Pinneberg
Festival

Trotz Regens – Pinneberg im Jazz-Fieber

Die irische Singer-Songwriterin Jane O’Brien begeistert das Publikum beim Mottokonzert am Sonnabend mit ihrer einzigartigen Stimme.

Die irische Singer-Songwriterin Jane O’Brien begeistert das Publikum beim Mottokonzert am Sonnabend mit ihrer einzigartigen Stimme.

Foto: Friederike Eichhorn

Zum 24. Mal fand am Wochenende das SummerJazz in der City statt. Friederike Eichhorn hat sich auf einen Streifzug über die Festivalmeile begeben.

Pinneberg.. Das Wetter war fast so abwechslungsreich wie das Programm. Das SummerJazz Festival zog am vergangenen Wochenende zahlreiche Besucher in die Pinneberger Innenstadt. Es duftet nach Bratwurst und Crepes, Kinder tanzen vor den Bühnen und von überall tönt herzliches Gelächter der gut gelaunten Besucher. Von den Tropfen, die zeitweise vom Himmel fallen, lässt sich niemand verscheuchen. Und meistens scheinst am Wochenende sowieso die Sonne.

Sonnabendabend. Schon von weitem ist die Posaune der King Street Jazzmen zu hören. Es ist 18 Uhr. Die Straßen sind voller Menschen und der Bass lässt den Boden vibrieren. Viele wippende Beine und glückliche Gesichter sind zu sehen.

Auf der großen Bühne vor der Drostei liefern derweil die Farmersroad Blues Band und Klara Schwabe eine einzigartige Show ab. Mit ihrer rauchigen Stimme begeistert die junge Sängerin das Publikum. Gitarrist und Sänger Dirk Theege macht die gesangliche Inszenierung mit seiner tiefen Stimme komplett. Kurz darauf verlassen der Saxophonist und Theege die Bühne und bieten ein einzigartiges Duett zwischen den Zuschauerreihen. Wenig später steigt auch der Rest der Band wieder mit ein und es ertönt Applaus von allen Seiten.

Herbert Hoffmann, stellvertretender Vorsitzender und Gründungsmitglied des Fördervereins, steht zufrieden neben der Bühne und lächelt. Er trägt, wie alle Veranstalter und Organisatoren, ein rotes T-Shirt und den Pin in Form einer keltischen Harfe.

Ein Stück die Straße runter befindet sich die kleinste der insgesamt fünf Bühnen. Sie steht im Hof der Café & Weinstube „Remise“. Unter dem weißen Zelt kommt ein schwarzer Flügel zum Vorschein, an dem Guy Weber, kurzfristig eingesprungen, mit Boogie Woogie für Unterhaltung sorgt. Kleine Laternen leuchten und Guy Weber singt „one scotch one bourbon one beer“, 1953 von Rudy Toombs geschrieben. Es folgt der „fünf Finger Blues“ von Behning und es fühlt sich an wie einer dieser Sommerabende, an dem alles gut zu sein scheint. Die Welt steht einen Moment lang scheinbar still, jeder genießt das Beisammensein und die Live-Musik in der kleinen Idylle der „Remise“. Weber ist übrigens der diesjährige Yamaha-Preisträger.

Sabine Neubauer (61) ist mit ihrem Mann Klaus (60) fast jedes Mal beim SummerJazz dabei. Die kaufmännische Angestellte aus Pinneberg erzählt: „Wir haben uns extra einen Plan gemacht, was wir alles sehen wollen.“ Sie seien vor allem hier, um neue Musik und alte Klassiker zu hören, so Neubauer. Auf die Frage, ob sie denn den diesjährigen Pin besitzen, zeigen beide gleichzeitig mit dem Finger auf ihre Hemden. Da steckt sie, die keltische Harfe. „Das SummerJazz Festival ist immer sowas wie das Highlight des Jahres“, erzählt der Beamte aus Pinneberg. Sie seien oft unterwegs, legten aber immer Wert darauf, zur Zeit des Festivals da zu sein, berichtet das Paar. Außerdem sei es schön, so viele Bekannte zu treffen. Und das Highlight dieses Jahres? Da sind sich beide einig: „Die Hometown Brothers!“

19.30 Uhr. Auf der Bühne am Lindenplatz haben sich Musiker des „Mottokonzerts“ eingefunden. Das Festival steht in diesem Jahr unter dem Motto „Jazz meets Irish Folk“. Auf der Bühne steht aus diesem Grund die irische Singer-Songwritern Jane O’Brien mit ihrer Band „The Starboard Sally’s“. Dabei sind unter anderem auch Harfenist Thomas Breckheimer und das Duo „Winter Reise“. Beim genaueren Hinsehen lassen sich ein Bass, Geigen, Gitarren und diverse andere Instrumente entdecken. Gespannt warten die Besucher auf das Ende des Soundchecks.

Diese Kombination von Künstlern gebe es zum ersten Mal beim SummerJazz, erzählt Ralph Kricke, der durch das Programm führt und Chef des Fördervereins ist. Es wird still, als Jane O’Brien in ihrem wunderschönen Kleid die ersten Töne einer Ballade singt. Derweil tönt von der Bühne am Fahltskamp ruhig „La vie en rose“ von Edith Piaf und rundet den Sonnabend ab.

Auch am Sonntag treibt es die Menschen aus den Häusern in die Stadt. Auf der Bühne beim Bücherwurm haben sich die Musiker der „workshop Band“ eingefunden. Ihre goldenen und silbernen Instrumente strahlen in der Vormittagssonne und aus den Lautsprechern schallt eine Inszenierung von „feeling good“. Zum Abschluss gibt es „Uptown Funk“ und die Masse wippt mit. Am Lindenplatz spielt ein Mitglied der „Schnelsen Stompers“ ein Flötensolo.

Es ist ein Sonntag, an dem man zur Ruhe kommen kann. Ein Sonntag, an dem man glücklich sein kann.

Noch mehr Jazz gibt es am 27. September beim „Jazz im Foyer“ mit „Körrie Kantner and his NOT SO BIGBAND“. Karten gibt es für 14 Euro im Vorverkauf im Pinneberger Bücherwurm.