Pinneberg
Gewaltprävention

Kreis Pinneberg setzt Anti-Mobbing-Allianz fort

Andreas Susczyk (Awo, v. l.), Silvia Stolze (Kreis), Tobias Annen (Jugendhilfe) und Jutta Wedemann (Wendepunkt) wissen Rat.

Andreas Susczyk (Awo, v. l.), Silvia Stolze (Kreis), Tobias Annen (Jugendhilfe) und Jutta Wedemann (Wendepunkt) wissen Rat.

Foto: Laura Wilken / HA

Projekt seit 2008: Die Träger der Gewaltprävention im Kreis Pinneberg bekommen auch im Jahr 2020 Fördergeld in Höhe von 319.0000 Euro.

Elmshorn. Auch im kommenden Jahr unterstützt der Kreis Pinneberg die Träger der Gewaltprävention mit einem hohen Geldbetrag. Seit 2008 besteht die Kooperation, bei der es um Mobbing-Prävention geht. Wie berichtet, steigt der Bedarf.

Die Träger bekommen zusammen 319.000 Euro jährlich. „Die Gewaltprävention in Pinneberg ist etwas ganz Besonderes, sie ist bundesweit einzigartig“, sagt Silvia Stolze, Leiterin des Teams Prävention und Jugendarbeit in der Kreisverwaltung.

Durch die Unterstützung des Kreises ist es den Trägern möglich, in Schulen zu gehen und Präventionsarbeit zu leisten. Dabei wird zwischen der Primär- und der Sekundärprävention unterschieden. „Die Primärprävention sind Regelangebote von uns, die sich an alle Schüler richten. Die Sekundärprävention hingegen kommt bei konkreten Anlässen zum Einsatz“, sagt Stolze. Ein Drittel aller Schulprojekte seien dabei anlassbezogen. In den zurückliegenden Jahren sei der Bedarf an Sekundärprävention deutlich gestiegen.

Insbesondere das Thema Cybermobbing stellt die Experten und die Lehrer vor eine große Herausforderung. „Es läuft oft verdeckt ab und ist deswegen so schwierig zu verfolgen“, sagt Andreas Susczyk, Leiter der Gewaltprävention der Awo Schleswig-Holstein. Vor ein paar Jahren starteten die Experten mit Medienprojekten ab der siebten Klasse. Heutzutage ist das jedoch viel zu spät. „Früher mussten wir den Jugendlichen noch erklären, was Chats überhaupt sind“, sagt Susczyk.

Viele Lehrer kommen dabei an die Grenzen ihrer Kapazität. Aus diesem Grund fordern bereits viele einen Themenblock der Gewaltprävention während der Lehrerausbildung. „Das ist zwingend erforderlich. Immer mehr Lehrer sind mit Gewalt konfrontiert und völlig überfordert“, sagt Julia Wedemann vom Verein Wendepunkt. Aus diesem Grund stellt der Kreis Pinneberg Lehrern Angebote zur Verfügung, die sie als Präventionskoordinatoren ausbilden sollen.

Laut den Experten gehen die Schulen mit dem Thema Mobbing immer offener um und beteiligen sich an der Gewaltprävention. In den vergangenen Jahren haben sich bereits 95 Schulen als Präventionsschule auszeichnen lassen.

Noch vor dem Anti-Mobbing-Tag am 2. Dezember lädt der Kreis Pinneberg zur Veranstaltungsreihe „Gewalt im System Schule“ ein. Eingeladen sind Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter und Schüler ab der achten Klasse, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und neue Impulse für das gemeinsame Schulleben entwickeln sollen. Nähere Informationen finden sich im Internet unter der Adresse antimobbingtag-sh.de.

Veranstaltung: Di 12.11., Mo 18.11. u. 25.11., Anmeldung unter s.stolze@kreis-pinneberg.de oder 04121/4502-3459