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Rekord: Zahl der Pendler im Kreis steigt auf 102.000

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Die Zahl der Berufspendler im Kreis Pinneberg hat einen Höchststand erreicht.

Die Zahl der Berufspendler im Kreis Pinneberg hat einen Höchststand erreicht.

Foto: dpa Picture-Alliance / Axel Heimken / picture alliance/dpa

Bundesinstitut verzeichnet starken Anstieg. Gewerkschaft fordert mehr bezahlbaren Wohnraum und Investitionen in die Infrastruktur.

Kreis Pinneberg. Die Zahl der Berufspendler im Kreis Pinneberg hat einen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr rund 102.000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises – das sind 32 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte der Kreis noch rund 77.000 sogenannte Auspendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Gewerkschafter Ralf Olschewski spricht von einem „alarmierenden Trend“. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort sind in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Holstein. Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Kreis Pinneberg mittlerweile gang und gäbe, so Olschewski. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“ Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2-Emmissionen auf das Konto des Verkehrs.

Mehr bezahlbarer Wohnraum müsse geschaffen werden

Die IG BAU warnt vor einer Zunahme der Pendlerzahlen, sollte sich das Wohnen noch weiter vom Arbeiten entfernen. Nötig sei eine „drastische Wende“ in der Wohnungsbaupolitik. „Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen. Es fehlen vor allem Wohnungen im sozialen und im bezahlbaren Segment“, so Olschewski. Massive Investitionen seien auch im Bereich der Infrastruktur unverzichtbar, um Pendler zu entlasten. „Vor allem beim Schienen-, Straßen- und Radwegenetz ist der Nachholbedarf groß“, sagt Olschewski. Einen entscheidenden Beitrag gegen den „Pendel-Frust“ könnten zudem die Firmen leisten – indem sie es ihren Beschäftigten leichter machen, in Gleitzeit oder im Home-Office zu arbeiten.

( HA )

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