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Kreis Pinneberg

Holsteiner Apfeltage haben Genießer im Blick

Start in die Holsteiner Apfelsaison mit Wilfried Plüschau (v.l.), Helmut Plüschau, Helmuth Ahrens  und Sascha Balzer.

Start in die Holsteiner Apfelsaison mit Wilfried Plüschau (v.l.), Helmut Plüschau, Helmuth Ahrens  und Sascha Balzer.

Foto: Thomas Pöhlsen

Die 21. Ausgabe der Veranstaltungsreihe ist eröffnet und setzt neue Schwerpunkte. Veranstaltungen im Kreis Pinneberg bis zum 13. Oktober.

Elmshorn. Die 21. Holsteiner Apfeltage sind eröffnet. Bis zum 13. Oktober dreht sich in der Unterelberegion alles um das gesunde und so verlockende Kernobst. Mit der Veranstaltungsreihe 2019 wird eine neue Seite aufgeschlagen. Die Organisatoren haben Genussmenschen, Hobbyköche und Gourmets als weitere Zielgruppe ausgemacht, die mit zusätzlichen Angeboten gelockt werden sollen. Apfel, das ist eben mehr als die leckere unverarbeitete Frucht.

Für Cocktail-Fans den Apfel-Caipi kreiert

Die Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG) Uetersen hatte nicht ohne Grund in die Berufliche Schule Elmshorn zum Start in die Apfelsaison geladen. Die Lehrer und Schüler haben wesentlichen Anteil an den neuen Offerten. So soll mit drei Seminaren Klassisches und die Neuinterpretation der Verarbeitung von Äpfeln vermittelt werden. Am 21. September heißt es „Der verzuckerte Apfel“, am 28. September „Apfelgebäcke aus der Konditorei“ sowie „Alkoholfreie Cocktails rund um den Apfel“. Als kleinen Vorgeschmack wurde die neue Kreation „Appelnema“ präsentiert, ein Variante mit Apfel des Cocktailklassiker Ipanema, der wiederum die alkoholfreie Version des Caipirinha ist. Der Apfel-Caipi entstand in Zusammenarbeit mit Jim’s Bar, der alkoholfreien Cocktailbar des Kreisjugendringes.

Die Berufliche Schule hatte bereits beim Beginn der Holsteiner Apfeltage einen Klassiker kreiert: Apfelgeschnetzeltes. „Süß durch Zucker und Rosinen, mit der leichten Säure des norddeutschen Apfels und deftig durch das geschnetzelte Schweinefleisch“, erklärt Martina David, die zusammen mit ihrem Lehrerkollegen Helge Lürssen das Rezept erdachte. Mit etwas Gewürz, etwa Chili, ließe sich das Rezept noch verfeinern. „Dann ist es aber nicht mehr norddeutsch“, schränkt sie ein.

Berufliche Schule kocht auf „Sterne-Niveau“

Die Leistungen der Elmshorner Gastronomiesparte weiß übrigens der Schirmherr der 21. Apfeltag, Kreispräsident Helmut Ahrens, von früheren Besuchen zu würdigen. Er charakterisierte sie als „Sternelokal mit angeschlossener Schule“. Lebrecht von Ziehlberg von der UHG weist darauf hin, dass sich die Veranstaltungsreihe mit dem Kartoffeltag (8. September) und dem Kürbistag (3. Oktober) sowie den bereits im Frühjahr ausgerichteten Kirsch- und Erdbeerfest kulinarisch breiter aufstellt. „Auch dies gehört zu den typischen Speisen unserer Region“, sagt der Uetersener.

Bereits an der Wiege der Holsteiner Apfeltage, dem Holmer Apfelfest (14. September), wollten die Organisatoren mit Leckereien punkten. Es gab ein Himmel-un-Ärd-Essen, also Grützwurst mit Kartoffelpüree. Wer angesichts von diversen Lebensmittelskandalen nicht zu der Neuinterpretation der Blutwurst greifen mag, den kann Organisator Dietmar Voswinkel allerdings beruhigen. „Die Grützwurst kommt vom Bio-Schlachter.“ Und neben der traditionellen Wurst mit und ohne Rosinen hat der Fachmann in Sachen Fleischverarbeitung auch noch eine Variante mit heimischen Äpfeln kreiert.

Mit der Aussicht auf leckere Torten und Kuchen wirbt Wilfried Plüschau, Geschäftsführer der Marktgemeinschaft Altes Land (MAL) und Haselauer Obstbauer, für den Tag der offenen Höfe. „Die Landfrauen werden wieder backen“, verspricht er. Der Tag der offenen Höfe bleibt eine zentrale Veranstaltung. „Die Verbraucher bringen nach einen Besuch viel mehr Verständnis für unsere Arbeit auf“, weiß Plüschau. Höhepunkt ist wieder der Holsteiner Apfelmarkt mit Lampionfest in Uetersen (6. Oktober). Mit dem Apfelbiss der Bürgermeister zur Eröffnung rückt dann wieder die unverarbeitete Frucht in den Fokus.

Ganz ohne Wermutstropfen ging die Eröffnungsveranstaltung jedoch nicht ab. „Die Elbvertiefung trifft uns“, sagte Wilfried Plüschau. Das Wasser versalzt, mit dem die Anlagen bewässert und bei Frost geschützt werden. Die Folge dessen sei, dass nur noch Grundwasser aus 30 Meter tiefen Brunnen verwendet werden kann. Zudem müssen Becken gebaut werden, in denen das Regenwasser aufgefangen wird. „In Niedersachsen waren sie dabei schlauer“, blickt der Haselauer zu den Kollegen im Alten Land. Die Landesregierung in Hannover hat bei den Verhandlungen zur Elbvertiefung durchgesetzt, dass die Stadt Hamburg im Gegenzug den Bau von Rückhaltebecken finanziert.