Pinneberg
Metropolregion

Kreis Pinneberg festigt Kooperation mit Hamburg

Zwölf Partner: Neun Kommunen sowie der Kreis Pinneberg erneuerten das Nachbarschaftsforum mit Altona und Eimsbüttel.

Zwölf Partner: Neun Kommunen sowie der Kreis Pinneberg erneuerten das Nachbarschaftsforum mit Altona und Eimsbüttel.

Foto: Burkhard Fuchs

Neun Kommunen und der Kreis Pinneberg selbst erneuern Nachbarschaftsforum mit den Hamburger Bezirken Altona und Eimsbüttel.

Kreis Pinneberg/Hamburg.  Der Anlass für diese länderübergreifende Kooperation war vor zehn Jahren ein Streit zwischen den Hamburg-nahen Städten und Gemeinden im Kreis Pinneberg und den benachbarten westlichen Bezirken Hamburgs. Die Neuansiedlung eines großen Möbelmarktes in Schnelsen direkt an der A 23 verärgerte die Stadtväter im Kreis Pinneberg. Die fehlende Absprache und Rücksichtnahme der Hamburger auf ihre direkten Nachbarn in Schleswig-Holstein sollte nicht wieder vorkommen. Darum gründeten sie 2009 das Nachbarschaftsforum Südholstein/Hamburg, um derartige Differenzen zu vermeiden.

Nach nunmehr zehn Jahren haben die Beteiligten diese Zusammenarbeit erneuert. Am Freitag unterzeichneten Landrat Oliver Stolz und die Bürgermeister Urte Steinberg (Pinneberg), Niels Schmidt (Wedel), Thomas Köppl (Quickborn), Christiane Küchenhof (Schenefeld), Marc Trampe (Rellingen), Claudius von Rüden (Halstenbek), Günther Hildebrand (Ellerbek), Rolf Lammert (Bönningstedt) und Bernhard Brummund (Hasloh) mit den Vertretern Hamburgs, Jürgen Langbehn (Bezirk Altona) und Kay Gätgens (Eimsbüttel), die Folgevereinbarung im Rathaus Schenefeld. Gemeinsames Ziel der Kooperationspartner, zu denen jetzt auch Ellerbek gehört, sei ein „grenzüberschreitend frühzeitiger, offener und kooperativer Austausch zu Fragen der Siedlungs- und Freiraumentwicklung“, heißt es darin.

Ein großes Thema: die Elektrifizierung der AKN-Strecke

So gebe es zahlreiche Berührungspunkte und Themen, die sie alle gleichermaßen beträfen, erklärte Hartmut Teichmann von der Kreisverwaltung. Etwa sei die geplante Elektrifizierung der AKN-Strecke zwischen Eidelstedt, Quickborn und Kaltenkirchen zur S-Bahn 21 eines der ersten und wichtigsten gemeinsamen Planungsprojekte gewesen, das nun bis 2025 umgesetzt sein soll, wie jüngst Verkehrsminister Bernd Buchholz sagte.

Für die an dieser Bahnstrecke liegenden Kommunen habe das Nachbarschaftsforum untersucht, wie und wo sich in Bahnhofsnähe Potenziale für Neubaugebiete ergeben könnten. Solche Verkehrs- und Wohnraumfragen sollten künftig verstärkt gemeinsam geplant werden, sagte Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg. „Es ist in unser aller Interesse, die Bevölkerung von der Straße in Busse und Bahnen zu bringen. Denn die Pendlerströme werden in den nächsten Jahren noch weiter steigen.“ Mehr Züge und ein attraktiveres Busangebot würden helfen. Wie zum Beispiel die neue Busanbindung zwischen Schenefeld und Halstenbek, die vor zwei Jahren auf der Linie 186 nach Othmarschen geschaffen wurde, wie Halstenbeks Bürgermeister von Rüden sagt.

Auch der geplante Radschnellweg von Elmshorn entlang der Bahntrasse bis zur Elbgaustraße in Hamburg sei ein weiteres Ergebnis dieser länderübergreifenden Zusammenarbeit, sagte Teichmann, der dieses Projekt für die gesamte Metropolregion federführend leitet. „Da sitzen dieselben Partner mit im Boot.“ Dieses Netzwerk bringe Vorteile für alle Seiten. Weitere gemeinsame Themenfelder seien Schulen und Kindergärten, sagte Landrat Stolz. „Ein leichter Zugang zu den Schulen und Kindergärten sollte für die Bürger selbstverständlich sein.“