Pinneberg
Barmstedt

Die Reise ihres Lebens auf der Schlossinsel Rantzau

Die Malerin und Bildhauerin Karin Weißenbacher im Kreise ihrer Tonfiguren

Die Malerin und Bildhauerin Karin Weißenbacher im Kreise ihrer Tonfiguren

Foto: Burkhard Fuchs

Menschen, Kinder und Mutter Natur sind das Thema der Künstlerin Karin Weißenbacher, die erstmals eigene Werke zeigt.

Barmstedt. Die Werke anderer Künstler hat sie in 25 Jahren, die sie das Galerie-Atelier III im alten Gerichtsschreiberhaus auf der Rantzauer Schlossinsel führt, viele gezeigt. Nun stellt die Malerin und Bildhauerin Karin Weißenbacher ihre eigene Kunst aus. „Entrevista“ heißt die Schau der gebürtigen Brasilianerin, die am kommenden Sonnabend, 19. Oktober, eröffnet wird.

„Ich möchte, dass die Besucher in einen Dialog mit den Kunstwerken treten und auch untereinander ins Gespräch kommen“, erklärt sie den portugiesischen Titel ihrer Ausstellung. „Ich zeige Bilder und Skulpturen, die ich in den letzten beiden Jahren angefertigt habe“, sagt Karin Weißenbacher.

Die Natur als Mutter aller Lebensformen

Menschen, Kinder und immer wieder die Natur haben es ihr dabei vor allem angetan. „Die Natur ist für mich die Mutter aller Lebensformen“, beschreibt die Künstlerin eine Quelle ihrer Inspiration. Auch heimische Tiere wie Schafe am Wattenmeer der Nordsee und Kinder sind für sie gefundene Eingebungen.

So zieren in der Galerie drei große Gemälde die Wände, die Kinder, „Infanten“, mit großen staunenden Augen darstellen. Ein goldener Streif ziert wie ein Heiligenschein ihre Häupter. Doch mit einer religiösen Aussage habe das nichts zu tun, betont Weißenbacher. Das Blattgold soll die kosmische Verbindung symbolisieren, über die gerade Kinder in ihrer naiven Unschuld verfügten. Sie zitiert damit die barocke Kunst früherer spanischer Hofmaler, die so ihre fotorealistischen Porträts gestaltet haben.

Tonfiguren stehen für die Reise des Lebens

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Gruppe von 30 Ton-Figuren, die sie „Reisende im Dialog“ nennt. Die Figuren, bei 1200 Grad gebrannt und bis zu 40 Zentimeter hoch, stehen wie Menschen und Fahrgäste auf einem Bahnsteig, ohne dass sie eine direkte Verbindung einzugehen scheinen. Sie stünden für ihre Lebenseinstellung, für ihre Lebenserfahrung. „Ich stelle mir vor, dass wir ja in unserem Leben auch auf einer Art Reise sind“, so die Künstlerin. Die gebürtige Brasilianerin ist in Deutschland aufgewachsen, wo auch heute ihre Tochter und Enkel leben.

Insgesamt 42 Exponate sind bei dieser Ausstellung zu sehen, die bis zum 1. Dezember läuft. Vor allem ihre menschlichen Köpfe wirken dabei oft seltsam, surreal - wie nicht von dieser Welt. Wie jener Kopf eines lächelnden Jünglings, aus dessen Haaren Vögel wie aus einem Nest herauszufliegen scheinen. Der habe aber keinen Vogel, erklärt die Künstlerin. Im Gegenteil. So stelle sie sich den „Gedankenflug“ eines Menschen vor, der plötzlich eine tolle Idee hat.

Kunstausstellung: „Entrevista“ mit Werken von Karin Weißenbacher, Galerie-Atelier III, Schlossinsel Rantzau, Barmstedt. 19. Oktober bis 1. Dezember. Eintritt: frei. Eröffnung: Sonnabend, 19. Oktober, 15 Uhr mit Bossa-Nova-Live-Musik