Verkehrsunfälle

Wo es im Kreis Pinneberg am häufigsten kracht

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Arne Kolarczyk
Immer wieder kommt es zu Autounfällen an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/ Elmshorner Straße in Pinneberg.

Immer wieder kommt es zu Autounfällen an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/ Elmshorner Straße in Pinneberg.

Foto: Katja Engler

Der interaktive Unfallatlas zeigt alle Unfälle mit Personenschäden an und bildet ab, welche Straßen gefährlich sind. Eine Übersicht.

Kreis Pinneberg.  Vorfahrtsmissachtung sowie Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren: Das sind laut der Polizei die Hauptunfallursachen. 7522 Verkehrsunfälle haben die Beamten 2018 im Kreis Pinneberg bearbeitet – das entspricht 8,2 Prozent aller in Schleswig-Holstein registrierten Unfälle. Wo genau es im Kreis Pinneberg gekracht hat und welche Schwerpunkte es gibt, können Interessierte beim interaktiven Unfallatlas mitverfolgen. Dabei handelt es sich um einen Service der Statistikämter, der auf den Daten der Polizei basiert. Nach der jüngsten Aktualisierung sind nun Daten für die Jahre 2016, 2017 und 2018 abrufbar.

Der Unfallatlas zeigt die genauen Geokoordinaten sämtlicher Unfälle mit Verletzten, abgebildet mit roten Punkten. Einfache Blechschäden bleiben ausgenommen. Per Mausklick können nähere Informationen abgerufen werden, etwa ob Autos, Fahrräder oder Fußgänger involviert waren. Auch wird aufgelistet, ob Menschen leicht, schwer verletzt oder auch getötet wurden. 1194 Unfälle mit Verletzten nahm die Polizei 2018 im Kreisgebiet auf, dabei wurden 1301 Personen leicht und 113 weitere schwer verletzt. Acht Verkehrstote waren zu beklagen, darunter drei Fußgänger, ein Autofahrer, drei Motorradfahrer sowie eine Nutzerin eines Pedelec.

Meisten Unfälle passieren kreisweit in Elmshorn

Die meisten Unfälle passierten kreisweit in Elmshorn. Dort krachte es 1499-mal, für die Beamten aufnahmepflichtig waren 303 Unfälle. Als gefährliche Straße gilt laut dem Unfallatlas die Trasse Wittenberger Straße/Hamburger Straße, die von der A 23 in die Innenstadt führt. Sie fällt mit sechs Unfällen mit Personenschäden in die zweithöchste Kategorie. Aber auch die Kreuzung Wittenberger Straße/Köllner Chaussee (fünf Unfälle mit Personenschäden), der Kreisverkehr Köllner Chaussee/Langelohe (vier) und den Bereich Gerberstraße/Wedenkamp (drei) werden als gefährlich benannt.

Thorsten Buchwitz, Leiter des Polizeireviers Elmshorn, nennt noch zwei weitere Unfallschwerpunkte. Die Kreuzung Hamburger Straße/Agnes-Karll-Allee/Hans-Böckler-Straße mit sechs Unfällen sowie den Kreisverkehr Adenauerdamm/Ramskamp mit fünf Unfällen. In diesen Zahlen sind, anders als beim Unfallatlas, auch Blechschäden enthalten. „Wir als Polizei differenzieren da nicht“, sagt Buchwitz. Aussagen über Unfallhäufungen in Elmshorn zu machen sei schwierig, so der Polizeichef weiter. „Die Daten ändern sich sehr stark von Jahr zu Jahr aufgrund der vielen Baustellen.“

So sei die Wittenberger Straße (alte B 5), eine Trasse mit vielen Unfällen, 2017 über neun Monate wegen eines Brückenbaus gesperrt gewesen. In diesem Jahr sei nun die Hamburger Straße, die 2018 als gefährliche Straße benannt war, wegen einer Leitungs- und Fahrbahnsanierung seit Mai auf einem 731 Meter langen Teilstück betroffen. Die Umleitung führe über die Wittenberger Straße, die dadurch stärker belastet werde.

Unfallschwerpunkt: Kreuzung Elmshorner Straße/Hochbrücke

Die Stadt mit den zweitmeisten Unfällen im Kreis ist Pinneberg, wo die Polizisten deswegen 1104-mal ausrückten. 880-mal blieb es bei kleineren Blechschäden, sodass die Polizei die Unfalldaten nicht aufnahm. In 138 Fällen kam es zu Personenschäden. „Laut unserer Statistik gab es 149 Leichtverletzte, acht schwer verletzte Personen und ein Todesopfer“, so Pinnebergs Revierleiter Matthias Wieske. Der Unfallatlas gibt für die Kreisstadt als gefährliche Punkte die Friedrich-Ebert-Straße an, wo sich neun Unfälle mit Verletzten ereignet haben, sowie den Kreisverkehr an der Saarlandstraße (sechs Unfälle mit Verletzten).

„Das ist ein kleinerer Kreisverkehr mit rundum verlaufenen Fußgängerüberwegen, das ist für Autofahrer möglicherweise etwas unübersichtlich“, sagt Wieske. Fünfmal sei es beim Einbiegen von Autos in den Kreisverkehr zu einem Unfall gekommen, in allen Fällen seien Radfahrer oder Fußgänger verletzt worden. Der sechste Fall betreffe einen Auffahrunfall, wobei der vordere Wagen bei der Einfahrt in den Kreisverkehr plötzlich abgebremst habe.

Der Revierleiter hält die Kreuzung Elmshorner Straße/Hochbrücke für einen Unfallschwerpunkt der Stadt, wo es laut seiner Auswertung im vergangenen Jahr zehn Unfälle (zwei Schwer-, acht Leichtverletzte) gab. Darunter seien fünf Fahrradunfälle, drei Abbiegeunfälle unter Beteiligung von Autos sowie zwei Pkw-Unfälle beim Spurwechsel. Ein weiterer Problembereich sei die Kreuzung Thesdorfer Weg/Richard-Köhn-Straße/An der Raa, wo die Beamten sieben Unfälle aufnehmen mussten.

Weiterer Unfallschwerpunkt liegt in Wedel

Vier Unfälle verzeichnet die polizeiinterne Statistik für die Einmündung Friedrich-Ebert-Straße/Bismarckstraße. Fünfmal kam es an der Einmündung Elmshorner Straße/Prisdorfer Straße zu Unfällen. Vier davon passierten beim Abbiegen, es gab vier leichtverletzte Personen. „Wenn man bedenkt, welche Blechlawinen sich täglich durch Pinneberg quälen, haben wir eigentlich nicht viele Unfälle“, so der Revierleiter. Allerdings sei natürlich „jeder Unfall einer zu viel“.

Laut dem Unfallatlas liegt mit der Rissener Straße ein weiterer Unfallschwerpunkt in Wedel. In Halstenbek ist der Bereich der Hartkirchener Chaussee zwischen Bahnhof- und Friedenstraße benannt, in Schenefeld die Altonaer Chaussee von der Einmündung Lornsenstraße bis zur Landesgrenze. In Quickborn und Bönningstedt gilt die B 4 (Kieler Straße) als ein Problembereich.

Der Unfallatlas

Die Internetadresse, unter der der interaktive Unfallatlas abrufbar ist, lautet www.unfalltalas.statistikportal.de – wer sie in den Browser eingibt, landet auf der Startseite. Zu sehen ist zunächst eine Deutschlandkarte, auf der alle Bundesländer abgebildet sind, die sich beteiligen. Oben rechts befindet sich eine Suchfunktion, mit der eine Adresse oder eine Ortschaft herausgefiltert werden kann.

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