Jahreswechsel

Die vielen Seiten des Kreises Pinneberg

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Apothekerin Erika Stehr und Fotograf Hartwig Valdmanis werben für den Pinnau-Kalender. Im Hintergrund: ein Wandbild vom Fluss.

Apothekerin Erika Stehr und Fotograf Hartwig Valdmanis werben für den Pinnau-Kalender. Im Hintergrund: ein Wandbild vom Fluss.

Foto: Burkhard Fuchs

Vereine veröffentlichen lokale Kalender mit verschiedenen Schwerpunkten. Fotograf Hartwig Valdmanis widmet sich der Pinnau.

Kreis Pinneberg.  Ein geschultes Auge für den richtigen Blickwinkel, Lichteinfall und Bildausschnitt bei einem Foto hat sich Hartwig Valdmanis (68) in jahrzehntelanger Arbeit als Pressefotograf angeeignet. Jetzt hat sich der ehemalige Fotograf der „Hamburger Morgenpost“, der auch die Agentur Foto Press gegründet hat, jenem Fluss gewidmet der dem Kreis Pinneberg seinen Namen gibt.

Für einen neuen Jahreskalender hat Valdmanis, der seit etwa zehn Jahren in Quickborn lebt, die Pinnau zu allen Jahreszeiten und an allen möglichen Stellen abgelichtet. Mal im Schnee im Quickborner Himmelmoor, mal in aller Stille an der Tangstedter Wulfsmühle, mit blühendem Giersch am Ufer und spiegelnder Wasserfläche in Pinneberg, dann mit Schilf am Sperrwerk und schließlich mit Kühen und Segelschiffen an der Elbmündung in Haselau.

Die handwerklich hervorragend ausgeleuchteten Aufnahmen und stimmungsvoll arrangierten Motive seines Lieblingsflusses in seiner Wahlheimat hat Valdmanis einem guten Zweck zur Verfügung gestellt.

Zum fünften Mal hat die Quickborner Apothekerin Erika Stehr jetzt einen Jahreskalender für die Organisation „Quickborn hilft“ aufgelegt. Dieser Verein unterstützt seit gut 20 Jahren beispielsweise Trinkwasserprojekte im brasilianischen Regenwald, Waisenkinder in Ghana und hilft auch bedürftigen Kindern und Familien in Quickborn, die plötzlich in Not geraten sind. „Ich unterstütze diesen Verein sehr gern“, sagt Erika Stehr, die sich freut, dass Fotograf Valdmanis seine Pinnau-Bilder der Pinnau-Apotheke für diesen guten Zweck angeboten hat.

Valdmanis zeigt die schönsten Ecken des 42 Kilometer langen Flusses, der sich von Henstedt-Ulzburg bis zur Elbe durch den Kreis Pinneberg schlängelt. Deutlich wird an den Bildern auch, wie naturbelassen die Flussufer heute sind und wie sehr auf den Natur- und Umweltschutz entlang der vielen Wiesen und Feldern geachtet wird. „Wir wollen mit diesem Kalender auch die positive Entwicklung dieses einmaligen Lebensraumes Pinnau würdigen und dem Betrachter Freude bereiten“, sagt Erika Stehr.

Der Kalender kostet drei Euro. Es darf auch mehr gespendet werden, sagt Erika Stehr. 500 Stück seien bereits verkauft, weitere 500 liegen noch in der Pinnau-Apotheke in der Kieler Straße 96 in Quickborn, wo sie zu den Öffnungszeiten erworben werden können. Gut 1000 Euro aus dem Erlös sollen dem Verein „Quickborn hilft“ zukommen.

Der Königliche

„Königlich durchs Jahr“ geht es mit dem Elmshorner Kalender 2020. Im Fokus steht die Königstraße als zentraler Ort für das Leben in der Stadt im Wandel der Zeit. Der Elmshorner Kalender ist in der Flora Apotheke Elmshorn (Schulstraße 25) erhältlich. Für den Kalender mit einer Auflage von 2500 Stück wird um eine Spende in Höhe von mindestens zwei Euro gebeten. Der Erlös ist für die Förderung des Stadtarchivs Elmshorn. In den vergangenen Jahren waren es jeweils etwa 5000 Euro.

Die Kosten für die Produktion des Elmshorner Kalenders mit den historischen Fotos der Königstraße werden komplett von der Flora Apotheke getragen. „In Zeiten, die zunehmend globaler und digitaler werden, schafft der Kalender emotionale Verbundenheit mit unserer Stadt. Dafür engagieren wir uns gern“, sagt Sönke Kehrhahn, Inhaber der Flora Apotheke. Auch mit Blick nach vorn: „Wir sollten wissen, woher wir kommen, wenn wir wissen wollen, wohin wir gehen.“

Die Königstraße gehört zu den ältesten Straßen in Elmshorn. Als ein Teil der Landstraße nach Barmstedt trug sie einst den Straßennamen Wedenkamp. Die Fotos in dem Kalender erinnern an die Zeit, als die Königstraße noch eine stark befahrene Hauptverkehrsstraße war. Unter anderem mit dem vermutlich ersten Zebrastreifen Elmshorns, Fassaden und Reklameschildern der 50er-, 60er- und 70er-Jahre sowie dicht gedrängten Menschenansammlungen vor den Schaufenstern. Die Texte zu den Kalenderbildern und die „Binnen-Texte“ vor 100 Jahren stammen von Jens Gatzenmeier, Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung des Stadtarchivs Elmshorn.

Der Maritime

Die Kaufleute Wedel geben seit mehr als 30 Jahren einen Kalender heraus. Die Ausgabe für 2020 bietet dem Betrachter eine faszinierende Zeitreise in die Historie der Rolandstadt. Der Kalender hat den Titel „Wedel in den 30er Jahren“ und ist in einer Auflage von 2300 Exemplaren erschienen. Er enthält Bilder der Wedeler Fotografen Arnold Petersen und Adolf Grote, die von der Stadtarchivarin Anke Rannegger ausgewählt und kommentiert wurden. Im Handel ist der Kalender nicht erhältlich, sondern wird über die Mitglieder des Zusammenschlusses der Kaufmannschaft verteilt. Während des Neujahrsempfangs der Stadt werden die letzten Exemplare unter die Bürger gebracht. Und es sollen schon Exemplare bei einem großen Second-Hand-Markt im Internet angeboten worden sein.

Der Gemalte

Der Kinderschutzbund Elmshorn bringt einen eigenen Kalender in einer Auflage von 250 Stück heraus. Die Kalenderblätter sind mit fröhlichen Bildern geschmückt. Gemalt haben sie Kinder, die den offenen Treff besuchen. Die Kalender gibt es gegen eine Spende im Büro des Kinderschutzbundes (Jürgenstraße 11) und bei Fahrrad Burmeister (Schulstraße 47) in Elmshorn. Das Geld kommt den Kindern zugute. Der Ortsverein ermöglicht benachteiligten Kindern Ferien an der Ostsee, therapeutisches Reiten, bietet kostenlose Nachhilfe und Deutschkurse, ermöglicht Geburtstagspartys und Schwimmunterricht, führt Kinder an gesundes Frühstück heran, bietet einen geschützten Raum im offenen Spielkreis, erfüllt Weihnachtswünsche, spendiert Kinderschuhe.

Der Dörfliche

Der Förderkreis Kultur und Brauchtum in Holm hat es sich zur Aufgabe gemacht, historische Dokumente und damit die Geschichte des Dorfes zu bewahren. Dazu ist auch eine umfangreiche Fotosammlung entstanden, aus der die Kalendermacher August Kröger und Dieter Herrmann schöpfen können. Bereits der dritte Kalender konnte mit „Altes und Neues in Holm“ veröffentlicht werden. Das Foto zeigt ein historisches Bauernhaus am Kreisel, das 2020 zugunsten von Wohnhäusern abgerissen werden soll. Übrigens: Der Förderkreis ist sehr an alten Bilddokumenten aus der Holmer Geschichte für sein Archiv interessiert.

Der Kalender kostet 20 Euro. Er ist im Gemeindebüro (Schulstraße 12), in der Raiffeisenbank Elbmarsch (Hauptstraße 23) und bei Dieter Hermann (0160/2839206) erhältlich.

Der Tierische

Sie tragen klangvolle Namen wie Cedric Gino von Stedingen, Queeny vom Schäferhof, Pluto of Royla Mile’s Pride, Grace Püppi von den Ippener Eichen oder Ida von der Wacholderweide. Die Rede ist von tierisch guten Models mit dem speziellem Dackelblick, die einen von Woche zu Woche aufs Neue anblicken. Der Dackelclub Elmshorn gibt wieder seinen Jahreskalender mit mehr als 100 Dackelbildern und einer Auflage von 700 Stück heraus. Die Wochenblätter bieten Platz für kleine Notizen.

Er kostet 13 Euro inklusive Versandkosten. Der gesamte Erlös aus dem Kalenderverkauf kommt wieder den Tieren im Tierheim Elmshorn zugute. „Seit Erscheinen des Kalenders konnten wir 16.000 Euro an den Tierschutz übergeben“, sagt Bärbel Kerner, die gemeinsam mit Elena Gasbarro die Leitung der Elmshorner Gruppe im September 2014 übernommen hat.

Der Internationale Dackelclub Gergweis wurde 1959 mit dem Ziel gegründet, die Dackelzucht und -ausbildung – derzeit die jagdliche Führung – zu fördern. 1963 wurde die Landesgruppe Hamburg ins Leben gerufen, und es entstanden die Gruppen Ahrensburg, Alster, Oberalster, Bille, Elbe, Elmshorn und Norderstedt, wobei bis auf die Gruppe Ahrensburg noch alle Gruppen existieren und aktiv sind. Die Gruppen bieten allen Hundefreunden die Möglichkeit zur Teilnahme am Vereinsleben, an gemeinsamen Ausflügen, an Beratungs- und Sonderschauen sowie an der Hundeausbildung.

Bestellt werden kann der Jahreskalender per E-Mail an dackelclub.elmshorn@gmail.com oder telefonisch bei Bärbel Kerner unter 0170/902 94 71.

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