Pinneberg
Holm/Hamburg

Unter dem Radar – Wenn Frauen auf der Straße leben

Susanne Groth, freie Journalistin aus Holm, hat den Verein Leben im Abseits gegründet. der sich für Obdachlose einsetzt.

Susanne Groth, freie Journalistin aus Holm, hat den Verein Leben im Abseits gegründet. der sich für Obdachlose einsetzt.

Foto: Anne Dewitz

Journalistin Susanne Groth aus Holm, Gründerin des Vereins Leben im Abseits lädt zu einer Veranstaltungsreihe über Obdachlosigkeit in Hamburg.

Holm/Hamburg. Journalistin Susanne Groth aus Holm recherchierte zwei Jahre lang in der Obdachlosenszene. In ihrem Buch „Unter dem Radar – Leben und Helfen im Abseits“, das am 10. Oktober erschienen ist, vermittelt die 56-Jährige anhand berührender Interviews und eindrücklicher Porträtfotos einen Einblick in die Obdachlosigkeit in Hamburg. Zu Wort kommen aber auch Sozialarbeiter, Einrichtungsleiter und Polizeibeamte, die sich auf der Reeperbahn als bürgernahe Beamte um die Gefallenen kümmern.

Um Obdachlosen zu helfen, gründete Susanne Groth gemeinsam mit sechs Mitstreitern im November 2017 den Verein Leben im Abseits. Der Verein will über Obdachlosigkeit aufklären, über die unterschiedlichen Hilfsangebote für Obdachlose informieren, die Zusammenarbeit nachhaltig tätiger Einrichtungen in der Obdachlosenhilfe fördern und Berührungsängste im Umgang mit Obdachlosen abbauen. „Wir führen Kampagnen und Projekte, Lesungen, Ausstellungen und Projekttage an Schulen durch“, sagt sie. „Mit unserem Sozialfonds leisten wir schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe, um obdachlose Menschen bei der Rückkehr ins Regelsystem zu unterstützen.“ Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie den Annemarie-Dose-Preis 2019 für innovatives Engagement vom Hamburger Senat. Nun lädt der Verein zu der Veranstaltungsreihe „Hamburger Dialoge über Obdachlosigkeit – Leben auf der Straße“ ein. Los geht es am heutigen Freitag, 22. November, um 19 Uhr. Das Dialogthema an diesem Abend lautet: „Obdachlose Frauen – unauffällig und besonders gefährdet“.

Susanne Groth berichtet von ihren Erfahrungen, zeigt Fotografien und vermittelt berührende Einblicke in das Leben obdachloser und bedürftiger Menschen. Gemeinsam mit Andrea Hniopek, Leiterin des Caritas-Containerprojekts für Frauen in Hamburg, gibt sie eine umfassende Aufklärung über das professionelle Hilfesystem in der Hansestadt, vermittelt einen Überblick über das Tätigkeitsfeld professioneller Akteure der Obdachlosenhilfe und stellt Möglichkeiten der zivilen Unterstützung und Hilfeleistung dar. „Wir möchten Hemmschwellen und Bedenken im Umgang mit Hilfsbedürftigen abbauen und einen respektvollen Umgang mit ihnen fördern“, sagt Susanne Groth. Denn eines sei sicher – die Maschen des sozialen Netzes würden immer größer, Bedürftigkeit werde zunehmen.

Die Veranstaltungsreihe „Hamburger Dialoge über Obdachlosigkeit“ umfasst insgesamt fünf Termine jeweils an einem Freitag in den Monaten November 2019 bis März 2020. Mit je einem Gast aus professionellen Einrichtungen der Obdachlosenhilfe werden brisante Themen wie „Leben auf der Straße – Ein Alltag voller Gefahren, „Aus dem Leben eines Streetworkers“, „Armut und Gesundheit: Medizinische Hilfe für Obdachlose“ und „Alltag in einer Tagesstätten-Einrichtung“ erörtert.

Die Dialogreihe am Freitag, 22. November, beginnt um 19 Uhr in der GWA St. Pauli, Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 12, in Hamburg. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.