Pinneberg
Weltmädchentag

Pinneberg – eine Stadt sieht am Freitag Pink

Auch im vergangenen Jahr erstrahlte die Fassade der Drostei in Pinneberg zum Weltmädchentag pinkfarben.

Auch im vergangenen Jahr erstrahlte die Fassade der Drostei in Pinneberg zum Weltmädchentag pinkfarben.

Foto: Matthias Walenda

Auch im vergangenen Jahr erstrahlte die Fassade der Drostei in Pinneberg zum Weltmädchentag pinkfarben. Das steckt hinter der Aktion.

Pinneberg.  Zum Weltmädchentag am Freitag erstrahlt die Drostei in Pinneberg in Pink – als eines von kaum mehr als 50 architektonisch bedeutenden Gebäuden in Deutschland. Denn Akteurinnen aus dem Kreis beteiligen sich an der internationalen Beleuchtungsaktion. Um 17 Uhr geht das Licht an. Unter dem Motto „Eroberung des öffentlichen Raumes“ gibt es kreative Aktionen, darunter eine Fotoaktion und Workshops für Mädchen.

Der Internationale Mädchentag (International Day of the Girl Child) wurde von den Vereinten Nationen 2011 ernannt. „Mit diesem Tag werden die Mädchenrechte weltweit gestärkt und sichtbar gemacht“, sagt Tinka Frahm, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Pinneberg. Weltweit gehen 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule. „Die Gründe hierfür sind vielfältig: Armut, Gewalt und Diskriminierung durch patriarchische Traditionen. So wird jedes dritte Mädchen in Entwicklungsländern vor seinem 18. Geburtstag verheiratet“, sagt Deborah Azzab-Robinson, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pinneberg. „Ehe und Schwangerschaft bedeuten oftmals das Ende von Schulbildung und Entwicklungschancen“.

Überall auf der Welt werden Gebäude und Wahrzeichen in Pink erstrahlen

Auch in Ländern, in denen Mädchen die gleichen Rechte wie Jungen haben, gibt es Nachholbedarf: „In Deutschland haben Mädchen noch keine gleichen Teilhabechancen auf allen gesellschaftlichen Ebenen“, meint Hannah Gleisner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Quickborn. „Sie erhalten im Durchschnitt weniger Taschengeld als Jungen und haben trotz oftmals besserer Bildungsabschlüsse schlechtere Aussichten auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz“. Außerdem seien Mädchen und Frauen signifikant höher von Gewalt betroffen.

„Mit der Eroberung des öffentlichen Raumes mit einer Fotoaktion und Workshops zum Thema Körperwahrnehmung und Akzeptanz setzen wir gemeinsam ein Zeichen für gleiche Rechte: weltweit“, sagt Hannah Schmidtpott vom Geschwister-Scholl-Haus in Pinneberg.

In der ganzen Welt werden am 11. Oktober repräsentative Gebäude und Wahrzeichen in Pink erstrahlen. Initiiert wird die internationale Beleuchtungsaktion von der Kinderhilfsorganisation Plan International. Geschäftsführerin Maike Röttger sagt: „Gleichberechtigung darf kein Schlagwort bleiben.“

Rathaus Altona, Holthusenbad und St. Petri machen auch mit

Im Norden Deutschlands werden in Hamburg das Rathaus Altona, das Holthusenbad in Eppendorf und die Hauptkirche St. Petri sowie das Büro von Plan International Deutschland erleuchtet. In Lübeck strahlen das Holstentor, das Europäische Hansemuseum, das Buddenbrookhaus sowie möglicherweise die Musik- und Kongresshalle. Außerdem pink werden das Rathaus in Kappeln sowie das Schloss in Schwerin, Sitz des Landtages von Mecklenburg Vorpommern, und in Bremerhaven das Kühlhaus von Frosta. Weitere berühmte Gebäude in ganz Deutschland: das Opernhaus in Hannover, der Berliner Funkturm, der Schlossturm in Düsseldorf sowie das Karlstor in München.

Und eben die Drostei in Pinneberg. „Als Kulturzentrum des Kreises Pinneberg sind wir bei der Aktion am Weltmädchentag gern dabei “, sagt die künstlerische Leiterin der Stiftung Landdrostei, Stefanie Fricke.