Pinneberg
Bauarbeiten

Elmshorns Verkehrsschlagader wird voll gesperrt

Die Hamburger Straße in Elmshorn wird saniert und dafür bis Jahresende voll gesperrt. Noch läuft der Verkehr einspurig.

Die Hamburger Straße in Elmshorn wird saniert und dafür bis Jahresende voll gesperrt. Noch läuft der Verkehr einspurig.

Foto: Anne Dewitz

Stadt plant bei der Sanierung der Hamburger Straße um, damit die Arbeiten möglichst noch vor dem Winter beendet sind.

Elmshorn.  Die Hamburger Straße ist eine der wichtigsten Verbindungen innerhalb der Stadt Elmshorn. Seit April diesen Jahres wird der Abschnitt zwischen Adenauerdamm/Langelohe und Hainholzer Damm saniert und ist deshalb halbseitig gesperrt. Damit das Projekt noch in diesem Jahr abgeschlossen werden kann, soll die Haupteinfallstraße aus Richtung Autobahn 23 von Montag, 23. September, an voll gesperrt werden. Darüber haben am Dienstag das städtische Flächenmanagement und das Amt für Stadtentwässerung informiert.

„Eine Vollsperrung der Hamburger Straße ist nach aktuellem Kenntnisstand die einzige Möglichkeit, einer über mehrere Monate ruhenden Winterbaustelle entgegenzuwirken“, sagt Lars Bredemeier, Zweiter Stadtrat. „Es wird sich dadurch nicht nur die Bauzeit in erheblichem Maße verringern, es ergibt sich auch eine nicht ganz unerhebliche Kostenersparnis.“ Die genaue Höhe könne allerdings nicht beziffert werden.

Der Kanal sollte mit einer Erdrakete gesprengt werden

Nicht nur Schmutz- und Regenwasserkanäle werden modernisiert, auch Abwasserzweckverband und Stadtwerke erneuern bei dieser Gelegenheit ihre Leitungen. Der ursprüngliche Plan sah vor, den ersten Bauabschnitt in diesem Jahr abzuschließen. Dann kam es beim Abwasserzweckverband zu Verzögerungen. Der Plan sah vor, die alten Rohre mithilfe einer Erdrakete zu sprengen und gleichzeitig neue Leitungen unterirdisch in den Hohlraum zu schießen – ein neues Verfahren, das in Elmshorn bislang noch nicht angewandt wurde, wie Rebekka Ahlborn-Sennholz von der Stadtentwässerung sagt. „Leider wurde dann festgestellt, dass die Rohre mit Beton ummantelt waren“, sagt die Ingenieurin. Der Einsatz dieses zeitsparenden Verfahrens war damit nicht mehr möglich.

Dieser zeitliche Verzug soll nun wieder wettgemacht werden – wenn das Wetter mitspielt. „Mit der Vollsperrung kann gleichzeitig die Fahrbahn in höherer Qualität, nämlich ohne Quernähte, hergestellt werden“, erklärt Malte Schmidt vom Flächenmanagement. Bis zum 20. Dezember soll die Sperrung dann spätestens wieder aufgehoben werden. „Danach schließen die Asphaltwerke.“ Nun hoffen alle Beteiligten, dass ihnen das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht. Sollte sich die Sanierung witterungsbedingt ins neue Jahr ziehen, wird die Vollsperrung zwischenzeitlich aufgehoben.

Vollsperrung klingt insbesondere für Autofahrer erst einmal nach zeitraubenden Umleitungen und Stau. Doch Bredemeier sieht in der Maßnahme klare Vorteile für alle Verkehrsteilnehmer. „Nicht nur die Kraftfahrzeuge können die Hamburger Straße absehbar wieder uneingeschränkt befahren. Die Geh- und Radwege können somit schneller wieder freigegeben werden, und die Straßenbeleuchtung ist dann rechtzeitig zur dunklen Jahreszeit fertiggestellt.“ Auch die Feuerwehr, mit der die Maßnahme abgesprochen wurde, begrüße diese Beschleunigungsmaßnahme ausdrücklich. „Der Betrieb der Feuerwache Süd wird selbstverständlich auch während der Vollsperrung aufrechterhalten.“

Gesamtprojekt kostet 8,4 Millionen Euro

Für das gemeinsame Projekt ziehen der Abwasserzweckverband, die Stadtwerke und die Stadtentwässerung Elmshorn sowie das städtische Flächenmanagement an einem Strang. Unterirdische Leitungen und Kanäle sollen ersetzt, im Anschluss die ohnehin sanierungsbedürftige Straße samt Geh- und Radwegen komplett erneuert werden. Auch die Ampelanlagen werden überholt. Investition: insgesamt 8,4 Millionen Euro. Da es sich um eine Bundesstraße handelt, trägt der Bund einen Großteil der Kosten für den Straßenbau. Die vom Bund getragenen Kosten für den ersten Sanierungsabschnitt belaufen sich auf etwa 2,3 Millionen Euro. Es bleibt ein städtischer Eigenanteil in Höhe von 450.000 Euro für moderne Ampeln und die Verbreiterung und Sanierung des Geh- und Radweges. Der wird gepflastert. Wann es 2020 dann mit dem zweiten Bauabschnitt auf der Hamburger Straße losgeht, steht noch nicht fest. „Wir steigen jetzt in die Planung ein“, sagt Bredemeier.

Die Umleitung wird über den Steindamm, Mühlendamm, Kaltenweide und die Wittenberger Straße führen.