Pinneberg
Kreis Pinneberg

Was die Zahlen über unsere Region verraten

Ein Traktor fährt durch Reihen mit jungen Laubbäumen einer Baumschule. Von 249 Baumschulen in Schleswig-Holstein haben 199 ihren Sitz im Kreis Pinneberg (Symbolbild).

Ein Traktor fährt durch Reihen mit jungen Laubbäumen einer Baumschule. Von 249 Baumschulen in Schleswig-Holstein haben 199 ihren Sitz im Kreis Pinneberg (Symbolbild).

Foto: Ina Fassbender / picture alliance/dpa

Rekorde, Rekorde: Der Kreis Pinneberg ist Spitze, etwa bei der Bevölkerungsdichte, der Anzahl der Baumschulen oder bei der Unfallstatistik.

Kreis Pinneberg.  Der Kreis Pinneberg hat in vielerlei Hinsicht eine Spitzenposition inne. Nico Binde hat im Statistischen Jahrbuch geblättert und viele interessante Dinge über die Region herausgefunden.

Bevölkerung

Nirgendwo in Schleswig-Holstein leben mehr Menschen als im Kreis Pinneberg. 314.000 Einwohner sind es aktuell, von denen die Mehrheit Frauen sind: 160.000. Mit 33.000 Ausländern belegt der Kreis auch in dieser Kategorie zahlenmäßig den Spitzenplatz im Land.

Anziehungskraft

Nirgendwo in Schleswig-Holstein leben mehr Menschen als im Kreis Pinneberg. 314.000 Einwohner sind es aktuell, von denen die Mehrheit Frauen sind: 160.000. Mit 33.000 Ausländern belegt der Kreis auch in dieser Kategorie zahlenmäßig den Spitzenplatz im Land.

Haushalte

Mit 152.000 Haushalten hat der Kreis Pinneberg sogar 6000 Haushalte mehr als die Landeshauptstadt Kiel.

Krankenhauspatienten

Der hohen Einwohnerzahl ist auch die hohe Zahl von Krankenhauspatienten geschuldet. Mit fast 70.000 Aufenthalten einzelner Pinneberger belegt der Kreis in Schleswig-Holstein klar Position eins. Darunter die höchste Rentnerquote (31.000), die meisten Vergiftungen (6800) und leider auch die meisten Sterbefälle im Krankenhaus (1550).

Kinderreich

Ein Beleg der hohen Bevölkerungszahl sind viele betreute Kinder in Kitas oder bei Tagesmüttern: Nach dem Kreis Segeberg (13.200) belegt der Kreis Pinneberg bei den unter 16-Jährigen knapp den zweiten Platz mit 12.600 Kindern in Betreuungseinrichtungen.

Jugendhilfe

Nur in der Landeshauptstadt Kiel und in Lübeck wird mehr Geld für die Jugendhilfe ausgegeben. Von den Flächenlandkreisen gibt Pinneberg pro Jahr am meisten für die Unterstützung von benachteiligten Jugendlichen in Einzelfällen oder in Einrichtungen aus: 144.000.000 Euro.

Wohnhäuser

Vizemeister der Wohngebäude oder: der Kreis Pinneberg. Im Kreis stehen die zweitmeisten Häuser, die für Wohnnutzung vorgesehen sind. Insgesamt sind es mehr als 82.000. Nur der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat mehr, nämlich 86.000.

Erwerbstätige

Wo viele leben, wird viel gearbeitet. 165.000 Menschen im Kreis Pinneberg gehen einer Arbeit nach. Das sind fast 30.000 mehr als beim Zweitplatzierten, dem Kreis Segeberg.

Arbeitgeber für Hamburger

Nur Stormarn bietet Hamburgern noch mehr Arbeitsplätze. Gleich dahinter folgt der Kreis Pinneberg. Täglich pendeln 19.000 Menschen zur Arbeit nach Stormarn, fast 15.000 Hamburger in den Kreis Pinneberg.

Arbeitnehmer in Hamburg

In Hamburg wimmelt es von Pinnebergern: Fast 50.000 Menschen machen sich täglich auf den Weg zu ihrer Arbeitsstelle in der Metropole. Damit stellt der Kreis mit Abstand die meisten „Gastarbeiter“ in Hamburg – verglichen mit 39.000 Stormarnern, 33.000 Segebergern oder 22.500 Menschen, die aus dem Herzogtum Lauenburg in die Hansestadt pendeln.

Teures Immobilienpflaster

Wer im Kreis Pinneberg Bauland erwerben möchte, muss tief in die Tasche greifen. Nach Stormarn (214 Euro pro Quadratmeter) und Kiel (389 Euro) ist der Kreis das drittteuerste Pflaster des Landes.

Baumschulgigant

Das war erwartbar: Von 249 Baumschulen in Schleswig-Holstein haben 199 ihren Sitz im Kreis Pinneberg. Der Beiname „Baumschulland“ verpflichtet.

Blumenparadies

Ein Viertel der schleswig-holsteinischen Anbaufläche für Zierpflanzen befindet sich im Kreis Pinneberg, und zwar 55,6 Hektar. 22 Betriebe widmen sich hier dem Blumenanbau, so viele wie in keinem anderen Kreis des Landes.

Taschendiebe

Zumindest im Jahr 2017 war Pinneberg die Hauptstadt der Taschendiebstähle. Laut einer Erhebung des Portals shopping.de wurden im Untersuchungszeitraum (2016) 378 Diebstähle angezeigt, mehr als in Lübeck (332) oder Kiel (358).

Investitionsfreude

Der Kreis hat nicht nur die meisten Unternehmen im „verarbeitenden Gewerbe“, sie sind auch die investitionsfreudigsten des Landes. 155 haben im letzten Erhebungsjahr (2016) in Gebäude oder Maschinen investiert.

Firmensitze

Laut Statistik haben insgesamt 178 Betriebe des „Verarbeitenden Gewerbes“ ihren Sitz im Kreis Pinneberg und beschäftigen 16.900 Menschen – beides Bestwerte in Schleswig-Holstein.

Handwerkerhochburg

Die Nähe zur Boomtown Hamburg ist in dieser Kategorie wahrscheinlich ein entscheidender Standortvorteil. 2143 Handwerker oder Handwerksbetriebe kommen aus Pinneberg, mehr als aus jedem anderen Kreis Schleswig-Holsteins. Irgendwer muss die lange Wartezeit in der Metropole auf einen Handwerker ja verkürzen.

Autoliebhaber

Mittel zum Zweck oder echte Liebe zum Automobil? Die Wahrheit über Pinnebergs Autoschwemme dürfte in der Mitte liegen. Jedenfalls sind in keinem Kreis Schleswig-Holsteins so viele Autos gemeldet wie hier: 207.000. Die Quote dagegen ist eher unterdurchschnittlich. Auf 1000 Einwohner kommen nur 564 Autos, der niedrigste Wert unter allen Flächenkreisen.

Unfallschwerpunkt

1281 Unfälle mit Personenschäden – auf den Straßen Pinnebergs gibt es die meisten Unfälle des Landes. Ob auch immer Pinneberger verwickelt sind oder die Karambolagen gar verursachen, ist damit allerdings nicht gesagt. Platz zwei in dieser Statistik geht an den Nachbarkreis Segeberg mit 1172 Unfällen. Die Verkehrsdichte im Hamburger Umland ist hoch und damit eben risikoreicher.

Bruttoinlandsprodukt

Die Wirtschaftskraft und die allgemeine wirtschaftliche Lage ist im ganzen Flächenland nirgendwo besser als im Kreis Pinneberg. Ein Bruttoinlandsprodukt von 8,67 Milliarden Euro pro Jahr ist Spitze unter den Landkreisen, nur Kiel hat mit 11,31 Milliarden einen höheren Wert.

Gründerland

Mit 3181 Anmeldungen für ein Gewerbe ist der Unternehmergeist in Pinneberg am stärksten ausgeprägt. Zum Vergleich: Segeberg hatte 2700 Anmeldungen, Stormarn 2500. Allerdings wurden auch nirgendwo so viele Gewerbeabmeldungen registriert wie im Kreis: 3000. Nach Kiel und Lübeck gab es hier mit 375 Insolvenzen auch die drittmeisten im Land.

Steuerprimus

Mehr kann die öffentliche Hand nicht erwarten: Die Steuereinnahmen im Kreis in Höhe von 474 Millionen Euro sind unerreicht. 1521 Euro pro Einwohner – das ist Landesbestwert.

Einkommen

Hier reicht es nur für Platz zwei im Land, aber dafür liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Pinnebergers mit 40.473 Euro weit über dem Landesschnitt von 36.453 Euro. Nur in Stormarn verdienen die Menschen durchschnittlich besser – 43.663 Euro.

Bevölkerungsdichte

Kleiner Kreis, viele Menschen: Das führt zu einer hohen Bevölkerungsdichte. Spart man die Städte Kiel, Flensburg, Lübeck und Neumünster aus, leben im ganzen Land die Menschen nicht so eng zusammen wie in Pinneberg. 473 sind es im Schnitt pro Quadratkilometer. Danach kommt lange nichts, bis Stormarn mit 317 Einwohnern pro Quadratmeter auftaucht. Auch die Städte Pinneberg (2009 Einwohner pro m2) und Elmshorn (2335) sind mit Kiel (2086) die am dichtesten besiedelten Orte des Landes.

Obstbaumeldorado

Knapp die Hälfte der Fläche, die in ganz Schleswig-Holstein mit Obstbäumen bepflanzt ist, liegt im Kreis Pinneberg. 294 mit Obstbäumen gespickte Hektar bedeuten 47 Prozent der gesamten Obstbaumflächen des Land. Wer bietet mehr? Keiner.

Heiratsstandort

Viele Menschen, viele Hochzeiten: 2469 Eheschließungen waren es im Jahr 2018 im Kreis Pinneberg. Und hätte der Kreis Nordfriesland nicht die attraktiven Heiratsinseln Sylt, Amrum und Föhr sowie den Strand von St. Peter-Ording wären dort wahrscheinlich auch nicht knapp mehr Ehen als im Kreis Pinneberg geschlossen worden – 2491.

Geringster natürlicher Bevölkerungsverlust

Von allen Flächenkreisen hat Pinneberg das ausgewogenste Verhältnis zwischen Geburten- und Sterberate. Pro 1000 Einwohner sterben jährlich 2,2 Menschen mehr als geboren werden. Zum Vergleich: In Ostholstein beträgt der Wert 7,5. Mit 1,7 Kindern pro Frau liegt der Kreis bei der Geburtenzahl auch weit vorn. Nur der Kreis Plön hat mit 1,8 eine höhere Geburtenrate.