Pinneberg
Kreis Pinneberg

Aus Alt mach Neu: Die besten Ideen aus Pinneberg

Beim ersten Upcycling-Wettbewerb des Kreises Pinneberg galt es, aus vermeintlichem Abfall einen neuen nützlichen Gegenstand zu machen.

Kreis Pinneberg.  Ein Gemälde aus Hausmüll? Klorollenhalter aus Feuerlöschern? Neue Jeans aus alten Fundstücken? Klingt komisch, ist aber so – und trifft den Zeitgeist. Denn wenn es ein Gebot der Stunde gibt, dann lautet es: Klimaschutz, Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit. Nicht erst seit der Fridays-for-Future-Bewegung sind vor allem junge Menschen stark an jeder Form des Weltverbesserns interessiert. Dazu zählt auch, Müll zu vermeiden, Sachen wiederzuverwerten und die Wegwerfkultur hinter sich zu lassen. Kurzum: Aus Alt mach Neu!

Unter diese Losung hat der Kreis Pinneberg in diesem Jahr auch die Premiere eines Schülerwettbewerbs zum Thema Upcycling gestellt. Das Motto: Wiederverwertung statt Abfalleimer. Oder: Das ist Kunst und kann auf keinen Fall weg. Bevor etwas achtlos weggeworfen wurde, waren Kindergartengruppen, Schulklassen, Jugendorganisationen und Vereine mit Mitgliedern im Alter von fünf bis 18 Jahren aufgerufen, aus vermeintlichem Müll etwas Neues zu schaffen. Mit erstaunlichen Ergebnissen. Die Einsendungen der 27 Teilnehmer waren mal genäht, mal gebastelt, mal gebaut, mal gemalt, aber immer inspirierend.

Die Altstadtschule Wedel etwa hatte die Idee, aus aufgeschnittenen Tetrapacks Nistkästen und kleine Kräuertöpfe herzustellen: Nest oder Erde rein – fertig! Im Pinneberger Jugendtreff Club Nord haben sie aus alten Gläsern neue Kerzen gemacht. Wachs und Docht rein – fertig! Die Quickborner Pfadfinder wiederum sägten aus alten Euro-Paletten neue Sitzbänke, ein Sonnendeck und eine hübsche runde Sitzgelegenheit um die Feuerstelle. Und die Erstplatzierten der James-Krüss-Schule auf Helgoland haben aus alten Deoroller-Kugeln Haargummis und andern Schmuck hergestellt, haben ihre Schränke durchsucht und Vogelhäuschen aus den Fundstücken gezimmert oder alte Plastikflaschen zu Mini-Gewächshäusern für Radieschen umgebaut.

Jury bewertete auch die Präsentation des Ganzen

Wie anhand dieser Beispiele deutlich wird, hatte die Jury bei der Bewertung keinen einfachen Job. Deshalb gab es nur eine einzige Vorgabe: Aus einem alten, ausgedienten Gebrauchsgegenstand musste ein neuer, nützlicher Gegenstand werden. Und es gab einen klaren Kriterienkatalog, um persönliche Vorlieben auszuschließen.

Bewertet wurden das Ausgangsmaterial, die Praxistauglichkeit, die Kreativität, die Nachhaltigkeit sowie die Präsentation des Ganzen. „Gern hätten wir allen Einsendern einen Preis verliehen“, sagt Organisator Marko Hoffmann vom Bürgerservice des Kreises Pinneberg. Am Ende mussten sich die Juroren aber für fünf Gewinner bei den Gruppeneinsendungen und zwei Sonderpreise entscheiden.

Den größten Einfallsreichtum bei den kleinen Erfindern legten neben dem Sieger, der James-Krüss-Schule, die Flex-Maßnahme der GuGS in Pinneberg, die Erich-Kästner-Schule in Elmshorn, die Gemeinschaftsschule Rugenbergen und die „Nähtanten“ an den Tag. Die kreativste Idee kam von der Waldjugend aus Barmstedt (siehe Fotos). Und die beste Einzeleinsendung erreichte den Kreis von Laureen-Zoe Ulka – das Porträt einer Schildkröte aus Müll.