Pinneberg
Kreis Pinneberg

Ein besonderer Blick auf die Denkmäler der Region

Laden für Sonntag zu historischen Stätten und Gebäuden in den Kreis Pinneberg ein, um „Umbrüche in Kunst und Architektur aus nächster Nähe zu erleben“: Rainer Adomat vom Heimatverband (v.l.), Jens Jähne vom Freundeskreis Knechtsche Hallen, Landrat Oliver Stolz und Denkmalpflegerin Antje Metzner.

Laden für Sonntag zu historischen Stätten und Gebäuden in den Kreis Pinneberg ein, um „Umbrüche in Kunst und Architektur aus nächster Nähe zu erleben“: Rainer Adomat vom Heimatverband (v.l.), Jens Jähne vom Freundeskreis Knechtsche Hallen, Landrat Oliver Stolz und Denkmalpflegerin Antje Metzner.

Foto: Burkhard Fuchs

Am Tag des offenen Denkmals an diesem Sonntag, 8. September, sind kreisweit an 21 Besichtigungsorten in 12 Städten historische Gebäude zu sehen.

Kreis Pinneberg.  850 eingetragene Denkmäler gibt es im Kreis Pinneberg, weitere 400 müssen noch klassifiziert werden. Fast zwei Dutzend von ihnen können am Sonntag, 8. September, in zwölf Städten und Gemeinden zum „Tag des offenen Denkmals“ besichtigt werden. Der Kreis nimmt zum 26. Mal an diesem bundesweiten Gedenktag teil, um sein historisches Erbe und besonders gelungene Architektur der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

„Wir haben hier viele gute Beispiele von unterschiedlichen und facettenreichen Gebäuden“, würdigt Landrat Oliver Stolz die private und öffentliche Denkmalpflege im Kreis. Als er das sagt, steht der Kreisverwaltungschef im Kranhaus, das zu den Knechtschen Hallen in Elmshorn gehört. Das ist zurzeit eine Art Industrie-Ruine in der Schlossstraße 5, die erst noch ein Denkmal werden soll und am Sonntag von 10 bis 14 Uhr besichtigt werden kann.

Ein Freundeskreis von 150 Unterstützern will diese Hallen erhalten und sanieren. Vor fünf Jahren hat sich dieser Zusammenschluss gegründet. Als Warnung an die Stadt und den Eigentümer hängt ein Transparent vor dem alten, seit zwölf Jahren ungenutzten Industriekomplex mit zahlreichen zerstörten Fenstern, mit den anklagenden Worten: „Hier verfällt ein Denkmal“.

Dass es dazu nicht kommen möge, dafür will der Elmshorner Jens Jähne mit seinen Mitstreitern vom Freundeskreis sorgen. „Wir wollen die Knechtschen Hallen erhalten und sie künftig als Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Gastronomie, Handwerk, Dienstleistung, Kultur, Werkstätten, Probier-, Büro- und Arbeitsräumen, Tagungsort und Hotel nutzen“, erklärt Jähne die Zielsetzung für die Zukunft. Dafür bedürfe es eines breiten Bündnisses von Stadt, Politik, Denkmalschutz, Land, Freundeskreis und Eigentümer. Alle sollen an einem Strang ziehen, alle müssten Geld und Arbeit hineinstecken.

Jähne ist zuversichtlich, dass das gelingen kann. „Ich mag alte Kultur und liebe alte Häuser“, erklärt er seine Motivation. Die Sanierung der Knechtschen Hallen, ob durch den Eigentümer selbst oder andere Investoren mit Hilfe von Fördergeldern, würde „für Elmshorn eine einmalige Chance bedeuten, ein individuelles Gesicht zu erhalten.“ Die Sanierung dieses industriellen Erbes sollte ein Kernstück der ohnehin geplanten Sanierung der Elmshorner Innenstadt sein.

1873 als Ledergerberei von Johann Knecht gegründet, wurden nach dem ersten Weltkrieg drei weitere Gebäude angebaut. 1959 ist die Lederfabrik stillgelegt worden. Anfang der 1960er Jahre übernahm das Teppichhaus Kibek die Gebäude und nutzte sie bis 2007 als Lagerfläche. Seitdem stehen die Gebäude leer. Der Freundeskreis darf einen Teil der Räume für Vereinszwecke nutzen. Am Sonntag, 8. September, sind dort auch Buchkunst, Möbel, Collagen, Steinobjekte und Handgewobenes ausgestellt.