Pinneberg
Festnahme

Hat die Polizei den Autokratzer von Rellingen gefasst?

Am Moorweg abgestellte Autos wurden auch zerkratzt.

Am Moorweg abgestellte Autos wurden auch zerkratzt.

Foto: Michael Schick

29-Jähriger kommt in psychiatrische Klinik. Er wurde auf frischer Tat ertappt, als er in der Jahnstraße Autos beschädigte.

Rellingen.  Hat die Polizei den Autokratzer von Rellingen gefasst? Wie die Pressestelle am Montag mitteilte, konnte bereits am Freitag ein 29 Jahre alter Mann auf frischer Tat bei seinem Zerstörungswerk ertappt werden. Zu verdanken ist dies mehreren Zeugen, die den Verdächtigen bei seinem kriminellen Tun beobachtet und sofort die Polizei verständigt haben.

Von Mitte März bis heute gingen bei der Polizei 20 Anzeigen von Fahrzeugbesitzern ein, deren Wagen zerkratzt worden waren. Alle Taten ereigneten sich am Moorweg oder in angrenzenden Straßen, also im Ortsteil Egenbüttel. Mehrere Opfer aus dem Moorweg, darunter Hans-Jürgen Malchow und Detlef Bergert, hatten die Sachbeschädigungsserie Anfang August in einem Abendblatt-Artikel öffentlich gemacht.

Durchsuchung: Handschuhe und scharfkantige Schlüssel entdeckt

Die Festnahme am Freitagnachmittag gegen 16.20 Uhr erfolgte allerdings am Grünen Weg in Rellingen-Ort. Dorthin war der 29-Jährige geflüchtet, nachdem er im Jahnweg vier Fahrzeuge beschädigt hatte. Dort waren großflächig Worte in den Lack geritzt worden. Nach Abendblatt-Informationen soll es sich dabei um Beleidigungen handeln.

Bei der Durchsuchung des jungen Mannes, der auch in Rellingen wohnt, entdeckten die Beamten Handschuhe und scharfkantige Schlüssel, mit denen die Taten offenbar begangen worden waren. „Wir prüfen jetzt, ob der Tatverdächtige auch für die anderen Sachbeschädigungen verantwortlich ist“, sagte ein Polizist dem Abendblatt.

Junge Mann hat eine psychische Erkrankung

Die Art der Tatbegehung würde durchaus dafür sprechen, dass es sich bei dem Festgenommenen um den gesuchten Serientäter handeln könnte. Ein Indiz dafür könnte auch sein, dass der Rellinger nicht im Umfeld des jetzigen Tatortes lebt. Daher könnte er auch an anderen Stellen des Gemeindegebietes zugeschlagen haben. Bei den 20 Taten am Moorweg und Umgebung entstand laut Polizeiangaben ein Schaden, der auf einen unteren bis mittleren fünfstelligen Betrag geschätzt wird.

Geprüft werden muss nun auch, ob das Schadensbild am Moorweg zu den sichergestellten Autoschlüsseln passt. Sollte das der Fall sein, müsste der 29-Jährige für den entstandenen Schaden geradestehen. Ob bei dem Rellinger viel zu holen sein wird, erscheint allerdings zweifelhaft. In seiner Vernehmung ergaben sich für die Beamten deutliche Hinweise, dass der junge Mann unter einer psychischen Erkrankung leiden könnte. Daraufhin zogen die Polizisten einen Amtsarzt hinzu. Er verfügte nach der Untersuchung die Einweisung des Rellingers in ein psychiatrisches Krankenhaus. Er hatte angegeben, aus Frust und einer allgemeinen Lebensunzufriedenheit heraus gehandelt zu haben.