Pinneberg
Kreis Pinneberg

Minister Buchholz hofft 2020 auf Planungsrecht für die S 21

HVV-Geschäftsführer Dietrich Hartmann (l.) und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz.

HVV-Geschäftsführer Dietrich Hartmann (l.) und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz.

Foto: Burkhard Fuchs / Burkhard Fuchs/Michael Schick

Von 2025 an könnten die ersten Elektrozüge von Eidelstedt über Quickborn nach Kaltenkirchen fahren. Aber es gibt Widerstand.

Kreis Pinneberg.  Im kommenden Jahr soll der Planfeststellungsbeschluss für das 115-Millionen-Euro-Projekt baureif sein, von 2025 an könnten die ersten Elektrozüge als S 21 von Eidelstedt über Quickborn nach Kaltenkirchen auf der elektrifizierten AKN-Strecke fahren. Das hat Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) jetzt bei einer Diskussionsveranstaltung in Kaltenkirchen angekündigt.

Doch die Gegner der S-Bahn werden wohl alle Rechtsmittel einlegen, um das von ihnen nicht gewollte Verkehrsprojekt vor ihrer Haustür zu verhindern. Jedenfalls musste sich Minister Buchholz ein ums andere Mal der heftigen Widerrede der Interessensgemeinschaft Nahverkehr erwehren, die mit gleich drei Vorstandsmitgliedern zu der Veranstaltung gekommen waren, zu der der CDU-Wirtschaftsrat neben Minister Buchholz auch AKN-Vorstand Wolfgang Seyb und Hamburgs Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD) eingeladen hatte.

Bürgerinitiative sieht sich zur Klage gezwungen

Hauptvorwurf von IG-Sprecher Stefan Grawitter: „Wir sind gesprächsbereit. Aber Ihr Ministerium führt den Dialog nicht mit uns, sodass uns nur das Klagerecht bleibt.“ Dieser Einschätzung widersprachen Minister Buchholz und AKN-Chef Seyb entschieden. Schließlich habe er selbst mit den Vertretern der BI, als die sich noch nach der Bahnstraße in Ellerau benannte, getroffen, betonte Buchholz. Daraus sei dann die Entscheidung gereift, auf den zweigleisigen Ausbau zwischen Quickborn und Ellerau zu verzichten und das Planfeststellungsverfahren noch mal aufs Neue zu beginnen. Da hätte er sich jetzt von den Gegnern ihrerseits mehr Entgegenkommen gewünscht, sagte Minister Buchholz. Und AKN-Chef Seyb betonte, dass die AKN als Vorhabenträger für die Bahn-Elektrifizierung im Rahmen des ja noch laufenden, erneuten Planfeststellungsverfahrens die Einsprüche und Anregungen der S-Bahn-Gegner berücksichtigen werde. „Dazu werden bald die Planungsunterlagen erneut verschickt, und es wird einen neuen Erörterungstermin geben.“

4500 Passagiere nutzen die Strecke täglich

Minister Buchholz ist überzeugt davon, dass eine S-Bahn-Verbindung attraktiv für alle Anwohner entlang der AKN-Strecke wäre – vor allem deshalb, weil die Fahrgäste auf dem Weg in die Hamburger Innenstadt nicht mehr in Eidelstedt umsteigen müssten. Auch wenn sich die Fahrgastzahlen dann immer noch in Grenzen hielten, sagte Buchholz. Denn selbst bei einer Verdopplung von derzeit etwa 4500 Fahrgästen am Tag auf der jetzigen AKN-Strecke würde dies noch längst nicht an jene 30.000 Fahrgäste herankommen, die jeden Tag von Elmshorn und Pinneberg aus nach Hamburg führen. Wegen der zum Teil überlasteten Bahnstrecke sei im Kreis Pinneberg das dritte und vierte Bahngleis so wichtig, so Minister Buchholz.

Für Hamburgs Staatsrat Rieckhof ist das S-21-Projekt „eine gute Sache. Auf Hamburger Gebiet besteht seit einem Jahr vollständiges Planungsrecht.“ Das erhofft er sich auch bald für den Bau einer S 4, „die hoffentlich irgendwann bis nach Elmshorn fahren wird“.