Pinneberg
Barmstedt

Verein hat viel vor mit Museum der Grafschaft Rantzau

Sie gehören dem Vorstand des Museumsvereins an: Rainer Adomat (v. l.), Ernst-Thilo Roetger, Johann-Michael Theilig, Claus-Peter Jessen, Frank Wünsche.

Sie gehören dem Vorstand des Museumsvereins an: Rainer Adomat (v. l.), Ernst-Thilo Roetger, Johann-Michael Theilig, Claus-Peter Jessen, Frank Wünsche.

Foto: Burkhard Fuchs

Der Kreis der Ehrenamtlichen übernimmt mit der Vereinsgründung die Aufgaben auf der Barmstedter Schlossinsel vom Heimatverband.

Barmstedt.  Das Museum der Grafschaft Rantzau in Barmstedt ist jetzt in festen Händen. So hat sich aus dem Kreis der ehrenamtlichen Helfer ein Museumsverein gegründet, der unter dem Vorsitz Ernst-Thilo Roetgers das Museum auf der Schlossinsel Barmstedt führen wird. Er hat bereits 19 Mitglieder. „Das ist sehr erfreulich und bedeutet eine Kontinuität bei der Museumsarbeit“, sagt Bürgermeisterin Heike Döpke erfreut.

Seit 1979 hatte Jochen Proll das Museum Rantzau auf der Schlossinsel ehrenamtlich geführt, sich aber aus Altersgründen im vorigen Jahr zurückgezogen. Spontan war der Heimatverband unter Leitung Rainer Adomats eingesprungen, um die historischen Sammlungen der Stadtgeschichte Barmstedts im ehemaligen Gerichtsschreiberhaus zu betreuen.

Dieser begann dann mit Hilfe ehrenamtlicher Mitstreiter, das Archiv zu sichten und die Sammlungen neu aufzuarbeiten. Rund 1500 Exponate seien in den Beständen gesichtet und archiviert worden. In der ersten Ausstellung ging es um die Geldmünzen der früheren Grafen Rantzau (wir berichteten).

Da der Heimatverband diese Aufgabe nur vorübergehend wahrnehmen wollte, wie Adomat erklärt, musste jetzt ein neuer Träger für das Museum gefunden werden. Zumal die Vereinbarung zwischen Stadt und Heimatverband im Mai nächsten Jahres ausläuft. Nun könnte die Stadt eine neue vertragliche Regelung mit dem Museumsverein Rantzau eingehen und sogar selbst Mitglied in dem Verein werden, sagt Bürgermeisterin Döpke. Die Verwaltungschefin selbst gehört dem Förderverein der Schlossinsel an, der sich dafür stark macht, die unter Denkmalschutz stehenden historischen Gebäude mithilfe von Landeszuschüssen zu sanieren. Das Museum brauche insbesondere neue Fenster und einen barrierefreien Zugang, erklärt Heike Döpke.

Auch inhaltlich hat der neue Museumsverein allerhand vor, kündigt Vorsitzender Roetger an. So solle die Firmengeschichte der Schuhfabrik Gabor endlich umfassend aufgearbeitet werden, die von 1949 bis 1992 in der damaligen Barmstedter Zentrale mit bis zu 1700 Mitarbeitern 30 Millionen Paar Damenschuhe produzierte.

Auch die Sammlung alter Wanduhren, die in den Beständen vorhanden seien und früher oft in den Bauernstuben hingen, soll hergerichtet und ausgestellt werden. Dies würde auch gut zur Darstellung der Historie der „guten Stuben“ passen, wie sie früher oftmals in den Häusern gang und gäbe waren und im Plattdeutschen als „Döns“ bezeichnet wurden.

Der Verein setze auf eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt Barmstedt und erhoffe sich von der Politik auch ein finanzielles Budget, um seine Arbeit machen zu können, kündigt der Vorstand an. In einem ersten Schritt hatten die ehrenamtlichen Helfer einen Betrag unterhalb von 20.000 Euro erhalten und rund 50.000 Euro an ehrenamtlicher Eigenleistung in das Museum gesteckt, erklärt Vorsitzender Roetger.

Seinen Ursprung hatte das Barmstedter Museum durch den öffentlichen Aufruf des damaligen Bürgermeisters August Christen, der im Jahr 1908 mit dem Appell „Jungs holt fest“ dazu aufrief, historische Dinge für dei Nachwelt aufzubewahren. Daraus entstand zunächst ein kleines Museum am Marktplatz und seit 1979 das im früheren Amtsgericht auf der Schlossinsel.

Das Museum der Grafschaft Rantzau ist jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet zwei Euro für Erwachsene, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt.