Pinneberg
Wasserqualität gefährdet

Legionellenalarm an Pinneberger Berufsschule

In der Berufsschule Pinneberg gibt es einen Legionellenverdacht.

In der Berufsschule Pinneberg gibt es einen Legionellenverdacht.

Foto: Photographer: Janice Haney Carr / dpa

Bei einer Routineuntersuchung ist ein erhöhter Wert für die Bakterien festgestellt worden. Kurzfristig 275 Wasserfilter angebracht.

Pinneberg.. Erneut sind Legionellen an einer Schule im Kreis Pinneberg gefunden worden. Bei einer Routineuntersuchung in der vergangenen Woche an der Beruflichen Schule in Pinneberg ist laut Kreisverwaltung eine „Überschreitung des technischen Maßnahmewertes“ für die Bakterien festgestellt worden. Da am Montag der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden sollte, hat der Kreis mit der Schule kurzfristig 275 Wasserfilter an den Entnahmestellen anbringen lassen. Deshalb sei der Schulbetrieb ohne Einschränkungen gestartet.

„Bis auf wenige Ausnahmen, an denen aus technischen Gründen die Installation von Filtern nicht möglich war, können alle Wasserhähne wieder bedenkenlos genutzt werden“, sagt Kreissprecher Oliver Carstens. Die übrigen Entnahmestellen seien abgesperrt worden und für Schüler und Lehrer nicht zugänglich.

Der Schulbetrieb kann ungehindert starten

Erleichtert äußerte sich Schulleiter Ulrich Krause. Er sei froh, dass der Schulbetrieb ungehindert starten und weitergehen kann. „Die Ursachenforschung wird in Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement des Kreises und einem externen Gutachter mit Hochdruck betrieben“, so Krause. „Damit möglichst schnell wieder eine einwandfreie Wasserqualität hergestellt werden kann“.

Zuletzt waren die Auswirkungen von Legionellenbefall im Kreis deutlich gravierender. Weil es sich um Stäbchenbakterien handelt, die im Trinkwasser vorkommen und für immunschwache Menschen gefährlich werden können, wurden erst im Juni in Elmshorn an der Friedrich-Ebert-Schule, der Grundschule Hainholz, der Sporthalle Krückaupark und der Außenstelle der Erich Kästner Gemeinschaftsschule am Ramskamp temporäre Einschränkungen veranlasst. Wegen stark erhöhter Werte wurde an der Bismarckschule der Dusch- und Waschbereich zeitweise geschlossen.

In Wedel mussten vier Sporthallen gesperrt werden

Auch in Wedel gab es im August 2018 erhöhte Werte , weshalb die Stadt vier Sporthallen gesperrt hatte. Betroffen waren seinerzeit die Sanitärbereiche der Hallen am Freizeitpark, die Steinberghalle sowie die alte und neue Sporthalle an der Bergstraße.

Hintergrund der meist sommerlichen Befunde ist, dass der Kreis all seine Gebäude jährlich auf Legionellen testen lässt. Unter bestimmten Bedingungen vermehren sich die Bakterien stark und werden insbesondere beim Einatmen, etwa durch Wassernebel beim Duschen, zur Gefahr. Die Beschwerden reichen von grippeartigen Symptomen bis zu schweren Lungenentzündungen. Meist wird der Befall mit Spülen der Leitungen mit 70 Grad heißem Wasser behoben.