Pinneberg
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Ausstellung: Wenn Kunst auf Industrie trifft

Bettina Jungmann (v.l.), Gudrun Probst, Christiane Schedelgarn, Martin Musiol, Renate Fürst, Gabriele Siebert-Hansen, Andrea Koopmann, Marion Heckmann  

Bettina Jungmann (v.l.), Gudrun Probst, Christiane Schedelgarn, Martin Musiol, Renate Fürst, Gabriele Siebert-Hansen, Andrea Koopmann, Marion Heckmann  

Foto: Anne Dewitz

Die Mitglieder der Künstlergilde Kreis Pinneberg haben sich mit dem Thema Papier beschäftigt. Das Ergebnis ist nun in der Drostei zu sehen.

Pinneberg. Die Jahresausstellung steht an. Alle Mitglieder der Künstlergilde Kreis Pinneberg präsentieren von diesem Sonnabend, 19. Oktober, an bis Sonntag, 3. November, in der Drostei in Pinneberg neue Werke aus und über Papier. Fast zwei Jahre haben die Künstler zu dem Thema gearbeitet: Papier als Gebrauchsobjekt, als Informationsträger, als Industriematerial und als Werkstoff.

Was als Buchprojekt mit der IHK Elmshorn und der Papier- und papierverarbeitenden Industrie in den Kreisen Pinneberg und Steinburg begann, haben die Künstler fortgesetzt zu einer facettenreichen Auseinandersetzung mit dem Thema. Was sonst nur ein Werkstoff ist, eine Unterlage, auf der Kunstwerke entstehen, rückt plötzlich in den Mittelpunkt und wird Gegenstand von Reflektion. 14 Künstler – darunter drei neue Mitglieder – präsentieren 25 Kunstwerke aus dem Bereich Malerei, Skulptur und Fotografie.

„Die IHK stellte die Kontakte zu zwei Papierfabriken her, der Feldmuehle in Uetersen und Steinbeis in Glückstadt“, sagt Christiane Schedelgarn, Vorsitzende der Künstlergilde. „Wir trafen auf engagierte Mitarbeiter, die uns freundlich informierten, die die kleinen Künstlergruppen durch ihre Räume führten und die Arbeitsabläufe erklärten. Wir haben so viel gehört, gesehen, gelernt und wurden inspiriert.“ Zurück in ihren Ateliers wurden die Ideen in Bildern, Fotos und Skulpturen verarbeitet. Das arbeiten sei ein anderes gewesen, habe die Gruppe der Künstler noch enger zusammen gebracht, so Schedelgarn. Trotz des eng gesteckten Themas Papier seien ganz unterschiedliche Werke herausgekommen.

So hat Gabriele Siebert-Hansen beispielsweise ein Foto von einem Boot bearbeitet, das einem Papierschiffchen nachempfunden ist – eine Aktion des Hamburger Abendblatt aus dem Jahr 2012. „Das Foto habe ich mit einem Laserdrucker kopiert, spiegelverkehrt beschichtet und bemalt wie in der Glasmalerei“, sagt Siebert-Hansen, die in diesem Jahr neu zur Künstlergilde stieß. Das kam dann auf eine beschichtete Leinwand. „Danach habe ich das Papier abgerubbelt.“

Christiane Schedelgarn arbeitete Werbebroschüren der Papierfabriken in ihre Bilder mit ein und übermalte sie in mehreren Schichten mit Acrylpigmenten. Andere Künstler wie Bettina Jungmann oder Reinhardt Lau wählten Papier als Motiv ihrer Malerei, sei es in Form von Büchern oder Toilettenpapier. Andere stellten den Ursprung des Papiers – Bäume – in den Mittelpunkt ihrer Arbeit, setzten sich mit der industriellen Herstellung auseinander oder widmeten sich dem Thema Zeitungen.

Der Gilde pflegt auch Kontakte zu Künstlern im Ausland

Die Künstlergilde wurde 1951 als erster Zusammenschluss bildnerischer Künstler im Kreis Pinneberg gegründet. Die Mitglieder möchten die bildnerische Kunst im Kreis und in der Umgebung fördern, innerhalb der Gilde rege Gedanken und Er­fahrungen austauschen, mit Ausstellungen das kulturelle Leben bereichern und auch Kontakte zu Künstlern im Ausland pflegen.

Zusammen mit der Landdrostei hat die Künstlergilde 1996 die Regionalschau ins Leben gerufen. Sie findet alle vier Jahre statt. Zur letzten Regionalschau 2017 waren auch Kunstschaffende aus Dänemark eingeladen. 223 Künstler hatten 660 Werke eingereicht, die Jury hat daraus ausgewählt und eine Ausstellung zusammengestellt. Im Ausschuss wurden die Exponate im dänischen Haderslev gezeigt.

Anlässlich der Jahresausstellung der Künstlergilde erschien das Buch „Papier. Kunst trifft Industrie“ mit Fotos der Arbeiten, Informationen rund um die Künstlergilde, Geschichten und Anekdoten in Zusammenarbeit mit der IHK Elmshorn. Das Buch kann für 20 Euro während der Vernissage vor Ort erworben werden oder auch in der Pinneberger Buchhandlung Bücherwurm, Dingstätte 24.

Vernissage: Sa 19.10., 16 Uhr, Drostei, Dingstätte 23, in Pinneberg, Finissage: So 3.11., 16 Uhr, die Künstler sind anwesend, Eintritt frei