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So soll Helgolands neue Hafenpromenade aussehen

Neue Lampen, neue Bänke und neues Pflaster sollen das Südostufer des Binnenhafens vor den Hummerbuden deutlich aufwerten.

Neue Lampen, neue Bänke und neues Pflaster sollen das Südostufer des Binnenhafens vor den Hummerbuden deutlich aufwerten.

Foto: Tewis

Die Inselhäfen werden für insgesamt 64 Millionen Euro saniert. Der Binnenhafen soll das dabei touristische Zentrum Helgolands werden.

Helgoland.  Bepflanzte Grüninseln, steinerne Bänke und ein neues, einladendes Pflaster: Der Binnenhafen auf Helgoland wird in den kommenden zwei Jahren sein Gesicht verwandeln: weg vom reinen Versorgungshafen, hin zu mehr touristischer Attraktivität. Auf den nun erstmals präsentierten Entwürfen für das Südost- und Südwestufer ist zu erahnen, dass vor den bunten Hummerbuden bis zum Frühjahr 2021 eine Art Flanierpromenade entstehen soll.

Eingebettet ist die Modernisierung des Binnenhafens in die 64 Millionen Euro teure Gesamtsanierung der vier Insel-Häfen. Nachdem die Versorgung inzwischen über den 2016 fertiggestellten, sogenannten Helgolandkai im Vorhafen abgewickelt wird, ist nun Raum für die Fremdenverkehrsentwicklung des Binnenhafens. Dabei soll aber weiterhin die Funktion als Anleger erhalten bleiben. Liegeplätze für Börteboote, Seebäderschiffe oder die Schiffe des Alfred-Wegener-Instituts sind fest eingeplant. Auch die Versorgung der benachbarten Düne mit der „Hein Blöd“ wird über den Binnenhafen organisiert.

Die schwierigen Sanierungsarbeiten am Binnenhafen hatten im Oktober 2018 mit der Kampfmittelsondierung begonnen. Insgesamt wurden seitdem 59 Sprengkörper, Zünder oder Munitionsreste aus dem Gebiet entfernt. Erst im Juli konnte die Räumung der Altlasten abgeschlossen werden, sodass jetzt mit den eigentlichen Arbeiten an den Kaimauern und Hafenanlagen begonnen werden konnte.

Der Umbau hat das klare Ziel, den Binnenhafen künftig sowohl gewerblich, als auch touristisch nutzen zu können. Richtung Wasserkante wird die Oberfläche deshalb für den Passagierverkehr und den Frachtumschlag neu gepflastert. Der hintere Bereich des Südostufers soll den Aufenthalt für Gäste und Insulaner mit Grünflächen und Sitzelemente angenehmer machen.

Der inzwischen sehr löchrige Holzbohlensteg am Südwestufer wird in den kommenden zwei Jahren bis zur Hafenstraße verbreitert. Die alten Planken werden gegen neue Eichenbohlen und Sitzmöglichkeiten getauscht. Dabei handelt es sich aber nicht um eine reine Schönheitskur, wie Peter Singer von der Hafenprojektgesellschaft Helgoland sagt. Die Gemeinde Helgoland komme mit dem Umbau auch ihrer Verkehrssicherungspflicht nach. Das Süd-Ost-Ufer etwa war stark „abgängig“, massives Absacken in der Hafenanlage wurde festgestellt. Insofern war Handeln geboten.

Notwendig wurden die Planungen auch, weil Helgoland den Binnenhafen im Jahr 2010 schon „stark sanierungsbedürftig“ vom Bund übernehmen musste, sagt Peter Singer. Zumal in der damaligen Annahme, dass der Hafen frei von Kampfmitteln sei. Seither haben sich die Kosten für die Modernisierung aller Hafenanlagen aber enorm gesteigert. Allein die Kampfmittelbeseitigung war kompliziert und teuer – wie die lebensnotwendige Aufrechterhaltung der Hafeninfrastruktur als Versorgungsader für die 1400 Helgoländer im Allgemeinen.

Und diese Entwicklung hört laut Singer nicht im Binnenhafen auf. Insgesamt befinden sich mit dem Nordosthafen, dem Dünenhafen, dem Binnenhafen und dem Helgolandkai im Vorhafen vier Anlagen im Eigentum der Gemeinde. Ebenfalls sanierungsbedürftig seien dabei Teile des Dünenhafens, des Nord-Ost-Hafens, der Landungsbrücke und des Nord-Ost-Bohlwerks. Es könne also sein, sagt Singer, dass die Sanierung der Helgoländer Häfen über das Jahr 2021 hinaus andauern wird. Konkrete Planungen gebe es dafür aber noch nicht.

Dafür hat sich die Gemeinde auf die Fahnen geschrieben, ihre seit drei Jahren stetig wachsenden Touristenzahlen noch weiter zu steigern. Im vergangenen Jahr besuchten 392.000 Gäste Deutschlands einzige Hochseeinsel. Für dieses Jahr sei das Knacken der 400.000er-Marke das Ziel, hatte Tourismusdirektor Lars Johannson gesagt. Ein kleiner Baustein dabei sei auch die „Aufwertung des Segeltourismus“, sagt Peter Singer. Eine neue Heimat für Hobbyskipper sei der Plan.

Neue Marina soll mehr Komfort für die Segler bieten

Die bisherige „Helgoländer Marina“ im Südhafen, betrieben vom Wassersportclub Helgoland, entspreche mit ihren 120 Plätzen nicht mehr den Anforderungen der Segelgemeinschaft, die inzwischen großen Wert darauf lege, eigene Liegeplätze mit Stromversorgung zu haben und ordentliche sanitäre Anlagen vorzufinden. Deshalb soll perspektivisch eine neue Marina im Nord-Ost-Hafen gebaut werden.

Die Pläne mit fast 160 Liegeplätzen sind aber vorerst verworfen worden. Denn die nautischen Anforderungen an das Manövrieren der Motorboote und Segelschiffe an diesem Anlegeplatz lassen nur 120 bis 130 Liegeplätze zu. Zumal auch der Nord-Ost-Hafen nicht kampfmittelfrei sein dürfte. Deshalb rechnen die Planer auch dort mit baulichen Herausforderungen, die Planung und Bauausführung begleiten. Für weitere Sanierungen gibt es derzeit noch keine Beschlüsse der Helgoländer Politik.

„Helgoland steht vor der großen Herausforderung, als Inselgemeinde seine eigenen Hafenanlagen instand zu halten und sanieren zu müssen“, resümiert Peter Singer. „Denn ohne intakte Häfen kann die Insel keine Wirtschaft betreiben und wäre quasi von der Außenwelt abgeschnitten.“