Pinneberg
Pinneberg

Familie Balz im Dienst der Seenotretter

Torben Balz war 1979 als Kleinkind mit seiner Großmutter auf Helgoland am Liegeplatz der Seenotretter.

Torben Balz war 1979 als Kleinkind mit seiner Großmutter auf Helgoland am Liegeplatz der Seenotretter.

Foto: DGzRS - Die Seenotretter / HA

Seit drei Generationen fördert die Pinneberger Familie Balz die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Warum?

Pinneberg. Dieser selbstlose Einsatz ist wohl einmalig. Zumal er schon über Jahrzehnte hinweg anhält. Denn seit nicht weniger als drei Generationen unterstützt Familie Balz aus Pinneberg nun schon die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Ihr Bürgersinn verbinde sich mit dem Bürgermut der Seenotretter, die bei Sturm rausfahren, wenn andere reinkommen.

Dabei sind Familien, die seit Generationen Seenotretter stellen, an den Küsten nichts Ungewöhnliches. Aber Familien, die es zu ihrer generationenübergreifenden Aufgabe machen, die DGzRS zu unterstützen, sind selten. Die Frage ist, warum machen es Pinneberger? „Mein Vater hat nach dem Krieg auf Helgoland Trümmer geräumt. Dabei hatte er engen Kontakt zu den Seenotrettern“, sagt Susanne Balz, heute selbst 73 Jahre alt. Denn das Motorrettungsboot Hindenburg war das erstes deutsche Schiff, das 1952 nach Freigabe Helgolands durch die Alliierten wieder die Insel angelaufen hatte. Damit war der Grundstein gelegt.

Die Insel selbst erhielt kurz darauf die Rickmer Bock, ein Motorrettungsboot, das in Büsum als Museumsschiff erhalten ist und auf dem Susanne Balz schon als kleines Mädchen im Turm stand. „Mein Vater hat mir die Wichtigkeit der Seenotretter schon früh vermittelt“, sagt sie. Und sie gab es an ihren Sohn Torben (44) weiter.

Schon als 14-Jähriger wurde Torben Förderer, das war 1989. Ein Jahr zuvor hatte Opa mit ihm den Helgoländer Seenotrettungskreuzer Wilhelm Kaisen besichtigt. Eine Faszination, die nicht mehr erlöschen sollte. „Das erste Jahrbuch der Seenotretter von vor 30 Jahren habe ich noch“, sagt Balz heute.

Tausende eigene Fotos von 130 DGzRS-Einheiten sind hinzugekommen. „Die Schiffe sind faszinierend. Aber vor allem sind die Menschen, die Besatzungen, toll“, so der Förderer in dritter Generation. „Sie engagieren sich für eine gute Sache. Ich bewundere außerdem, dass die Seenotretter es immer wieder schaffen, die Mittel für ihre Aufgabe komplett selbst aufzubringen.“ Zu den schönsten Erlebnissen gehören für ihn und seine Eltern – Vater Hans Peter Balz starb vor vier Jahren – die Spendenübergaben. So erhielten die Büsumer Seenotretter 2007 drei Rettungswesten und die Schilkseer Kollegen erst neulich zwei nagelneue Überlebensanzüge von Familie Balz.