Pinneberg
Kreis Pinneberg

Der Fahrplan für die Landratswahl steht fest

Landrat Oliver Stolz in seinem Büro.

Landrat Oliver Stolz in seinem Büro.

Foto: Burkhard Fuchs

Der Pinneberger Kreistag entscheidet am 26. August über die Nachfolge des scheidenden Oliver Stolz. Bewerber lassen noch auf sich warten.

Kreis Pinneberg.  Der Pinneberger Kreistag wählt am Mittwoch, 26. August, einen neuen Landrat. Darauf hat sich der Ältestenrat verständigt, dem die Vorsitzenden aller sieben Kreistagsfraktionen unter Leitung des Kreispräsidenten Helmuth Ahrens und seiner Stellvertreter angehören. Das Amt, das mit B6 besoldet ist (rund 155.000 Euro brutto Jahresgehalt), soll demnach Mitte März öffentlich ausgeschrieben und zum 1. Januar 2021 neu besetzt werden. Der neue Landrat oder die neue Landrätin, der oder die dann die Kreisverwaltung mit ihren rund 1000 Mitarbeitern im mit rund 316.000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Kreis des Landes leitet, wird der 16. Amtsinhaber im Kreis Pinneberg seit 1868 beziehungsweise der zehnte nach dem zweiten Weltkrieg sein.

Landrat Oliver Stolz (53) scheidet nach zehn Jahren auf eigenen Wunsch zum Jahresende aus, weil er Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein wird. Frühestens ein halbes Jahr vorher darf nach der Gemeindeordnung der neue Landrat gewählt werden. Er muss mindestens 18 Jahre alt sein. Eine Höchstaltersgrenze gebe es nicht mehr, sagt Kreissprecher Oliver Carstens. Wählbar ist, wer die Wählbarkeit zum Deutschen Bundestag besitzt. Auch Bewerber aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gehörten dazu, sofern sie, wie auch die anderen Bewerber, „die für das Amt erforderliche Eignung, Befähigung und Sachkunde“ haben – ein Passus, der nicht ausdrücklich erklärt ist.

Für Kreispräsident Ahrens steht dabei im Vordergrund: „Der künftige Landrat sollte das Vertrauen einer breiten Mehrheit im Kreistag genießen, damit er entsprechend agieren kann und unabhängiger bei seinen Entscheidungen ist.“ Nur eine knappe Mehrheit würde ihn eher behindern. Geschlecht und Parteizugehörigkeit sollten eine untergeordnete Rolle spielen, so Ahrens. Gewählt ist, wer bei mehreren Kandidaten im ersten oder zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht. Das sind 32 Stimmen. Im dritten Wahlgang würde eine einfache Mehrheit reichen. Gibt es nur einen Kandidaten, muss der am 26. August die absolute Mehrheit erreichen. Sonst wird am 2. September noch mal gewählt.

Die nötige Befähigung und Sachkunde beschreibt Kreispräsident Ahrens so: „Der künftige Landrat sollte kompetent sein, über Führungsverantwortung verfügen und Verwaltungserfahrung haben.“ Die Stellenbeschreibung im Jahr 2010 forderte „eine Persönlichkeit mit Führungserfahrung“, die in der Lage sein sollte, „die Kreisverwaltung wirtschaftlich zu führen.“ Der neue Ausschreibungstext wird voraussichtlich vom Hauptausschuss des Kreistages formuliert und festgelegt. Die öffentliche Ausschreibung ist nach jetziger Planung für den 19. März vorgesehen. Wobei die Bewerbungsfrist wahrscheinlich vier bis sechs Wochen beträgt, sodass die Fraktionen sich im Mai/Juni die einzelnen Bewerber genauer anschauen und sie zu Gesprächen einladen können. Kreispräsident Ahrens geht davon aus, dass dies bis zur Sommerpause geschieht, die mit den Ferien am 29. Juni beginnt.

Da nur die Konstellationen CDU/SPD (37 Stimmen) und CDU/Grüne (33) sowie jedes Dreier-Bündnis nur mit der CDU über die notwendige absolute Mehrheit der Stimmen im Kreistag verfügen, dürften bis dahin auch die interfraktionellen Gespräche auf Hochtouren laufen. Möglich, wenn auch eher unwahrscheinlich ist es, dass noch am Wahlabend des 26. August ein Kandidat von einer oder mehreren Fraktionen vorgeschlagen wird, der sich vorher nicht ausdrücklich beworben hat.

Offizielle Bewerber für das Landratsamt lägen noch nicht vor, sagt Kreispräsident Ahrens. Mehrere Bürgermeister wie Christiane Küchenhof aus Schenefeld und Marc Trampe aus Rellingen die ins Gespräch gebracht wurden, erklärten bereits, nicht zu kandidieren. Moorreges Amtsdirektor Rainer Jürgensen (53) hat bislang als Einziger öffentlich sein Interesse bekundet. Aus der Kreisverwaltung werden die Fachbereichsleiter Heiko Willmann (57, Soziales, Jugend, Schule und Gesundheit) und Andreas Köhler (49, Service, Recht und Bauen) als Bewerber gehandelt. Öffentlich äußern möchten sie sich zurzeit nicht. Köhler 2010 Stolz unterlegen.