Pinneberg
Uetersen

Kreiskulturtag: Hier kann sich jeder einmal ausprobieren

Kirsten Petersen (47) malt in ihrem Kunstatelier KunsTraum gerade an einem Bild, das eine graue Steinskulptur zeigt.

Kirsten Petersen (47) malt in ihrem Kunstatelier KunsTraum gerade an einem Bild, das eine graue Steinskulptur zeigt.

Foto: Hannah Turlach

In Kirsten Petersens Atelier KunsTraum können Besucher am Kreiskulturtag (8. September) in Uetersen selbst zum Pinsel greifen.

Uetersen..  Riesige Styroporbälle, Gemälde an jeder Wand und alle Farben, die vorstellbar sind: Bei Betreten des Ateliers KunsTraum möchte die Besucherin am liebsten selbst anfangen zu malen. Bald ist das sogar möglich – beim Kreiskulturtag in Uetersen. Kirsten Petersens Projekt „Kunstexperimente zum Zugucken und Mitmachen für Groß und Klein“ ist eine der vielen Veranstaltungen, die für den 8. September organisiert werden.

„Es geht in der Gesellschaft viel um Leistung und Bewertbarkeit. Dem möchte ich einen Gegenpol schaffen“, sagt die 47-Jährige. Sie habe bereits als Kind angefangen zu malen. Nach der Schule wandte sie sich der Theatermalerei zu und absolvierte Praktika. Die Familie habe allerdings an erster Stelle gestanden, sodass sie ihr Geschäft erst vor sechs Jahren gegründet habe. Seit einem Jahr ist sie in ihrem Atelier in Uetersen tätig. Dabei bietet sie nicht nur Kurse an, sondern ist auch als Bühnenmalerin aktiv.

Karl-Heinz Boyke modelliert Büste von Henry Vahl

„Ich unterrichte circa acht Personen große Malgruppen in allen Altersklassen, Eineinhalb- bis 60-Jährige“, sagt Petersen. In den Kursen gebe sie lediglich ein Tagesthema sowie Materialien oder Techniken vor. Der Rest sei den Künstlern und ihrer Kreativität überlassen. Kinder ab zehn Jahren brächten meist sogar schon eigene Themen mit. Am 8. September können dann alle Besucher im KunsTraum sowohl Kunst verschiedener Formen bestaunen sowie an mehreren Stationen selbst zur Tat schreiten. An Gestaltungsmöglichkeiten mangelt es jedenfalls nicht: Aquarell, Acryl, Öl, Pigmente, Gips und Speckstein sind klassische Utensilien, die hier verwendet werden. Ältere Menschen hätten oft Angst, etwas falsch zu machen. Deshalb freue sie sich über jeden, der gern ein bisschen was ausprobieren möchte, sagt Petersen.

Außer ihr wird auch der international anerkannte Künstler Karl-Heinz Boyke im KunsTraum seine Arbeiten vorstellen. Für den 64 Jahre alten Maler, Bildhauer und Kurator spielt das Studium der Japanischen Schreibkunst eine große Rolle in seinen Werken. Beim diesjährigen Kreiskulturtag wird Boyke eine Büste von dem deutschen Ohnsorg-Theater-Schauspieler Henry Vahl nach klassischen Techniken in Ton modellieren.

Eintritt zu den Veranstaltungen ist kostenlos

Der Kreiskulturtag wird von den Mitgliedern des Kreiskulturverbandes Pinneberg organisiert. Gegründet wurde der Dachverband für Kunst- und Kulturschaffendes des Kreises Pinneberg 1973 von dem Uetersener Kirchenmusikdirektor Richard Plath. Über die Jahre ist der Verband von 17 Mitgliedern auf mehr als 170 gewachsen. Er organisiert vielfältige Aktivitäten wie Bustouren zu ausgewählten Orten oder Museums- und Kirchenführungen. Auch ein Buch unter dem Titel „Pinneberg wortreich umkreist“ ist im August 2017 erschienen. Des Weiteren organisieren sie Kreiskulturwochenenden und Kreiskulturtage.

Alle zwei Jahren suchen die Mitwirkenden sich dafür einen ausgewählten Ort aus, um so die besondere Wertschätzung des künstlerischen Wirkens zum Ausdruck zu bringen. „Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr die Rosenstadt Uetersen für unser Vorhaben gewonnen zu haben“, sagt die Verbandsvorsitzende Elke Ferro-Goldstein. Hierfür übernahm Bürgermeisterin Andrea Hansen die Schirmherrschaft. Sie und Bürgervorsteher Adolf Bergmann sind sich sicher: „Es wird ganz schön viel los sein in Uetersen im September. Und alle sind dazu eingeladen.“ An neun Veranstaltungsorten in der Stadt sind Ausstellungen und Projekte geplant.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Eröffnet wird der Kreiskulturtag bereits am Abend zuvor. Am Sonnabend, 7. September, sind alle aktiv Beteiligten und Unterstützer in die auf dem Klosterareal gelegene Gräfin-Ilse-von-Bredow-Scheune eingeladen. Die Begrüßung wird um 19 Uhr von Klosterprobst Graf von Luckner geleitet. Den musikalischen Rahmen werden Elsa Plath mit der Blockflöte und Bettina Matzen-Jung am Blüthner-Flüge gestalten.

Lesungen, musikalische Darbietungen, Ausstellungen – alles, was das Künstlerherz begehrt, gibt’s dann am Sonntag.

Zwölf Veranstaltungsorte: Was wann wo geschieht

Teehaus der Priörin: 11 Uhr, Lesung, Anmeldung unter Telefon 04122/24 71; 13 Uhr, Lesung mit Musik, Anmeldung unter Telefon 04122/24 71;17 Uhr, Abendliedersingen.

Klosterfriedhof: 14 Uhr, Führung.

Gräfin-Ilse-von-Bredow-Scheune: 11 Uhr, Ölgemäldeausstellung; 14 Uhr, Kaffeegarten;16 Uhr, kurze Führung.

Museum für Stadt- und Heimatgeschichte: 14–17 Uhr, Sonderausstellung. Museum Langes Tannen, Scheune:11–17 Uhr, Künstlerrunde.

Museum Langes Tannen, Herrenhaus:14–18 Uhr, Ständige Schau.

KunsTraum:11–17 Uhr, Kunstexperimente zum Zugucken und Mitmachen;11–17 Uhr, Tonmodellierung.

Atelier Thorsten Berndt:11–18 Uhr, offenes Atelier.

Kunst im Schaufenster: 10–17 Uhr, Galerie;10–17 Uhr, Kunstprojekt.

Lesecafé in der Stadtbücherei: 16–17 Uhr, Lesung.

Kleine Stadthalle: 11–18 Uhr, Kunstausstellung;15–16.15 Uhr, Rock- und Popmusik von Britta Modersohn & Band; 16.30–18 Uhr, Konzert von B. Groovy.

TAPS – Bühne und Bar: 11–18 Uhr, Bilderausstellung; 15–17.30 Uhr, Balladen- musik. hsphan