Pinneberg
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Einbruch bei Optiker: Brillendieb bricht Hauswand auf

Durch dieses Loch an der Rückseite des Hauses kam der Täter.

Durch dieses Loch an der Rückseite des Hauses kam der Täter.

Foto: Katja Engler

Beim Pinneberger Optiker Mott sind alle teuren Sonnenbrillen gestohlen worden Durch ein Loch in der Mauer verschaffte sich der Täter zutritt.

Pinneberg.  Ungewöhnlich skrupellos ist ein Unbekannter in der Nacht zu Montag in das Optikergeschäft Mott am Rübekamp in Pinneberg eingebrochen. Statt, wie vor einem Jahr schon einmal geschehen, durch die Fensterscheibe, verschaffte sich der Einbrecher Zutritt, indem er ein Loch in die Backsteinwand auf der Rückseite des alten Hauses brach. Gestohlen wurden mehr als 150 hochwertige Sonnenbrillen der teuren Marken Ray Ban, Chanel, Cartier und Lindberg, aber nur rund 15 Korrekturbrillen. Das Wechselgeld in der Kasse hat der Dieb ebenfalls mitgenommen.

Der Inhaber des Geschäfts, Diplom-Optiker Florian Mott, geht davon aus, dass seine Versicherung für den Schaden aufkommt, den er sehr grob auf 30.000 Euro schätzt. „Am Ende rüsten wir noch stärker auf, um die Räume zu sichern. Da entstehen erhebliche Folgekosten, das ist kein Kavaliersdelikt“, sagt er.

Ein sorgfältig geplanter Diebstahl sei das gewesen, da ist sich Mitarbeiterin Elke Splisteser, die seit 51 Jahren bei Optik Mott arbeitet, sicher. Sie kennt das „Überfall-Gefühl“ schon vom vergangenen Jahr und bleibt beherrscht: Beim ersten Mal war es brutaler. Da war alles blutverschmiert, weil die Täter durch die Eingangstürscheiben gekommen sind und sich verletzt haben“, sagt die Optikerin.

Der Täter trägt mindestens Schuhgröße 44

Das Loch auf der Rückseite des Hauses, das der Spurensicherer der Polizei gerade ausmisst, ist ziemlich eng. Nur ein sehr schlanker Mensch kann sich dort hindurchzwängen. Die sandigen Fußabdrücke auf dem roten Teppich vor dem Brillenregal sind aber groß, mindestens Schuhgröße 44. „Das ist ungewöhnlich, dass jemand für einen Diebstahl eine Wand durchbricht“, sagt der Spurensicherer, der dabei ist, alle Beweise zu dokumentieren. „Es wurde auch versucht, den Rollladen vor einem zugeschraubten Fenster daneben hochzuschieben“, hat er festgestellt. Der Mann sichert nicht nur, was Laien sofort ins Auge fällt, sondern auch alles, was DNA-Spuren verspricht, also scheinbar Unauffälliges.

Was die Kameras im Geschäft festgehalten haben, wird noch ausgewertet. Mott sagt, der Mann sei am Montag um 4.55 Uhr eingebrochen. Inzwischen ist die kaputte Wand wieder zugemauert und verbarrikadiert worden.

Vor einem Jahr räumten vier Vermummte den Laden leer

Bereits im Sommer vergangenen Jahres haben vier vermummte Einbrecher bei Mott Optik die Regale leer geräumt. Und schon da stahlen sie ausschließlich hochwertige Sonnenbrillen. Folglich hatten auch sie den Laden vorher genau auskundschaftet. In 45 Sekunden hatten sie damals zusammengerafft, was sie haben wollten, und waren verschwunden. Einer der vier Täter wurde danach geschnappt und zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt.

Florian Mott, der den Laden in dritter Generation führt, hat eine teure Alarmanlage einbauen lassen, die auch scharfgestellt war. Ausgelöst hat sie trotzdem nicht. „Die haben sehr sauber gearbeitet“, sagt Astrid Büsing, die ebenfalls als Optikerin in dem Geschäft arbeitet. Sie macht sich erst mal an das Naheliegende: Staubsaugen, aufräumen, neue Brillen aus dem Lager einsortieren: „Ich gehe davon aus, dass die Versicherung einspringt“, sagt sie noch.

Ein EInbruck konnte mittels DNA-Analyse teilweise geklärt werden

Der Einbruch vom 27. Juli 2018 konnte durch DNA-Analyse der Blutspuren zumindest teilweise aufgeklärt werden. Die Ermittlungen führten zu einem 28 Jahre alten Litauer, einem von damals insgesamt vier Tätern. Beim Verfahren am 9. Mai dieses Jahres vor dem Schöffengericht Itzehoe räumte der Mann ohne festen Wohnsitz in Deutschland die Tat ein, wollte seine Komplizen jedoch vorher nie getroffen haben. Es habe sich um zwei Russen und einen Landsmann von ihm gehandelt.

Gemeinsam seien sie aus Hamburg mit dem Zug nach Pinneberg und vom Bahnhof mit Fahrrädern zum Tatort am Rübekamp gefahren, wo sie die Türscheibe mit einem Holzbalken eingeschlagen hätten. Er habe Geld gebraucht und für seine Teilnahme 1000 Euro erhalten. Der Angeklagte, der bereits zweimal wegen Diebstählen vorbestraft war, wurde zu 15 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Das Urteil wurde rechtskräftig, der Mann sitzt die Strafe derzeit ab.

Unterdessen will Optiker Florian Mott das Video, das seine Kameras vom aktuellen Einbruch gemacht haben, in Kürze ins Internet stellen: „Mal gucken, ob jemand den Täter erkennt. Er war nicht maskiert.“