Pinneberg
Grundstückspreise

Bauen wird im Kreis Pinneberg wird immer teurer

Alle zwei Jahre werden Kaufverträge für unbebaute Grundstücke ausgewertet. Seit 2012 ziehen die Preise kräftig an (Symbolbild).

Alle zwei Jahre werden Kaufverträge für unbebaute Grundstücke ausgewertet. Seit 2012 ziehen die Preise kräftig an (Symbolbild).

Foto: Patrick Pleul / picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Gutachterausschuss wertet 1100 Kaufverträge aus. Preise seit 2016 durchschnittlich um 20 bis 25 Prozent gestiegen. Teuerstes Pflaster ist Wedel.

Kreis Pinneberg.  Der Markt für Häuslebauer im Kreis Pinneberg bleibt weiterhin schwierig. Die seit 2012 stetig steigende Preisentwicklung für Baugrundstücke hält weiter an. Das geht aus der Auswertung von rund 1100 Kaufverträgen hervor, die der Gutachterausschuss für die Jahre 2016 bis 2018 für den Kreis Pinneberg ausgewertet hat. Demnach kosten Baugrundstücke für private Häuslebauer im Durchschnitt jetzt 20 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Bauflächen für Mehrfamilienhäuser sind sogar um ein Viertel teurer geworden. Zum Vergleich: Die Grundstückspreise für Gewerbegebiete stiegen dagegen nur um durchschnittlich fünf Prozent an.

Ein Ende dieses Preisbooms oder gar ein mögliches Platzen einer Immobilienblase für den Kreis Pinneberg sei nicht in Sicht, so Stefan Heesch vom Gutachterausschuss. Er geht von weiter steigenden Grundstückspreisen aus. Die sehr niedrigen Immobilienzinsen sowie die negative Zinsentwicklung bei den Sparguthaben werde den aktuellen Trend, dass das Geld lieber in Betongold investiert als bei Banken angelegt wird, weiter befeuern, ist der Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses überzeugt. Ein Indiz dafür sei auch, dass insbesondere bei Mehrfamilienhäusern in vielen Kommunen des Kreises Pinneberg eher bebaute Grundstücke gekauft, die Altgebäude abgerissen und neu bebaut würden als dass unbebaute Grundstücke dafür genutzt werden.

Teuerstes Pflaster bleibt Wedel, wo im Durchschnitt ein Baugrundstück für Einfamilienhäuser inzwischen 510 Euro je Quadratmeter Bauland kostet. Je nach Lage variiere der Preis, erläutert Heesch. Bis zu 800 Euro hätten Immobilienkäufer für einen Quadratmeter Bauland in der Stadt an der Elbe ausgegeben.

In der Hitliste dahinter folgen wie bisher die Hamburg-nahen Kommunen Halstenbek (bis zu 400 Euro durchschnittlich je Quadratmeter Bauland), Rellingen und Schenefeld (je 390), Ellerbek (380) und Bönningstedt (340). Pinneberg liegt mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 380 Euro ebenfalls ganz weit oben. Die Insel Helgoland, wo im Oberland Bauland 650 Euro und im Unterland 700 Euro je Quadratmeter kostet, müsse als Sonderfall angesehen werden, da kaum noch unbebaute Grundstücke auf der Hochseeinsel vorhanden seien, so Heesch.

Allerdings holen andere Städte und Gemeinden bei der Entwicklung der Grundstückspreise auf, wie der von Dagmar Teten geleitete Gutachterausschuss bei der Auswertung der Kaufverträge festgestellt hat. So sind die Preise in Quickborn seit 2016 mit 44 Prozent geradezu sprunghaft von durchschnittlich 215 auf 310 Euro je Quadratmeter angestiegen. Offenbar hat der dort zurzeit herrschende Bauboom die Preise weiter anziehen lassen.

In ähnlichen Dimensionen müssen die Häuslebauer inzwischen auch in diesen Orten tiefer in die Tasche greifen: Klein Offenseth-Sparrieshoop (220 Euro, plus 42 Prozent seit 2016), Groß Nordende (195 Euro, plus 39 Prozent), Tornesch (240 Euro, plus 37 Prozent), Heist (185 Euro, plus 37 Prozent) und Kölln-Reisiek (230 Euro, plus 35 Prozent).

Auffällig ist, dass diese Preissteigerung erst im Jahr 2012 eingesetzt hat. Die zehn Jahre davor kostete ein Baugrundstück im Kreis Pinneberg im Durchschnitt 150 Euro je Quadratmeter. Heute sind es 235 Euro, also fast 60 Prozent mehr als acht Jahre zuvor.

Eine ähnliche Entwicklung hat es offenbar im Kreis Pinneberg schon einmal Anfang der 1990er-Jahre gegeben, geht aus früheren Daten des Gutachterausschusses hervor, die aber noch nicht für alle Kommunen vorliegen. So hat Heesch für die Stadt Tornesch einmal die Entwicklung seit 1974 nachgezeichnet. Damals kostete dort ein unbebautes Baugrundstück für Einfamilienhäuser 30 Euro je Quadratmeter. Von 1992 bis 1996 hat sich dieser Wert von 70 auf 160 Euro mehr als verdoppelt. Und heute müssen Bauherren dort 240 Euro für den Quadratmeter Bauland ausgeben.

Bei den unbebauten Baugrundstücken für Mehrfamilienhäuser sei die Preissteigerung zum Teil noch größer, stellt Heesch vom Gutachterausschuss dar. „Die Streuung der Grundstückspreise ist enorm.“ So lagen den Gutachtern für ein- und dasselbe Quartier in Pinneberg drei verschiedene Preise vor. Diese variierten zwischen 400 und 700 Euro je Quadratmeter, was sich nur sehr schwer in einer Statistik darstellen ließe. „Offenbar müssen wir künftig verstärkt darauf achten, wie diese Grundstücke für Mehrfamilienhäuser bebaut werden können“, interpretiert Heesch diese ungenaue Datenlage. Allein in Tornesch sind die Preise für Grundstücke für Mehrfamilienhäuser von 200 auf 325 Euro (+ 63 Prozent) geradezu explodiert. In Uetersen (275 Euro), Wedel (600 Euro) und Quickborn (425 Euro) sind sie innerhalb von zwei Jahren um rund 40 Prozent gestiegen. Am teuersten sind hierbei ebenfalls die direkt an Hamburg angrenzenden Kommunen Wedel, Schenefeld und Halstenbek mit jeweils durchschnittlich 600 Euro je Quadratmeter. In Pinneberg liegt dieser Wert bei 500 Euro, in Rellingen bei 450 Euro vor Quickborn (425), Elmshorn (400) und Bönningstedt (375).

Nur eine leichte Preissteigerung stellte der Gutachterausschuss bei den Werten für Gewerbegrundstücke fest, die im gesamten Kreis Pinneberg durchschnittlich nur um fünf Prozent auf rund 90 Euro je Quadratmeter angewachsen sind. Diesen Durchschnittswert gab es schon einmal vor 20 Jahren. Einzelne Ergebnisse für die Kommunen gebe die Geschäftstelle auf Anfrage heraus, von denen sie jedes Jahr etwa 3000 beantworten muss.

Die aktuellen Grundstückspreise für alle Kommunen und Straßen sind auch im Internet zu finden: https://danord.gdi-sh.de