Agenda 2020

Schulen, Straßen, Polizei: Wo Quickborn baut

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Burkhard Fuchs
Verwaltet 40.000 Menschen in vier Orten: Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl.

Verwaltet 40.000 Menschen in vier Orten: Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl.

Foto: Burkhard Fuchs

Serie, Teil 3: Quickborn schiebt 2020 einige Millionen-Projekte an und bringt andere zum Ende. Umlandgemeinden investieren in ihre Schulen.

Quickborn.  Egal ob Schulen, Gewerbegebiet, Straßen oder Polizei: In Quickborn steht das kommende Jahr ganz im Zeichen des Bauens. Bei den kleineren Nachbarn Bönningstedt und Hasloh sieht es nicht viel anders aus.

Schulbauten: Schulzentrum-Süd: Mit der Fertigstellung des neuen Zwischentraktes mit neuem Eingang und Mensa, der das Elsensee-Gymnasium mit der früheren Heidkamp-Realschule verbindet, beginnt der dritte Bauabschnitt des Schulzentrums Süd. Dann werden der Altbau saniert, neue Klassenräume geschaffen und die Sporthalle erneuert. 20 Millionen Euro wird diese Schule dann gekostet haben, die bis zu 1000 Schüler aufnehmen kann. Die Waldschule in Quickborn-Heide wird ab Sommer für 4,5 Millionen Euro saniert und bekommt zusätzliche Klassenräume und eine Mensa. Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium wird die Laufbahn auf dem Sportplatz für 250.000 Euro erneuert.


Pascalstraße: Die Fahrbahn von der Kreuzung Pascalstraße/Friedrichsgaber Straße (A-7-Auffahrt) bis zum Kreisel am Schmalmoorweg wird für eine halbe Million Euro neu asphaltiert. Gewerbebetriebe, Supermarkt und Hotel sollen jederzeit erreichbar bleiben. Die Zukunft der Comdirectbank, Quickborns größtem Gewerbesteuerzahler, wird sich nach der Fusion mit der Commerzbank Frankfurt klären.


Neues Gewerbegebiet: Zusammen mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WEP des Kreises Pinneberg erschließt Quickborn westlich der Pascalstraße und östlich Ohlmöhlenweg ein neues, 20 Hektar großes Gewerbegebiet. Im Januar werden die Verträge unterschrieben.

Radverkehr: Ein Radverkehrskonzept ist in Auftrag gegeben, von dem Anfang 2020 konkrete Verbesserungsvorschläge erwartet werden. So sind die Radwege im Stadtteil Renzel dringend sanierungsbedürftig. „Die sind in einem extrem schlechten Zustand“, hat Neu-Radfahrer und Bürgermeister Thomas Köppl festgestellt. Ähnliches gelte für die Ellerauer Straße. „Autofahrern hätte man solche Straße nicht zugemutet.“ Auch die innerstädtische Kieler Straße brauche dringend einen beidseitigen Radweg, fordert Köppl. Die Situation an der Jet-Tankstelle und dem Rewe-Markt sei für Radfahrer zu gefährlich.
Freibad: Das Planschbecken im Freibad wird für eine halbe Million Euro erneuert und soll bis zum Beginn der Badesaison im Mai, spätestens Juni, fertiggestellt sein.


Tiefbau: Die Schmutz- und Regenwasserleitungen in der Querstraße werden für 1,7 Millionen Euro komplett erneuert. Das Regenrückhaltebecken in der Raiffeisenstraße muss ausgebaggert werden. Kosten: 350.000 Euro.


Kieler Straße: Das Gutachten für mögliche bauliche und verkehrsberuhigende Maßnahmen an der Kieler Straße (B 4) zwischen Ellerauer Straße und Harksheider Weg wird vorgestellt. So dürften darin Querungshilfen und Ampeln vorgeschlagen werden, damit Fußgänger die fast elf Meter breite Bundesstraße sicherer überqueren können. Auch der Bereich an der Kirche und am Haus Roseneck soll so umgestaltet werden, dass sich Menschen dort lieber aufhalten.


Polizeiwache: Die Planung für den Umzug der Polizei vom Stadtrand in der Ernst-Abbe-Straße in die Marktstraße nahe den Stadtwerken und der Feuerwache soll konkreter werden. Ein Elmshorner Investor will dort außer dem Gebäude für 20 Polizeibeamte auch 65 Wohnungen errichten, die zu einem Drittel öffentlich gefördert sein sollen. Ein Teil soll Mitarbeitern von Stadtwerken und Feuerwehr angeboten werden.


AKN-Bahnhof Quickborn-Süd: Direkt an der Haltestelle Quickborn-Süd entsteht ein neuer Park-and-ride-Platz für 220 Autos und 140 Fahrräder. Die Fahrzeuge sollen in einer zwei- bis dreigeschossigen Parkpalette untergebracht werden, die Fahrräder ähnlich wie am Bahnhof Meeschensee in zum Teil abschließbaren Boxen.


Güttloh: Der Aldi- und der Lidl-Markt an der Güttloh werden neu gebaut. Lidl vergrößert sich um etwa die Hälfte auf 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche, Aldi um zwei Drittel auf 1100 Quadratmeter. Auch ein Recyclinghof wird dort von der GAB eingerichtet und betrieben.


Himmelmoor: Mit dem Erwerb der alten Häuser am stillgelegten Torfwerk, das bereits der Stadt Quickborn gehört, ist nun der Weg frei für eine umfassende Umgestaltung dieses Gebiets. Das Torfwerk soll zu einem Industrie- und Torfabbau-Museum werden, das ehemalige Gefängnis jüdischer Kriegsgefangener (Henri-Goldstein-Haus) zu einer offiziellen NS-Gedenkstätte des Landes. Mit dem Natur-Lehrpfad durch das Moor könnte hier auch eine Art ökologisches Klimaschutz-Zentrum entstehen. Die noch bewohnten alten Häuser ohne Wasseranschluss mit 4000 Quadratmetern Grundstück hat die Stadt von den Landesforsten gegen Waldgebiete in der Stadt getauscht.


Rathaus: Die Verwaltung mit zurzeit 213 Vollzeitstellen will wieder Fachkräfte im Rathaus ausbilden. Zurzeit gebe es keine, bedauert Bürgermeister Thomas Köppl. Die neue Verwaltungsgemeinschaft mit der 3000-Einwohner-Gemeinde Ascheberg am Plöner See zum Jahresbeginn 2021 wird intensiv vorbereitet, nachdem Mitte 2019 bereits Ellerau und seit 2012 Hasloh und Bönningstedt mit insgesamt fast 40.000 Bürgern mitverwaltet werden.

Kinderbetreuung: In der Lilienstraße wird ein elfter Kindergarten der Stadt mit 20 Krippenplätzen eingerichtet. Das DRK wird ihn betreiben. Die Kita soll in einer Holzmodul-Bauweise errichtet werden, die nach Bedarf auch woanders in der Stadt aufgestellt werden könnte. Zurzeit werden 1174 Kinder in Kitas betreut, davon 195 unter drei Jahre, 737 von drei bis sechs Jahren sowie 242 Schüler im Hortbereich. Die Stadt wendet dafür zurzeit etwa 6,4 Millionen Euro auf.
Feuerwache: Neben der Straßenmeisterei an der A-7-Auffahrt Ecke Ulzburger Landstraße/Friedrichsgaber Straße soll ein zweiter Standort der Feuerwehr für Quickborn-Heide errichtet werden. Zwei Einsatzfahrzeuge sollen hier parken sowie Umkleide- und Sanitärräume für die Feuerwehrkameraden entstehen.


Hasloh: Komplettsanierung und Umbau der Peter Lunding-Schule von 1950 sollen im Laufe des Jahres abgeschlossen sein, kündigt Bürgermeister Bernhard Brummund an. „Es wird auch teurer als geplant.“ Die Gesamtkosten liegen jetzt bei etwa fünf Millionen Euro. Die Schule besuchen zurzeit 170 Grundschüler. Die Mensa ist wegen des Umbaus vorübergehend in das ehemalige Volksbank-Gebäude am Garstedter Weg ausgelagert worden, das die Gemeinde gekauft hat.

Bönningstedt: Auch in Bönningstedt soll eine Komplettsanierung der Schule Rugenbergen beginnen. Für die zurzeit 450 Schüler würden dringend neue Klassenräume, eine Aula und eine neue Sporthalle benötigt, erklärt Bürgermeister Rolf Lammert. Der Bau würde bis 2023 dauern. Die Kosten von veranschlagten 7,2 Millionen Euro teilt sich die Gemeinde mit Ellerbek und Hasloh, wobei Bönningstedt wegen der Schülerzahlen rund die Hälfte zahlen muss.

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