Heidgraben

Theoter op Platt – Das Lachen über den Mörder

| Lesedauer: 4 Minuten
Spielt Hans-Hermann Bahlau (M.) den Mörder? Cornelia Tybusch,(v.l.), Britta Hollander, Katrin Neu und Anja Jansen ängstigen sich.

Spielt Hans-Hermann Bahlau (M.) den Mörder? Cornelia Tybusch,(v.l.), Britta Hollander, Katrin Neu und Anja Jansen ängstigen sich.

Foto: Thomas Pöhlsen

Theatergruppe aus Heidgraben bringt die Thrillerkomödie „Fastföhrt“ auf die Bühne. Vorbereitung auf das Jubiläum. Veränderungen gemeistert.

Heidgraben.  Aktuell arbeiten die Laienschauspieler des Theoter op Platt an ihrem neuen Stück „Fastföhrt“ (Übersetzung: sich festfahren), das am 21. Februar Premiere feiert und dessen Vorverkaufsstart in Heidgraben am 25. Januar traditionell zelebriert wird (siehe Infostück). Der Blick richtet sich aber auch in die Zukunft. Im kommenden Jahr kann die Truppe ihr 40-jähriges Bestehen feiern. „Dafür werden wir uns etwas Besonders ausdenken“, kündigt die Vorsitzende Silke Reuß-Hennschen an.

Und damit rücken die Anfänge, die Wurzeln der Bühne, ins Blickfeld. Der Andrang der Heidgrabener, die sich auf der Bühne ausprobieren wollten, war 1981 so groß, dass gleich zwei Truppen aus der Taufe gehoben werden konnten, berichtet Magda Lena Löper. Sie war schon bei der Gründung dabei und führt bei dem aktuellen Stück mit Silke Reuß-Hennschen Regie. Die hochdeutsche Bühne führt bereits im ersten Jahr ein Stück auf, die Plattdeutschen folgen 1982. Das Interesse am hochdeutschen Schauspiel erlahmt jedoch, übrig blieb das Theoter op Platt.

„Wir sind eigentlich eine ganz heterogene Gruppe mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufen und aus unterschiedlichen Lebensbereichen“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Im Leben würden sie wohl nicht zueinander finden. Die Liebe zum Theater schweißt sie als Truppe aber zusammen.

Ihr Domizil war und ist das Heidgrabener Gemeindezentrum. Dort fühlen sich die Darsteller wohl, in der Regel sind die Vorstellungen ausverkauft. Es gab Gastspiele in Tornesch und Wedel, doch der Auf- und Abbau der Bühne erwies sich als zu arbeitsintensiv.

Eine treue Fangemeinden haben die Heidgrabener in der Nachbarkommune Tornesch, „die sich gern eingeladen fühlen dürfen, zu uns zu kommen“, sagt Silke Reuß-Hennschen. Ein weiterer Vorteil des Gemeindezentrums: Im hinteren Bereich des großen Saal befindet sich ein Tresen, an dem sich Zuschauer und Darsteller nach der Vorstellung treffen können. „Richtige kleine After-Show-Parties“ hätten sich dort schon entwickelt, berichtet Silke Reuß-Hennschen.

Nachwuchssorgen sind den Amateurschauspielern fremd. Immer wieder haben jüngere Akteure die Truppe verstärkt, erläutert Magda Lena Löper. Im neuen Stück gibt es gleich zwei Verstärkungen. Für Cornelia Tybusch stellt Fastföhrt eine Premiere bei den Heidgrabenern dar. Britta Hollander hat vor mehr als zehn Jahren das vorerst letzte Mal bei Theoter op Platt gespielt.

Die jugendlichen Verstärkungen haben noch einen zweiten positiven Effekt. Sie ziehen mit Freunden und Bekannten ein neues, jüngeres Publikum an. Nur in einem Bereich haben die Heidgrabener Personalprobleme. Es gibt zu wenig männliche Akteure.

Anfangs wurden Klassiker gespielt, wie Meister Anecker, die das Publikum bereits aus dem Ohnsorg-Theater oder aus den Fernsehaufzeichnungen der Traditionsbühne kannten. „Nicht nur Heidi Kabel und Henri Vahl, auch die anderen Schauspieler waren Stars“, erinnert sich Magda Lena Löper.

Das hat sich geändert. Heute ist für sie nur noch Heidi Mahler bekannt. Von den klassischen Stücken haben sich die Heidgrabener nach und nach verabschiedet. Sie suchen neueres Material, zu dem die Zuschauer einen Bezug entwickeln können. Dabei wird häufig auf Stücke zurückgegriffen, die ursprünglich im Hochdeutschen verfasst wurden oder von ausländischen Autoren stammen, und dann ins Niederdeutsche übersetzt wurden.

Mit dem aktuellen Stück betritt Theoter op Platt wieder Neuland. Es wird erstmals ein Thrillerkomödie gespielt. „Wir hoffen, es kommt bei unserem Publikum an“, so Silke Reuß-Hennschen. Fastföhrt stammt aus der Feder der Holländerin Mary Bakker-Schoon. Darin machen sich vier junge Damen zu einem frivolen Abend auf. Sie wollen einem Auftritt der Chippendales beiwohnen. Doch die maskulinen Tänzer und Sänger bekommen sie gar nicht zu Gesicht, denn ihr Auto bleibt stecken. In ihrer Not wenden sie sich an einen Landwirt auf einen Hof nahe der Unfallstelle. Der ist zwar ziemlich bärbeißig, aber doch freundlich genug, die Vier auf seinem Hof schlafen zu lassen. Doch einige überraschende Ereignisse alarmieren die Gäste. Und ein blutiger Fund versetzt die jungen Damen in Angst und Schrecken. Ihnen kommt ein Verdacht: Versteckt sich hinter der Maske des grummeligen Bauern ein gemeiner Mörder? Sind sie die nächsten Opfer?

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