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Rellingen bekommt einen Flughafen-Parkplatz

Manager Jochen Luettschwager (M.) mit Ronnmek Herrera (l.) und Nikola Kosanic vom VIP-Team stehen bereit für einen Neustart.

Manager Jochen Luettschwager (M.) mit Ronnmek Herrera (l.) und Nikola Kosanic vom VIP-Team stehen bereit für einen Neustart.

Foto: Rainer Burmeister

Parthian Group will ihr Geschäftsmodell im Frühling aufleben lassen. Ende des Jahres soll Lizenz für Fahrdienst vorliegen.

Rellingen.  Der erste Versuch, in Rellingen einen Flughafen-Parkplatz anzusiedeln, scheiterte ausgerechnet an der zu großen Nachfrage. Wie berichtet, war der Andrang im vergangenen Frühjahr dermaßen stark, dass nahezu alle der 252 Stellplätze auf dem Parkplatz des einstigen Billigmöbelanbieters Poco-Domäne im Ortsteil Egenbüttel ausgebucht waren. Angemeldet worden war das Unternehmen jedoch nur für zunächst 50 Fahrzeuge und den damit für die Kunden verbundenen Shuttle-Service zum und vom Hamburger Airport. Da auch die erforderlichen Mietwagen-Lizenzen für die Fahrer des Unternehmens nicht vorlagen, zog Jochen Luettschwager, Manager des zur Parthian Group gehörenden Service-Dienstes, notgedrungen die Notbremse. Im Juli wurde der Betrieb eingestellt.

Doch Luettschwager kündigte an, im Oktober einen Neustart zu wagen. Das Unternehmen sollte dann VIParking Fly Cruise heißen. Denn künftig werden nach den Vorstellungen der Betreiber auch Kreuzfahrtkunden ihre Privatwagen in Rellingen-Egenbüttel parken können. Mittlerweile hat der Dezember begonnen, und vom Neustart ist auf dem Parkplatz an der Hans-Reumann-Straße noch nichts zu sehen. Auf dem Firmengelände stehen einige Mitarbeiter-Autos. Ein schlechtes Omen? „Keineswegs“, sagt der Manager. Der Zeitplan sei etwas ins Stocken geraten, weil zunächst noch eine Mitarbeiterin ausgebildet werden müsse, um die Mietwagenlizenz zum Personentransport zu erwerben. Dafür sei die Kollegin von anderen Aufgaben freigestellt worden, damit sie ihre Ausbildung ungestört absolvieren könne. Später sollen dann bei Bedarf weitere Chauffeure aktiviert werden, um die Kundschaft zu bedienen.

Zum Jahresende soll Lizenz für den Fahrdienst vorliegen

Luettschwager rechnet damit, dass Ende dieses Jahres die Lizenz für den Fahrdienst vorliegen wird. Mit dem Parkplatzservice für auswärtige Flugreisende und Kreuzfahrt-Passagiere soll dann im kommenden Jahr wiederum mit zunächst 50 Stellplätzen begonnen werden. Später könnte der Betrieb nach und nach auf bis zu 100 Plätze erweitert werden.

Beim Probelauf bis zum Juli dieses Jahres gab es auch Probleme mit der Zufahrt zu den Parkplätzen, die Tag und Nacht angesteuert wurden. Die Hans-Reumann-Straße liegt allerdings in einem Mischgebiet für Gewerbe und Wohnen. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden fühlten sich die Anwohner der Mehrfamilienhäuser vom Lärm der an- und abfahrenden Autos belästigt. „Wir haben inzwischen Kontakt mit den Nachbarn aufgenommen“, sagt Jochen Luettschwager, der Verständnis für die Beschwerden hat.

Deshalb wird mittlerweile an einer neuen Lösung gearbeitet. Der künftige Park- und Shuttle-Service soll über das Grundstück Industriestraße 16 angesteuert werden. Das Gelände liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Parkplatzfläche. Außerdem ist dieser Bereich Egenbüttels als reines Gewerbegebiet ausgewiesen. Nach Luettschwagers Worten sollen allerdings nur Kunden bedient werden, die ihre Fahrzeuge tagsüber von 9 bis 18 Uhr bringen oder holen. Auf diese Weise würden auch die nächtlichen Belästigungen der Anwohner der Hans-Reumann-Straße wegfallen. Denn auch die Lieferfahrzeuge für die Warenlager der Parthian Group könnten dann überwiegend über die Industriestraße ihr Ziel erreichen.

Das frühere Domäne-Areal ist seit Anfang 2015 im Besitz der Soofi Holding AG, zu der auch die Parthian Group gehört. Die aus zahlreichen angegliederten Unternehmen und Geschäftsbereichen bestehende Gruppe betreibt weltweit von Rellingen-Egenbüttel aus vor allem den Großhandel mit Produkten aus dem gehobenen Nahrungsmittel- und Getränkebereich sowie mit Kosmetikartikeln. Derzeit ist die Firma im früheren. inzwischen aufwendig renovierten Gebäude des Möbeldiscounters angesiedelt.

Noch nicht abgeschlossen ist das Verfahren eines neuen Bebauungsplans für das Areal, in dem unter anderem nach den Vorstellungen des Eigentümers Neubauten für das Unternehmen sowie Wohnungsbau entstehen sollen. Bisher konnten sich die Politiker nicht mit der von den Investoren angepeilten verdichteten Wohnbebauung auf einer Gesamtfläche von 3400 Quadratmetern anfreunden, zu der nach Abendblatt-Informationen auch die Ansiedlung eines Altenheims gehören soll.