Serie Agenda 2020

Halstenbek plant noch, Rellingen baut schon

| Lesedauer: 12 Minuten
Katja Engler und Arne Kolarczyk
Rellingens Bürgermeister Marc Trampe (l.) und sein Amtskollege Claudius von Rüden aus der Nachbargemeinde Halstenbek.

Rellingens Bürgermeister Marc Trampe (l.) und sein Amtskollege Claudius von Rüden aus der Nachbargemeinde Halstenbek.

Foto: Arne Kolarczyk

Schulbau steht in beiden großen Gemeinden auf der Tagesordnung. Die Caspar-Voght-Schule in Egenbüttel wird in diesem Jahr fertig.

Halstenbek/Rellingen.  2020 steht in Halstenbek ganz im Zeichen der Planungen. Die Erweiterung des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums, der Neubau einer Kita am Ostereschweg und einer Flüchtlingsunterkunft an der Altonaer Straße, der Umbau und die Erweiterung des Rathauses – all das will vorbereitet sein. Wie es in Zeiten der angespannten Finanzlage mit den Projekten weitergeht, muss sich allerdings noch zeigen. In Rellingen wird es konkreter. Die Caspar-Voght-Schule wird fertig, es erfolgt der Baustart für eine Kita und für Sozialwohnungen. Auch im Amt Pinnau wird Neues sichtbar – etwa ein Gewerbegebiet an der Grenze zu Pinneberg oder der Umbau des Sport- und Schulzentrums Rugenbergener Mühlenweg in Ellerbek.


Sanierung Feldstraße:
Der erste Bauabschnitt wurde 2019 erledigt, in diesem Jahr werden zeitgleich der zweite und der dritte Teil angefangen. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Bahnhofstraße und der Hartkirchener Chaussee und damit der sensible Bereich rund um die Grund- und Gemeinschaftsschule. 380.000 Euro betrug der gemeindliche Anteil für den ersten Bauabschnitt, für die beiden anderen Abschnitte sind 730.000 Euro vorgesehen. Weitere Kosten entfallen auf die Gemeindewerke, die Leitungen und Medien sanieren. Die Ausschreibung des Projektes soll im Frühjahr erfolgen, der Baubeginn ist für April oder Mai vorgesehen. Der Abschnitt wird für die Arbeiten gesperrt.


Kita Erlöserkirche:
Mehr als 900.000 Euro sind 2019 in Sanierung und Umbau der Kita Erlöserkirche geflossen, wo unter anderem die ehemalige Bücherei zur Krippe geworden ist. In 2020 stehen noch Restarbeiten am Außengelände an. Außerdem muss die Entwässerung sowohl an der Kita als auch auf dem benachbarten Sportplatz Feldstraße neu konzipiert werden, da aktuell bei stärkeren Regenfällen das neue Außengelände der Kita überschwemmt wird.


Bike & Ride:
Ein Projekt, in das die Gemeinde mehr als 400.000 Euro selbst investiert – und das sie seit Jahren mit sich herumschleppt. Mehrfach musste umgeplant werden, Verzögerungen waren unvermeidbar. Wegen Lieferschwierigkeiten für die Überdachung konnten die Fahrradabstellanlagen auch 2019 nicht fertiggestellt werden. Mitte Februar 2020 soll es so weit sein. Dann können am S-Bahnhof Halstenbek 143 Fahrradabstellplätze genutzt werden, in Krupunder sind es 70. Auch einige abschließbare Boxen und Ladestationen für E-Bikes gehören zum Projekt.


Grundschule Bickbargen:
In Kürze sollen die Erdarbeiten für den Erweiterungsbau mit vier Klassenräumen und die Mensa-Erweiterung starten. Er soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein und wird mit 1,9 Millionen Euro deutlich teurer als geplant. Vor einem Jahr lagen Schätzungen noch bis 1,3 Millionen Euro. Insbesondere bei Rohbau und Elektrik gibt es Preissteigerungen. Im Sommer startet die Sanierung der Entwässerung des Schulhofes, 2021 soll dann das Außengelände neu gestaltet werden. Auch im Bestandsgebäude müssen dann weitere Modernisierungen erfolgen.

Feuerwache: Die Feuerwache an der Gärtnerstraße ist zu klein und in Teilen erneuerungsbedürftig. Ob 2020 erste Schritte in Sachen Umbau und Erweiterung erfolgen, ist angesichts der Finanzen zweifelhaft. Sicher ist, dass die Wehr zwei neue Fahrzeuge erhält – ein Löschgruppenfahrzeug (Kosten: 440.000 Euro) und eine Drehleiter, für die allein 730.000 Euro investiert werden.


Caspar-Voght-Schule:
2020 wird die Caspar-Voght-Schule in Egenbüttel fertig, das mit Abstand größte Projekt der Gemeinde Rellingen, das mehr als 20 Millionen Euro kostet. Ein dreigliedriger Neubauriegel entlang der Straße Schulweg ist bis zum Ende der Sommerferien bezugsbereit. Er besteht aus einem Mensatrakt, vor dem die Schüler bei gutem Wetter auch draußen sitzen können, einem als Aula nutzbaren Foyer und einem dreistöckigen Bau, in dem unten die Verwaltung und Lehrerzimmer untergebracht sind, darüber jede Menge Klassen- und Differenzierungsräume.

Zeitgleich wird der Altbau umgebaut und renoviert. Dort entstehen unter anderem neue naturwissenschaftliche Räume und Fachräume für Musik und Technik. Der alte Schulhof wird neu gestaltet, die neuen Schulhöfe bekommen Grünanlagen, der Bolzplatz wurde bereits in 2019 fertiggestellt. Damit mehr Kinder mit dem Fahrrad kommen, wird entlang der Hempbergstraße zwischen Halstenbeker Straße und Schulweg ein neuer Fuß- und Fahrradweg gebaut, außerdem bekommt die Schule neue überdachte, eingezäunte Fahrradständer.


Senioren- und Sozialwohnungen:
Zwei große Wohnprojekte gehen in 2020 weiter, und diesmal werden zumindest teilweise Sozialwohnungen gebaut, was in Rellingen Seltenheitswert hat. Zum einen baut die Firma Semmelhaack am Ellerbeker Weg 100 Seniorenwohnungen, davon 15 Prozent gefördert. Dorthin wird auch die DRK-Sozialstation vom Appelkamp verlagert. Dazu gehört die Begegnungsstätte mit Tagespflege, die dann in der Mitte der Anlage zu finden ist. Bürgermeister Marc Trampe hofft, dass dort, wo die älteren Menschen ausziehen, junge Familien einziehen. Zum einen baut die Neue GeWoGe an der Hempbergstraße 40 Wohnungen, davon zwei Drittel geförderte. Der Quadratmeter-Mietpreis wird dort bei etwa 5,80 Euro kalt liegen.


Neue Kita Lohacker:
Wo an der Straße Lohacker auf einer ehemaligen Baumschulfläche ein Neubaugebiet mit 17 Wohneinheiten entsteht, soll auch eine Kita hin. Betrieben wird sie von den Johannitern, das B-Plan-Verfahren läuft und soll im Juni abgeschlossen sein. Trampe: „Im Herbst ist hoffentlich Baustart.“ Der gemeindliche Baukostenzuschuss beträgt 410.000 Euro.


Kunstrasenplatz:
Etwa eine Million Euro soll der Kunstrasenplatz für den SC Egenbüttel kosten. Der Verein zahlt anteilig zehn Prozent, der Gemeindeanteil wurde auf etwa 420.000 Euro aufgestockt. Vom Land kommen 250.000 Euro, der Kreis zahlt 140.000 Euro, der Landessportverband rund 90.000 Euro.


Ortsentwicklungskonzept:
Die Online-Beteiligung der Bürger am Rellinger Ortsentwicklungskonzept läuft bis Ende Januar. Für Bürgermeister Marc Trampe ist sie ein wichtiger Baustein bei dem Vorhaben, den Ort mit all seinen Teilen zukunftsfähig zu machen. „So ein breit aufgestelltes Gutachten haben wir bis jetzt nicht“, sagt Trampe. Darin soll es eben nicht nur um Handel und Wirtschaft gehen, sondern auch darum, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Welche baulichen Veränderungen braucht es, damit Menschen in den Ort kommen? Solche Fragen will Trampe erörtert haben. Er geht davon aus, dass das neue Konzept im Spätsommer vorliegt.


Gewerbe und Schulbau:
Die Nähe zur Autobahn 23 hat den Ausschlag gegeben für die Ausweisung eines Gewerbegebietes nahe der Autobahn-Ausfahrt Pinneberg Nord. In Borstel-Hohenraden entsteht es auf elf Hektar Fläche, die Erschließung kostet 3,4 Millionen Euro. Der erste Bagger soll Anfang des Jahres rollen, Baubeginn für die Gewerbetreibenden ist im Sommer. Und das Schönste: Die gesamte Fläche ist bereits vergeben, alle Gewerbetreibenden sollen Glasfaser bekommen.

Zweites Projekt im Ort ist die Erweiterung der Grundschule. 2020 sollen für 1,2 Millionen Euro mehr Schul- und Betreuungsräume geschaffen werden. Geplant wird außerdem eine neue Sporthalle, die 2021 begonnen und 2022 fertiggestellt werden soll. Kosten: 4,5 Millionen Euro. Die alte Halle soll eventuell zum Dorfgemeinschaftshaus werden.


Wohnen und Gewerbe:
Kummerfeld plant, im Südwesten ein neues Gewerbegebiet entlang des Ossenpadd zu bauen, das an ein ebenfalls geplantes Gewerbegebiet in Pinneberg anschließt – beide mit nahem Anschluss an die Autobahn 23. Dafür hat die Gemeinde Kummerfeld Flächen gekauft. Zufahrten sollen von Kummerfeld und von Pinneberg aus gebaut werden.

Das Gelände des ehemaligen Altenzentrums der Regio-Kliniken ist verkauft. Jetzt soll dort ein Vorzeigequartier entstehen. In drei Bauabschnitten soll zuerst das Schwesternwohnheim abgerissen werden, dann soll eine neue Seniorenwohnanlage mit rund 100 Betten entstehen, außerdem betreutes und generationenübergreifendes Wohnen, geförderter Wohnraum und eine Kita. Das Gelände ist rund 30.000 Quadratmeter groß, Anfang 2020 soll die Detailplanung beginnen.


Mensa-Umbau:
Auf der Grenze zwischen Prisdorf und Kummerfeld liegt die Bilsbek-Schule als gemeinsame Grundschule. Dort soll für 1,2 Millionen Euro eine neue Mensa gebaut werden. Im Frühjahr geht’s mit der Planung los, gebaut werden soll schon vom Sommer 2020 an. Zurzeit lernen dort 180 Schüler, die Zahl soll steigen.

Ebenfalls in Prisdorf soll die Kita Lütte Prisdörper erweitert werden, die Planung beginnt 2020, die Umsetzung 2021. Zurzeit hat Bürgermeister Rolf Schwarz sein Büro für eine halbe Kita-gruppe geräumt, auf Fördergeld wird noch gewartet.


Grundschule:
Bis zu 600.000 Euro soll der Umbau im Schul- und Sportzentrum am Rugenbergener Mühlenweg kosten. Dort entstehen Räume für die Mensa und den Ganztag, dafür wird die Bücherei innerhalb des Komplexes verlegt. Die neuen Räume sollen mehrfach genutzt werden, so könnte der Mensa-abends zum Konferenz- und Sitzungsbereich werden. 2020 könnte auch der langersehnte Radweg am Rugenbergener Mühlenweg und Ihlweg Realität werden. Bürgermeister Günther Hildebrand hofft auf eine kurzfristige Ausschreibung. Zuschüsse von 460.000 Euro stehen im Raum, das Projekt würde wohl eine Million Euro Kosten. Ein Gönner hatte sogar eine Spende von 100.000 Euro für das Projekt in Aussicht gestellt.

Eine Mehrgenerationenanlage soll angrenzend an das Neubaugebiet Hasenheide entstehen. Laut Hildebrandt wird die Gemeinde noch in diesem Jahr das dafür benötigte Grundstück kaufen und die Anpassung beziehungsweise Neuaufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan vorantreiben. Gespräche mit mehreren Investoren für das Vorzeigeprojekt habe es ebenfalls bereits gegeben.


Markus-Kita:
Etwa 800.000 Euro kostet die Erweiterung des kirchlichen Markus-Kindergartens in Tangstedt. Die Planung dafür ist bereits weit fortgeschritten. Momentan führt die Gemeinde Vertragsverhandlungen mit der Kirche, das Gebäude zu übernehmen und dann nächstes Jahr umzusetzen, was in den Plänen steht.

Und das wurde aus den Projekten der Agenda 2019

In Halstenbek blieb vieles Stückwerk. Die Bike-and-ride-Anlagen an den beiden Bahnhöfen wurden nicht fertig, der Erweiterungsbau für die Grundschule Bickbargen ist auf 2020 verschoben worden. Auch beim Greve-Projekt tut sich nur hinter den Kulissen etwas. Gewerbe und Wohnen sind am Rande der Wohnmeile geplant, laut Bürgermeister Claudius von Rüden ist es „ein zähes Stück Arbeit“. Immerhin haben sich Gemeinde und Investor auf einen Generalplaner verständigt, nun fehlen noch umfangreiche Gutachten zu Verkehr, Lärm und Umwelt.

Fleißig ist ein anderer Investor – das Wohnungsbauunternehmen Semmelhaack. Ende April 2019 erfolgte die Grundsteinlegung für ein Wohnungsbauprojekt mit Vorbildcharakter am Verbindungsweg. Es entsteht für 17 Millionen Euro ein generationsübergreifendes Quartier mit 99 Wohneinheiten, davon wird fast die Hälfte öffentlich gefördert. In fünf Mehrfamilienhäusern und sechs Doppelbungalows wird bezahlbarer Wohnraum für Singles, Familien mit Kindern, Menschen mit Handicap und ältere Menschen geschaffen.

In Rellingen haben Umbau und Erweiterung der Caspar-Voght-Schule Fahrt aufgenommen, andere Dinge wie das Bauprojekt an der Hempbergstraße und die Bebauung der ehemaligen Fläche der Baumschule Steffen am Lohacker wurden zumindest angeschoben. In Kummerfeld konnte das Altenzentrum veräußert werden – und in Borstel-Hohenraden hat das Ortsentwicklungskonzept große Fortschritte erzielt.

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