Pinneberg
Gerichtsprozess

Versuchter Mord: Staatsanwaltschaft klagt Wedeler an

Ein Prozessauftakt ist im Frühjahr 2020 zu erwarten.

Ein Prozessauftakt ist im Frühjahr 2020 zu erwarten.

Foto: Peter Steffen / dpa

Angeklagter zündete Wohnung in der Obdachlosenunterkunft an, weil er eine neue haben wollte. Staatsanwaltschaft ermittelt.

Wedel. Laut Anklage zündete er sein Appartement in der Obdachlosenunterkunft an, weil er eine neue Wohnung wollte. Die hat der 27-Jährige aus Wedel kurz nach der Wahnsinnstat auch bekommen – und zwar in Form einer Zelle im Gefängnis. Da dürfte er auch noch länger bleiben: Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Mann jetzt Anklage wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung erhoben.

„Wir gehen laut Anklage davon aus, dass der Beschuldigte den Brand gelegt und dann sein Appartement verlassen hat, weil er eine neue Wohnung erzwingen wollte“, so Peter Müller-Rakow, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Der 27-Jährige habe dabei aus Sicht der Anklagebehörde billigend in Kauf genommen, dass der Brand auf andere Appartements übergreift und damit auch andere Bewohner gefährdet.

Wedeler hat im Laufe der Ermittlungen ein Geständnis abgelegt

Gegen 21.50 Uhr hatte ein anderer Bewohner der Unterkunft an der Holmer Straße das Feuer gemeldet. Die Leitstelle löste sofort Vollalarm für die Feuerwehr Wedel aus. Als die ersten Einsatzkräfte die Unterkunft erreichten, war der Brand bereits erloschen, das Appartement jedoch noch stark verqualmt. Es war total ausgebrannt, die Polizei schätzte den Schaden auf 100.000 Euro.

Der 27-jährige erschien zwei Stunden nach dem Feuer auf der Wache und erkundigte sich, was in seinen Räumen passiert war. Dass er es wusste, offenbarte der Wedeler erst später. Er soll im Laufe des Ermittlungsverfahrens ein Geständnis abgelegt haben. Die Anklage wird vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Itzehoe verhandelt. Ein Prozessauftakt ist im Frühjahr 2020 zu erwarten.