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Wie Elmshorns Politiker die Bürgermeisterwahl bewerten

Sonntagabend: Volker Hatje (Mitte) verfolgt mit Unterstützern die Bekanntgabe der Wahlergebnisse im Collegiumssaal des Elmshorner Rathauses.

Sonntagabend: Volker Hatje (Mitte) verfolgt mit Unterstützern die Bekanntgabe der Wahlergebnisse im Collegiumssaal des Elmshorner Rathauses.

Foto: Anne Dewitz

Mehr Durchsetzungskraft, enger Gedankenaustausch, stärkerer Bürgerbeteiligung von Volker Hatje gewünscht. Ergebnis ist amtlich.

Elmshorn.  Es ist amtlich. Der Gemeindewahlausschuss, der am Montagabend im Elmshorner Rathaus zusammengekommen ist, hat das vorläufige Wahlergebnis von Sonntag bestätigt. Volker Hatje (parteilos) hat die Wahl mit fast 68 Prozent gegen seine vier Herausforderer gewonnen und bleibt für die nächsten sechs Jahre an der Spitze der Verwaltung. Von insgesamt 39.344 Wahlberechtigten stimmten 10.014 für den 58-Jährigen. 2681 Stimmen gingen an den Grünen-Kandidaten Tafin Ahsbahs (30). Thomas Philipp Reiter (FDP, 51) bekam 1197 Stimmen und Jonas Stiefel (Die Partei, 21) 711. Für Uwe Graw (75), der zwischenzeitlich seinen Rücktritt von der Kandidatur bekannt gegeben hatte, stimmten 195 Elmshorner. Die Wahlbeteiligung war mit knapp 38 Prozent niedrig. 63 Stimmen waren ungültig.

CDU und SPD hoffen auf weiterhin enge Zusammenarbeit

Volker Hatje war von den beiden großen Parteien CDU und SPD unterstützt worden. „Wir freuen uns sehr über das deutliche Ergebnis. Es zeigt, dass die Elmshorner hinter der verlässlichen Politik der letzten Jahre stehen, für die auch die CDU steht“, sagt CDU-Vorsitzender Nicolas Sölter. „Wir sehen deutliche Schnittmengen mit Volker Hatje. und werden jetzt mit voller Kraft den Stadtumbau umsetzen.“ Für die Zukunft wünscht sich Sölter, dass „wir noch mehr Kraft für Entscheidungen finden, nachdem wir viel und intensiv über den Stadtumbau diskutiert haben“. Die Politik müsse künftig noch mehr zu ihren Entscheidungen stehen und die Verwaltung deutliche Ansagen machen. „Ich wünsche mir noch mehr Durchsetzungskraft an der Spitze der Verwaltung und bin mir sicher, dass Volker Hatje das gelingen wird.“

Auch SPD-Ortsvorsitzende Beate Raudies freut sich über Hatjes souveränen Sieg. „Die Wahl hat gezeigt, dass es in hohem Maße auch auf Verwaltungskompetenz ankommt. Nur politische Ideen zu haben reicht nicht aus. Ich wünsche mir, dass wir den engen Kontakt, den wir im Wahlkampf hatten, beibehalten und den engen Gedankenaustausch so weiterführen und so gemeinsam gut zu Lösungen für die Stadt kommen.“

Grüne bedauern Ausgang, FDP verspricht konstruktive Zusammenarbeit

Bedauern über den Ausgang der Bürgermeisterwahl in Elmshorn äußert die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ann-Kathrin Tranziska: „Leider hat es für einen politischen Wechsel in Elmshorn nicht gereicht. Die extrem geringe Wahlbeteiligung und die Wiederwahl des amtierenden Bürgermeisters zeigen, dass es in Elmshorn keine Wechselstimmung gab.“ Sie bedanke sich bei allen Wahlhelfer sowie bei Tafin Ahsbahs, der vor der Wahl als aussichtsreicher Kandidat für eine mögliche Stichwahl gegolten hat, und seinem Team. „Sie haben im zurückliegenden Wahlkampf engagiert und energiegeladen alles gegeben. Tafin sollten wir als engagierten, klaren und bürgernahen Politiker auf dem Zettel behalten. Dem alten und neuen Bürgermeister Volker Hatje wünschen wir viel Erfolg für die vor ihm liegenden Herausforderungen.“

Pascal Mangels, FDP-Vorsitzender in Elmshorn sagt: „Für uns als FDP und für Thomas Philipp Reiter ist die Wahl enttäuschend gelaufen. Angesichts der geringen Wahlbeteiligung haben wir es nicht geschafft, die Bürger zu mobilisieren, obwohl sich Thomas Philipp Reiter sehr eingesetzt hat.“ Die FDP werde auch künftig konstruktiv mit Volker Hatje zusammenarbeiten. „Wir pflegen einen offenen Umgang miteinander. Ich hatte ihn umgehend darüber informiert, als feststand, dass wir einen eigenen Kandidaten aufstellen werden. Wir hatten uns dafür entscheiden, weil wir uns mehr Engagement und Ideen aus dem Rathaus gewünscht hatten. Hatje hat viele Wahlversprechen gemacht und muss sich nun auch daran messen lassen.“

Die Linken beglückwünschen Volker Hatje, bedauern aber die geringe Wahlbeteiligung. „Wir hoffen auf gute Zusammenarbeit, insbesondere in der Sozialpolitik“, sagt Fraktionsvorsitzender Hans-Ewald Mertens. Für die Linken stehe der soziale Wohnungsbau an erster Stelle. „Unser Leitziel ist, eine Stadt zum Wohnen und Wohlfühlen für alle Einwohner zu schaffen.“ Zudem wünschen sich die Linken mehr Bürgerbeteiligung.