Pinneberg
Kreis Pinneberg

Wie eine Ellerbekerin kranken Kindern hilft

Christian Moritz (Leiter des Jugend-Gitarren-Orchesters, v. l.), Dr. Jun Oh, Leiter der Kinder-Dialyse am UKE, Konzertorganisatorin Margit Schlüter und Urd Josch-Fulda, Leiterin des Kinder-Harfenensembles Saitenklang, freuen sich auf die Aktion im November.

Christian Moritz (Leiter des Jugend-Gitarren-Orchesters, v. l.), Dr. Jun Oh, Leiter der Kinder-Dialyse am UKE, Konzertorganisatorin Margit Schlüter und Urd Josch-Fulda, Leiterin des Kinder-Harfenensembles Saitenklang, freuen sich auf die Aktion im November.

Foto: Henrik Wendel / Hnerik Wendel

Margit Schlüter organisiert Benefizkonzerte – als Einzelkämpferin. Jetzt sammelt sie fürs Kinder-Dialyse-Zentrum am UKE.

Ellerbek. Sie hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Kindern zu helfen und sie zu unterstützen: Margit Schlüter. Die Ellerbekerin organisiert bereits zum 19. Mal ein Benefizkonzert, um Geld zu sammeln. Die Spenden kommen in diesem Jahr dem Kinder-Dialyse-Zentrum am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg zugute. „Es ist jedes Mal aufs Neue schön, etwas für Kinder zu tun. Deshalb mache ich das alles immer wieder total gerne“, zeigt Schlüter sich auch in diesem Jahr wieder voller Vorfreude. „Ich habe mich diesmal entschieden, das UKE mit den Erlösen zu unterstützen.“ Die Arbeit, die dort gemacht werde, sei einfach unglaublich. Da müsse man helfen, wo man kann, sagt Schlüter.

„Besonders berührt hat mich auch ein Gespräch mit einem kleinen Jungen, der unter einer Nierenerkrankung leidet. Er erzählte mir, wie schlecht es ihm gehe, weil er nach der Behandlung immer so müde sei. Aber auch davon, wie engagiert die Menschen versuchten, ihm diesen Weg zu erleichtern. Das hat mich zusätzlich motiviert, das Konzert zu diesem Zweck auszurichten.“

Das ganz Besondere an ihren Benefizkonzerten ist wohl, dass kein Verein oder ähnliches hinter der Organisation des Ganzen steht. Margit Schlüter ist Einzelkämpferin, kümmert sich selbst um alles von Künstlerauftritten bis hin zum Veranstaltungsort. Schon Monate vorher beginnt sie mit der Planung, investiert einen großen Teil ihrer Zeit in das Projekt. „Der Aufwand lohnt sich, da mir das alles auch total viel zurückgibt. Es macht mich einfach unglaublich glücklich, helfen zu können“, sagt sie und fügt lächelnd an: „Außerdem tut es mir persönlich auch gut, dass die Konzerte so einen großen Platz in meinem Leben eingenommen haben. Dadurch bin ich wieder viel aktiver geworden.“

Eigentlich wollte sie sich nach der 18. Ausgabe der Veranstaltung anderen Projekten widmen, doch die Geschichte der nierenkranken Kinder habe sie nicht mehr losgelassen. Also entschied sie sich dazu, auch in diesem Jahr damit weiterzumachen. „Und vielleicht gibt es im nächsten Jahr sogar ein Jubiläum, die zwei Jahrzehnte kann man dann ja auch noch voll machen“, sagt die 71-Jährige.

Früher hat Schlüter im Kinderhospiz geholfen

Als weiteren Grund für ihr Engagement führt Schlüter an, dass sie zwar selbst keine Kinder habe, aber es sehr viele Familien gebe, die Unterstützung bei der Erziehung ihrer kranken Kindern bräuchten, sodass sie es sich zur Aufgabe gemacht habe, ihnen zu helfen. Das tat sie auch vor den Benefizkonzerten schon viele Jahre lang als ehrenamtliche Helferin im Kinderhospiz Sternenbrücke.

Auch der Leiter der Pädiatrischen Nephrologie und dem KfH Nierenzentrum für Kinder und Jugendliche am UKE, Dr. Jun Oh, ist begeistert von dem Konzept: „Wir sind einfach unglaublich dankbar für diese Möglichkeit und all das Engagement, das in die Planung eingebracht wird. Die Spenden helfen uns dabei, den Kindern in unserer Einrichtung die Behandlung so angenehm zu gestalten wie es irgendwie möglich ist.“

Was genau mit dem Geld passiert, könne er jetzt noch nicht sagen, da das auch von der Höhe der Spenden abhängig sei. Es werde aber definitiv in die psychosoziale Betreuung der Patienten investiert werden. Zum Bespiel könnte damit der jährliche Wochenendausflug der Klinik finanziert werden, bei dem die Pfleger mit den Kindern verreisen um sie von all den Alltagsproblemen abzulenken. Zuletzt ging es dazu nach Köln und Freiburg.

Für dieses Jahr hat sich Margit Schlüter schon die Hilfe zweier Ensemble gesichert. Das Jugend-Gitarren-Orchester Hamburg wird unter der Leitung von Christian Moritz auftreten, außerdem ist Urd Josch-Fulda mit dem Kinder-Harfenensemble Saitenklang der Musikschule Pinneberg dabei.

Orchesterleiter unterstützen die Konzerte regelmäßig

Beide Orchesterleiter unterstützen Schlüters Konzerte nicht zum ersten Mal. Schon 2015 waren beide Musikgruppen auf der Bühne, das Gitarren-Orchester ist sogar schon zum dritten Mal dabei. Für die beiden Leiter der Musikgruppen ist es ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit, Kinder und Jugendliche zu fördern und zu unterstützen. „Dazu passt das Benefizkonzert einfach perfekt“, sagt Christian Moritz, und auch Urd Josch-Fulda steht voll hinter der Aktion. Sie sagt: „Ich finde solche Veranstaltungen einfach unglaublich wichtig. Es ist eine tolle Gelegenheit, Menschen, denen es nicht so gut geht, Freude zu schenken und das eigene Glück mit ihnen zu teilen. Das muss man einfach unterstützen.“

Das Benefizkonzert beginnt am Sonnabend, 9. November, um 16.30 Uhr in der Ellerbeker Freiheitskirche (Moordamm 43–45). Der Eintritt ist frei, allerdings werden Spenden erwartet, die dann ans Kinder-Dialyse-Zentrum gehen.