Pinneberg
Elmshorn/Itzehoe

Prozess: Angeklagter räumt Vergewaltigung ein

Der Eingang zum Landgericht in Itzehoe (Symbolbild).

Der Eingang zum Landgericht in Itzehoe (Symbolbild).

Foto: Carsten Rehder / picture alliance / dpa

Zwei Afghanen sollen in Elmshorn eine betrunkene 19-Jährige missbraucht haben. Einer der beiden hat am ersten Verhandlungstag gestanden.

Elmshorn/Itzehoe. Der Angeklagte hat ein Redebedürfnis. „Das, was vorgefallen ist, will ich hinter mir lassen. Ich will an einen anderen Ort gehen“, erzählt Mojtaba M. den Richtern am Landgericht Itzehoe. Aktuell kann der 19-jährige Afghane seinen Aufenthaltsort nicht frei wählen. Er sitzt in Untersuchungshaft – wie auch sein mitangeklagter Landsmann Shubab S. (25). Der Vorwurf: eine gemeinschaftlich begangene Vergewaltigung.

Was am 23. Mai diesen Jahres in der Wohnung des Mitangeklagten an der Elmshorner Mühlenstraße vorgefallen ist, arbeitet seit Montag die Jugendkammer auf. Der erste von sechs geplanten Verhandlungstagen gehörte Mojtaba M., der stundenlang den Richtern seine Sicht der Ereignisse schilderte – übersetzt von einem Dolmetscher. Die Details, die in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft aufgeführt worden sind, bestätigte er dabei im Wesentlichen.

Er hat die Ereignisse dieser Nacht ausgelöst, weil er das 19 Jahre alte Opfer mit in die Wohnung brachte. „Ich wollte ihr eigentlich helfen“, sagt der Angeklagte. Er schildert den Richtern, wie er die junge Frau kurz zuvor am Elmshorner Bahnhof kennengelernt habe. Sie habe Alkohol konsumiert, sei bereits stark angetrunken gewesen und mehrfach fast gestürzt. Er habe mit ihr vor Ort noch ein Bier getrunken und ihr dann angeboten, sich in der nahe gelegenen Wohnung des Bekannten etwas auszuruhen.

Dort habe sich die junge Frau schließlich auf das Bett gelegt, nachdem sie zuvor mit ihm und seinem Bekannten weiteren Alkohol konsumiert und sich in der Folge mehrfach übergeben habe. Er sei müde gewesen und habe sich neben sie gelegt, jedoch zunächst nichts gemacht. „Shubab sagte, ,Du kannst es nicht, geh’ da weg, ich mache das‘“. Er habe dann dem Freund den Platz im Bett neben der Betrunkenen überlassen. Der habe dann begonnen, die junge Frau an intimen Stellen zu berühren.

„Wir haben dann gemeinsam ihre Hose und ihr T-Shirt ausgezogen, so fing das an. Erst tat er etwas mit ihr, danach habe ich das gemacht“, sagt Mojtaba M. Er wisse jetzt, dass das keine gute Tat war, so der Afghane weiter. Und beide hätten auch nicht aufgehört, als ihr Opfer sich habe erneut übergeben müssen. „Wir wussten, dass sie nicht einverstanden war, dass es nicht einvernehmlich war. Wir haben trotzdem weitergemacht.“

Im Anschluss habe sein Bekannter ihm aufgetragen, das betrunkene Mädchen hinauszuwerfen. Sie hätten dann auch die Wohnung verlassen, sich zuerst in einer Spielhalle und später bei einem Freund versteckt. Als sie später zur Tatwohnung zurückgekehrt seien, sei alles voller Polizei gewesen. „Ich habe gesehen, wie Shubab festgenommen worden ist.“ Ihm sei die Flucht gelungen. Er sei dann mit der Regionalbahn nach Pinneberg gefahren, wo er seine Freundin getroffen habe. „Wir wollten zum Frauenarzt, um zu gucken, ob sie schwanger ist.“

Später sei er dann gemeinsam mit ihr zur Tatwohnung zurückgekehrt, weil er dort sein Handy vergessen habe. Dort sei auch er festgenommen worden. Die Freundin habe ihn verlassen, nachdem sie von dem Vorfall erfahren habe, so Mojtaba M., der sich bei dem Opfer entschuldigt. Die Frau hat beim nächsten Prozesstag das Wort. Der Mitangeklagte will zunächst nicht aussagen.