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Wie die Elmshorner Königstraße wurde, was sie ist

Hochbetrieb in der Königstraße, 1971 noch für den Autoverkehr offen: die März-Aufnahme im Elmshorn-Kalender 2020.

Hochbetrieb in der Königstraße, 1971 noch für den Autoverkehr offen: die März-Aufnahme im Elmshorn-Kalender 2020.

Foto: Stadtarchiv Elmshorn

Elmshorn-Kalender für das Jahr 2020 zeigt die Entwicklung der Einkaufsstraße anhand von Bildern aus den der Zeit von 1950 bis 1970.

Elmshorn.  Die Straße ist rappelvoll. Dass die Gehwege so schmal sind, mag diesen Eindruck verstärken. Menschen schleppen ihre Einkäufe, drängen sich vor Schaufenstern und Ladentüren, mutmaßlich ist es Sonnabendvormittag. Am linken Fahrbahnrand nehmen die Autos viel Raum ein: BMW 1600er, Alfa Romeo 1750, Peugeot 404 und was man so alles fährt. Elmshorn, Königstraße. Es ist das Jahr 1971. Das letzte, in dem hier Autos fahren; 1972 wird die Fußgängerzone eingeweiht.

Die Aufnahme stammt aus dem Stadtarchiv, sie ist eines der Motive im neuen Elmshorn-Kalender, der sich der Haupteinkaufsstraße widmet. Von kommendem Mittwoch an ist er erhältlich. Die Fotos erinnern alle an die Zeit, als die Königstraße noch eine stark befahrene Hauptverkehrsstraße war. Unter anderem mit dem vermutlich ersten Zebrastreifen Elmshorns, der 1953 von zwei Männern mit Pinsel und Farbe per Hand aufgetragen wird, während der Linienbus (mit britischen Besatzungskennzeichen) nach Seestermühe mitten durch diese aus heutiger Sicht abenteuerliche Baustelle fährt. Der Betrachter sieht auch Fassaden mit Reklameschildern, wie sie für die 50er-, 60er- und 70er-Jahre typisch waren. Und erkennt Geschäfte wie das Modehaus Ramelow auf einem Bild von 1957 wieder, die auch heute noch fest dazugehören zu Elmshorn. Die Texte zu den Bildern stammen von Jens Gatzenmeier, Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung des Stadtarchivs Elmshorn. Der Verein hat den Kalender auch zusammengestellt.

Erhältlich ist er in der Flora-Apotheke in der Schulstraße 25. Deren Inhaber Sönke Kehrhahn freut sich auf die Verteilung. Er sagt: „In Zeiten, die zunehmend globaler und digitaler werden, schafft der Kalender emotionale Verbundenheit mit unserer Stadt. Dafür engagieren wir uns gern.“ Und fügt an: „Wir sollten wissen, woher wir kommen, wenn wir wissen wollen, wohin wir gehen.“

Für den Kalender wird kein Verkaufspreis erhoben, jedoch wird um eine freiwillige Spende in Höhe von mindestens zwei Euro gebeten. Die Druckauflage liegt bei 2500 Exemplaren.