Pinneberg
Klimastreik

Wie Greta Thunberg das Pantheater inspiriert

Annabell Andreas und Michael Leye, vor einem während der Sturmflut 1976 in der Haseldorfer Marsch aufgenommenen Foto

Annabell Andreas und Michael Leye, vor einem während der Sturmflut 1976 in der Haseldorfer Marsch aufgenommenen Foto

Foto: Kirsten Heer

Die freie Theatergruppe zeigt sich beeindruckt von der Klimaschutzaktivistin und hat das Stück „Vor unserer Haustür...“ aktualisiert.

Haseldorf/Neuendeich.  Annabell Andreas und Michael Leye sind begeistert von der Schülerbewegung Fridays for Future. „Ausgesprochen gute Sachen“ machen die beiden Theatermacher aus Haseldorf bei den Klimaschutzaktivisten aus. Besonders beeindruckt sind sie von der Vorkämpferin der mittlerweile weltweit agierenden Bewegung, Greta Thunberg. „Dieses kleine Mädchen formuliert so toll“, sagt der Regisseur und Schauspieler des Pantheaters. „Sie gibt uns Power.“

Kraft, die die freie Theatertruppe in die Wiederaufnahme des Stückes „Vor unserer Haustür...“ investiert. Vor zwei Jahren feierte das selbst erarbeitete Stück bereits Premiere. Jetzt wird es in leicht überarbeiteter Form und mit Verweisen auf die aktuelle klimapolitische Auseinandersetzung wieder gezeigt. Das „multimediale Spektakel über unsere Gegend“ ist am 6. und 7. Dezember in der Fahrradscheune Früchtenicht in Neuendeich zu sehen.

Multimediales Spektakel

Denn das Stück passt bestens in die aktuelle Umweltdiskussion, weswegen auch Nabu-Aktivisten das einzige professionelle Theater im Kreis Pinneberg zur Wiederaufnahme gedrängt haben. „Ein multimediales Spektakel über unsere Gegend“ haben Annabell Andreas und Michael Leye es genannt. Der Umgang des Menschen mit der Natur steht im Mittelpunkt. Das große Thema wird im Kleinen am Beispiel der Elbmarschen verhandelt.

Ein mehrjähriger Entstehungsprozess ging dem Stück voraus. Es begann mit einer szenische Lesung, die auf der Novelle „Der Heiland der Tiere“ von Prinz Emil von Schoenaich-Carolath basiert. Der „Dichter-Prinz“ und Haseldorfer Gutsherr hat Ende des 19. Jahrhunderts darin die Entwicklungsgeschichte eines jungen Bauern beschrieben. Prinz Emil lotet das Verhältnis zwischen der Nutzung der Tiere durch den Menschen und dem Schutz der in der Landwirtschaft geknechteten Kreatur aus. Der Romantiker beschäftigt sich in seinem Werk häufig mit ethischen und religiösen Themen.

Es soll poetisch und sinnlich werden

Es folgten umfangreiche Recherche, Interviews und Filmaufnahmen zwischen Elmshorn und Wedel, Uetersen und Pinneberg. Landwirte und Naturschützer, Bewohner und Gäste der Region kommen zu Wort. Das Erlebte und Gefilmte wurde zu einem 90-minütigen Theaterwerk verarbeitet. Ein Stück Heimatkunde mit politischer Brisanz also? „Vor unserer Haustür...“ soll mehr sein. Es ist poetisch und sinnlich, bietet neben dem Dichter-Prinzen auch Texte von Storm und Rilke, Musik und Gesang, Schauspiel und Videos.