Pinneberg
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Waldenau hat jetzt eine eigene Musikschule

Hinten (v.li.) Nadine Rönnebeck, Martin Rönnebeck, Direktorin Bettina Plenz und Annette Avé-Lallement. Vorn Leon (Gitarre) und Freya (Schlagzeug).

Hinten (v.li.) Nadine Rönnebeck, Martin Rönnebeck, Direktorin Bettina Plenz und Annette Avé-Lallement. Vorn Leon (Gitarre) und Freya (Schlagzeug).

Foto: Katja Engler

In der Schülerschule hat die Appenerin Nadine Rönnebeck eine Zweigstelle ihrer Musikschule eröffnet. Schwerpunkt: Pop.

Pinneberg.  Die Schülerschule Waldenau hat wieder eine Musikschule. Die junge Sängerin und Musikerin Nadine Rönnebeck, die bereits in Appen, wo sie wohnt, mit Erfolg eine private Musikschule betreibt und gerade ein Kind zur Welt gebracht hat, hat jetzt in Waldenau eine Dependance eröffnet. Vor ein paar Tagen hat sie den Waldenauer Betrieb aufgenommen und bis jetzt sechs Schülerinnen und Schüler gewonnen.

Im bescheiden möblierten Unterrichtsraum, den auch die Musiklehrer der Schule nutzen, stehen ein Schlagzeug, diverse Gitarren, ein Keyboard und ein paar rote Cajons bereit zum Ausprobieren. Die Schulleiterin Bettina Plenz sieht in dem neuen Angebot einen allseitigen Nutzen für Schule und Musikschule und „einen ganzen Aufbruch im Stadtteil“, weil sie sich auf neue Konzerte und Kulturprojekte freut.

Annette Avé-Lallement ist in der Schule zuständig für die Koordination des Nachmittagsangebotes. Sie erzählt, dass einige Kinder schon Wochen vor der Eröffnung des Musikschulraumes Schlange gestanden hätten, um sich eine Stunde Gitarrenunterricht zu sichern: „Die haben gewartet, dass es endlich losgeht.“ Das neue Angebot sei in jedem Fall eine Bereicherung des offenen Ganztages, „viele Schüler haben Lust und bringen eine Begabung mit“. Improvisationstanz und ein Spieleabend war bereits zuvor angeboten worden.

225 Kinder besuchen die Schülerschule, die sich in privater Trägerschaft befindet. Sie hat einen Inklusions-Schwerpunkt, weshalb sich Annette Avé-Lallement besonders über das neue Angebot freut, das, wie sie hofft, neue Projekte, Ideen und Feste entstehen lässt. In Appen geben die Musikschüler bereits regelmäßig Vorstellungen, auch im Pinneberger Weihnachtsdorf wollen sie im Dezember auftreten.

Eine halbe Stunde Einzelunterricht wöchentlich kostet 69 Euro im Monat, Schüler, die im Rahmen der Nachmittagsbetreuung unterrichtet werden, zahlen nur 30 Euro. Zur Wahl stehen Gesang, Klavier, Keyboard, Schlagzeug, Cajon, Gitarre und Bass. Demnächst kommt vielleicht noch Geigenunterricht dazu. Da der Schwerpunkt aber beim Pop liegt, kommt der womöglich nicht zustande. Alle Lehrkräfte sind studierte Berufsmusiker mit Bühnenerfahrung, Nadine Rönnebeck ist mit der britschen Popband „Right Said Fred“ getourt, hat mit Drafi Deutscher und Helene Fischer gearbeitet. Der Musicaldarsteller Martin Rönnebeck, der mit der Leiterin nicht verwandt ist, hat zum Beispiel schon diverse Chöre geleitet und tritt regelmäßig im Hamburger Schmidts Tivoli auf.

„In Appen funktioniert die Musikschule schon super“, sagt Nadine Rönnebeck, die dort rund 100 Mitglieder gewonnen hat, seit sie im Jahr 2010 mit dem Musikschulexperiment begann. Sie selbst unterrichtet Gesang, Klavier und Gitarre. Überwiegend seien die Privatstunden dort Pop-orientiert, und das soll auch in Waldenau so sein: „Das wird gut funktionieren, weil hier viele junge Leute wohnen“, sagt Rönnebeck.

Beethoven, Bizet und Brahms scheinen also bei den Jugendlichen der Gegend out zu sein. Oder doch nicht? „Wenn jemand es wünscht, unterrichten wir natürlich auch gern klassisch“, sagt Rönnebeck. Bei den Jugendlichen, die zu ihr in die Schule kämen, sei das aber nicht mehr so gefragt.