Pinneberg
Elmshorn

Boomerang – neue Beutel aus alten Stoffen

Katelynn (v.l.) und Stephie Buß, Michaela Tubaja-Heinrichs, Dagmar Harder, Nadine Müller-Kahl und Gregor Kloeters zeigen die ersten Taschen.

Katelynn (v.l.) und Stephie Buß, Michaela Tubaja-Heinrichs, Dagmar Harder, Nadine Müller-Kahl und Gregor Kloeters zeigen die ersten Taschen.

Foto: Anne Dewitz

Ehrenamtliche nähen in Elmshorn aus Stoffresten Einkaufstaschen zum Ausleihen. Die Idee zu Boomerang Bags stammt aus Australien.

Elmshorn. Gemeinsam etwas schaffen, Müll vermeiden, Neues entwickeln – das ist die Idee hinter Boomerang Bags. Einer Initiative, die ihren Ursprung in Australien hat und weltweit Nachahmer findet – nun auch in Elmshorn. „Wir wollen aus alten Stoffen neue Einkaufstaschen nähen“, sagt Initiator Gregor Kloeters. Das Motto: Tischdecken zu Stoffbeuteln! Inspiration bekam Kloeters durch einen Fernsehbericht über eine lokale Boomerang-Bags-Initiative. Er dachte: „Prima Idee. Das können wir auch.“

Mit der Aktion möchte Kloeters eine Alternative zu Einwegtaschen schaffen, mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit in Elmshorn erreichen. Mit dem Spielzeugladen Spielemax ist bereits ein Partner für den Start gefunden. Hier sollen die Taschen zuerst kostenlos ausgegeben werden. In ein paar Wochen, wenn genügend Stoffbeutel zusammengekommen sind, soll es losgehen.

Nach dem Gebrauch sollen die Stoffbeutel wieder zurückgebracht werden – wie ein Boomerang, der traditionellen Wurfwaffe der australischen Aborigines, die bei korrektem Wurf zum Werfer zurückkehren. „Ich möchte beim Einkauf auf Plastiktüten verzichten, vergesse aber immer wieder den Stoffbeutel zuhause“, sagt Gregor Kloeters. Und wie ihm geht es wohl vielen.

„Ich finde die Idee sehr ansprechend“, sagt Stephie Buß, Filialleiterin bei Spielemax in Elmshorn. Darum wird sie als erstes Geschäft der Stadt die Taschen kostenlos im Kassenbereich ausgeben. Zudem kennt sie einige Mütter, die sich am dem Projekt als Näherinnen beteiligen wollen. Zurzeit werden in ihrem Geschäft auf Kundenwunsch noch Plastiktüten für zehn und 20 Cent verkauft. „Papiertüten sind unpraktisch, weil sie an den scharfen Kanten der Kartons schnell aufreißen“, sagt sie.

Stofftaschen sind da eine nachhaltige Alternative. Deshalb hat sie sich bereit erklärt, das Pilotprojekt zu begleiten. „Ich bin gespannt, wie es hier angenommen wird“, sagt Stephie Buß. Bei ihrer Tochter Katelynn stößt die Idee schon mal auf Begeisterung. „Ich will auch eine Tasche nähen“, sagt die Elfjährige.

Mit dabei als Näherinnen sind auch Nadine Müller-Kahl, Dagmar Harder und Michaela Tubaja-Heinrichs. „Ich habe zuhause bergeweise Stoffe und zu Weihnachten schon meine Familie mit eigenen Taschenkreationen beglückt“, sagt Dagmar Harder. Sie möchte auch mitmachen, um neue Kontakte zu knüpfen und ihre Freizeit sinnvoll zu nutzen. Michaela Tubaja-Heinrichs hatte von Kloeters Aufruf bei Facebook erfahren.

„Das Projekt passt zu mir. Ich nähe leidenschaftlich gern“, sagt sie. Und Nadine Müller-Kahl weiß als dreifache Mutter, wie es sich anfühlt, alle Hände voll und den Einkaufsbeutel zuhause vergessen zu haben. Alle drei Frauen fühlen sich von dem Gedanken, nachhaltiger zu leben und Plastikmüll zu vermeiden, angesprochen.

Für das Projekt werden weitere Unterstützer gesucht

„Die Taschen können alleine oder in kleinen Gruppen genäht werden, wobei schon der ein oder andere gesellige Nähabend entstehen soll“, sagt Gregor Kloeters. Alle Taschen werden mit weißen Aufnähern mit dem roten „Boomerang Bags Elmshorn“ versehen, welche von den Mitstreitern entweder im Siebdruckverfahren selbst hergestellt oder auch gestempelt werden.

„Es werden noch dringend weitere fleißige Näher gesucht, damit genügend Taschen zur Ausgabe bereitstehen“, sagt der Elmshorner, der bei einer Krankenkasse in Hamburg arbeitet. An diesem Projekt könnten sich auch Schulen beteiligen, so Kloeters Idee.

Alte Stoffreste würden gerne entgegengenommen: Ausgediente Bettwäsche, Vorhänge, T-Shirts immer wieder gerne weiße Tischdecken, auf die das „Boomerang Bags Elmshorn“-Logo aufgebracht wird. Es gibt Boomerang Bags-Nähanleitungen und Videotutorials für die Taschen, die gerne zur Verfügung gestellt werden, man kann seiner Kreativität aber auch freien Lauf lassen.

Das Ganze soll insgesamt nachhaltig sein, das heißt: Es sollen nur ausgediente Stoffe verwendet werden (Upcycling) und es sollte auch möglichst nichts dazugekauft werden, soweit es sich vermeiden lässt. Wer möchte, kann auch gerne für Equipment wie Textilfarbe für Stempel oder Siebdruck für die Logos, Nähmaschinengarn oder Nähmaschinenwartung spenden.

Mitstreiter gesucht! Wer sich beteiligen möchte oder Räume für gemeinsame Nähstunden zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne bei Gregor Kloeters melden, per Mail unter boomerangbagselmshorn@dewia.de oder abends telefonisch unter 04121/799 92 11.