungen zurückkommen?

Peter Quilter ist ein im angloamerikanischen Raum viel gespielter Autor, der hierzulande dem breiteren Publikum weniger bekannt ist. Er verbindet Drama und Unterhaltung. Seine Stücke werden im Londoner West End und am Broadway in New York aufgeführt. Die Werke des gebürtigen Engländers sind in 27 Sprachen übersetzt und in über 40 Ländern aufgeführt worden. Das bekannteste ist „End of the Rainbow“ über das letzte Jahr vor dem Tod der US-amerikanischen Filmschauspielerin und Sängerin Judy Garland. Es wurde für den 2019 erschienenen Film „Judy“ mit Renée Zellweger adaptiert.