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Quickborn und Ascheberg: Jetzt wird’s ernst

Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl verwaltet gern andere Orte mit.

Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl verwaltet gern andere Orte mit.

Foto: Burkhard Fuchs / fuchs

Politische Gremien beider Orte beraten am selben Tag, ob sie eine Verwaltungsgemeinschaft bilden wollen. Zwei andere Städte sind mit im Rennen.

Quickborn/Ascheberg.  Die dritte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Quickborn mit der Nachbargemeinde Ellerau ist im Juli nach Angaben aller Beteiligten gut und weitgehend reibungslos über die Bühne gegangen. Nun fällt bald die Entscheidung, ob die Stadt mit dem umtriebigen Bürgermeister Thomas Köppl neben Hasloh, Bönningstedt und eben Ellerau mit der 3100 Einwohner zählenden Gemeinde Ascheberg eine vierte Verwaltungsgemeinschaft zum 1. Januar 2021 eingehen wird. Es wäre die landesweit erste Verwaltungskooperation über mehrere Kreisgrenzen hinweg, da das idyllische Ascheberg etwa 75 Kilometer entfernt direkt am Plöner See liegt (wir berichteten).

Für Ascheberg sind auch Preetz oder Eutin denkbar

Am Donnerstag, 19. September, fällt dazu in beiden Kommunen eine Vorentscheidung. In Ascheberg berät Bürgermeister Thomas Menzel (SPD) mit der Politik im Geschäftsausschuss, ob seine Gemeinde außer mit dem Amt Großer Plöner See und der Stadt Quickborn noch mit weiteren Stadtverwaltungen über eine neue Verwaltungsehe verhandeln sollte. Denkbar wären beispielsweise Preetz oder Eutin, die deutlich näher liegen als Quickborn.

Etwa zeitgleich in Quickborn wird sich der Hauptausschuss der Ratsversammlung mit der Frage beschäftigen, ob Quickborn der Gemeinde Ascheberg ein konkretes Angebot für eine solche Verwaltungsgemeinschaft machen sollte, über das Ascheberg dann Ende November endgültig entscheiden will. Zurzeit würde noch im Rathaus eifrig gerechnet, ob sich dies für Quickborn und Ascheberg lohnen würde, erklärt Bürgermeister Thomas Köppl.

Zur Ausschusssitzung würden konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen, kündigt Köppl an, der weiterhin zuversichtlich ist, dass ein solches landesweit beispielhaftes Pilotprojekt zustande kommt.

Bürgernähe und -service sind die Hauptkriterien

Für die Gemeinde Ascheberg sei es außer den Kosten vor allem wichtig, dass der neue Partner eine Außenstelle der Verwaltung mit zwei bis drei Mitarbeitern am Plöner See anbieten wird, erklärt Bürgermeister Menzel. Dies sei zurzeit mit der Stadt Plön nicht der Fall, weshalb die Gemeinde den Vertrag mit Ablauf zum Jahresende 2020 gekündigt habe. „Wir brauchen wieder kurze Wege zur Verwaltung“, sagt Menzel.

Seine Bürger sollten ihren Personalausweis oder Reisepass direkt im Dorf verlängern und andere behördliche Angelegenheiten wieder im Rathaus erledigen können, das seit 2014 ungenutzt leer stehe. „Bürgernähe und Bürgerservice sind für uns das Hauptkriterium“, sagt der Sozialdemokrat Menzel. Im Amt Großer Plöner See gebe es nur in einer der zehn Amtsgemeinden eine solche Außenstelle. Ascheberg wolle aber auf keinen Fall seine erlangte Amtsfreiheit aufgeben, betont Menzel, der „Quickborn als einen Profi in Sachen Verwaltungsgemeinschaften“ einschätzt. „Die wissen, wie es funktioniert.“

Für Quickborn müsse aber gewährleistet sein, dass die Verwaltung die Aufgaben einer solchen Verwaltungsehe vom Arbeitsaufwand auch bewerkstelligen könne, sagt CDU-Vorsitzender Bernd Weiher, der dem Hauptausschuss stellvertretend vorsitzt. „Selbstverständlich muss das kostendeckend sein“, betont Weiher. Er geht davon aus, dass auch das Land ein solches Pilotvorhaben unterstützen würde. „Wenn Quickborn in Zeiten der Digitalisierung unter Beweis stellen könnte, dass die Verwaltung eines 75 Kilometer entfernten Ortes klappt, wäre das gut für unser Renommee.“ Für die Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Plön zahlt Ascheberg zurzeit knapp 400.000 Euro im Jahr ohne Außenstelle. Im Sommer sagte Köppl bereits: „Da sollten wir drunter bleiben können.“