Gesundheitsgefahr

250 Ellerhooper Haushalte sind ohne Trinkwasser

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Leitungswasser läuft in ein Glas (Symbolbild).

Leitungswasser läuft in ein Glas (Symbolbild).

Foto: Lukas Schulze / picture alliance/dpa

In Ellerhoop ist der Mangangehalt in den Trinkwasserbrunnen zu hoch. Kreis Pinneberg verhängt ein Nutzungsverbot.

Ellerhoop.  250 Haushalte in Ellerhoop müssen seit drei Tagen ohne Trinkwasser auskommen. Grund ist ein zu hoher Mangangehalt. „Der Kreis hat die Nutzung des Wassers für Lebensmittelzwecke verboten“, so der Kreissprecher Oliver Carstens. Es dürfe weder getrunken noch zum Kochen oder zur Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt werden, für alle anderen Zwecke schon.

Lieferant ist die Wassergenossenschaft Ellerhoop, die einzige ihrer Art im Kreis. Seit 2004 betreibt die rein ehrenamtlich geführte Gesellschaft ein kleines Wasserwerk mit zwei Brunnen am Thiensener Weg. In einem war im September eine Verkeimung aufgefallen, die inzwischen auf eine Dichtung zurückgeführt werden konnte. Die Sanierung begann am 20. Oktober. „Normalerweise nutzen wir die Brunnen im täglichen Wechselbetrieb“, so Peter Kohl, Vorstandsmitglied der Genossenschaft.

Seit Beginn der Reparatur stehe aber nur ein Brunnen zur Verfügung. Als Folge bleibe nicht mehr genügend Zeit für die unterirdische Aufbereitung, bei der mit Hilfe von Sauerstoff Mangan aus dem Wasser entfernt wird. „Dadurch ist der Manganwert im Wasser langsam angestiegen“, so Kohl weiter.

Anwohner soll Wasser im Supermarkt kaufen

Bereits seit Ende September, als die Verkeimung festgestellt wurde, mussten die Ellerhooper ihr Wasser abkochen. Am 15. November wurde der Grenzwert von 0,2 Mikrogramm pro Liter erreicht, sodass der Kreis das Trinkwasser für Säuglinge und Kleinkinder sperren ließ. Am Montag fiel dann auch der Grenzwert von 1,0 Mikrogramm pro Liter, als Folge ist bis auf weiteres jegliche Trinkwassernutzung untersagt. Die Kunden wurden am Montag per E-Mail oder Postwurfsendung darüber informiert.

„Wir empfehlen allen Betroffenen, auf gekauftes Wasser aus dem Supermarkt zurückzugreifen“, so Kreissprecher Carstens. Laut Vorstandsmitglied Kohl gibt es für die Wassergenossenschaft aktuell keine Möglichkeit, den Mangangehalt zu senken. Trinkwasser von außerhalb für eine Durchmischung zu beschaffen, scheiterte daran, dass zunächst oberirdische Leitungen verlegt werden müssten und diese zudem nicht frostsicher seien. Eine oberirdische Filterung könne auch nicht realisiert werden, weil dazu riesige Gefäße notwendig wären, für die der Platz auf dem Gelände des Wasserwerks fehlen würde.

Aktuell ist der reparierte Brunnen laut Kohl im Spülbetrieb. Er werde täglich beprobt, um festzustellen, ob eine Keimfreiheit gewährleistet ist. Kohl: „Sobald das der Fall ist, geht der Brunnen wieder ans Netz und die Werte werden sich schnell verbessern.“ Er hofft, dass spätestens in zwei Wochen das Wasser wieder ohne Einschränkungen nutzbar sein wird. „Wir überlegen natürlich, wie wir solche Probleme in Zukunft vermeiden können“, so Kohl weiter.

Zuletzt waren 2016 coliforme Keime im Ellerhooper Trinkwasser entdeckt worden. Damals reichte es aus, das Waser abzukochen. Das ist diesmal anders. Mangan ist als Spurenelement wichtig für Knochen, Bindegewebe und Stoffwechsel. Allerdings kann es in hohen Konzentrationen giftig wirken, sodass der Kreis nun handeln musste.

( kol )

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