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Kreis Pinneberg

Klingel-Gruppe zieht in Wedel 50 Arbeitsplätze ab

Das Schneider-Gebäude am Strandbaddamm in Wedel.

Das Schneider-Gebäude am Strandbaddamm in Wedel.

Foto: Andreas Daebeler / HA

Logistik und Produktion der Schneider GmbH werden Mitte 2020 nach Pforzheim verlagert. Was das für den Standort an der Elbe bedeutet.

Wedel. Schlechte Nachrichten für die Beschäftigten der Schneider GmbH in Wedel: Teile des Betriebs werden an den Standort des Mutterkonzerns Klingel nach Pforzheim ausgelagert. Von der Teilverlegung sind rund 50 Mitarbeiter betroffen, teilt die Geschäftsführung von Schneider auf Abendblatt-Anfrage mit. Die Belegschaft wurde am Donnerstag über die geplanten Änderungen informiert. „Einige haben bereits die Bereitschaft zu einem Umzug signalisiert“, heißt es vonseiten der Geschäftsführung. Genaue Zahlen darüber, wie viele Mitarbeiter einen Umzug nach Süddeutschland in Kauf nehmen, nennt sie nicht.

Die Verlegung betrifft die Bereiche Logistik und Produktion, was die Druckerei der Werbemittel-Versandfirma einschließt. Die Auslagerung soll zu Mitte 2020 erfolgen. Aktuell beschäftige Schneider rund 150 Mitarbeiter in Wedel. Die knapp 100 Mitarbeiter aus der Verwaltung sind von der Teilverlegung des Unternehmens laut Geschäftsführung nicht betroffen.

Es geht um "Wirtschaftlichkeit und Erhalt" des Betriebes

Zu den Gründen für die Teilauslagerung des Betriebs heißt es seitens der Schneider-Geschäftsführung gegenüber dem Abendblatt: „In Pforzheim erhalten wir mithilfe der stabilen Eigentümerstruktur der Klingel-Gruppe eine langfristige technisch und räumlich geeignete Lösung für die Unterbringung unserer Logistik und Produktion. Damit sichern wir auch die Wirtschaftlichkeit und den Erhalt unseres Betriebes.“

Erst 2017 war das Wedeler Traditionsunternehmen Schneider als Teil der Creatrade Holding nach Insolvenzanmeldung von der K-Mail Order GmbH aus Pforzheim, besser bekannt als Klingel-Gruppe, übernommen worden. Klingel kaufte in diesem Zuge zudem die nicht insolventen Creatrade-Tochtergesellschaften mit den Mode- und Lifestyle-Marken Conleys, Impressionen und MiaVilla.

Auswirkung der Verlagerung noch nicht absehbar

Bereits im September gab Klingel bekannt, die Marke Conleys einzustellen. Mit den Worten „Wir machen Schluss“ informiert der Mode-Händler nun auch auf seiner Homepage über die bevorstehende Schließung. Ein Teil des Conleys-Sortiment soll künftig über die Webseite des Versandhändlers Impressionen angeboten werden – dasselbe Schicksal ereilte bereits den Online-Shop des Möbelversenders MiaVilla, der ebenfalls eingestellt wurde.

Welche Auswirkungen die betriebliche Teilverlagerung von Wedel nach Pforzheim für den Schneider-Versand nach sich ziehen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar. 2017 betonte die Klingel-Gruppe noch, den Standort Wedel eigenständig am Markt halten zu wollen.