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Elmshorn bekommt ein eigenes Fahrradleihsystem

In Quickborn und in Norderstedt wird der Radverleih der Firma Nextbike gut angenommen. Unternehmenssprecherin Mareike Rauchhaus demonstriert an einer Verleih-Station die Kundenkarte

In Quickborn und in Norderstedt wird der Radverleih der Firma Nextbike gut angenommen. Unternehmenssprecherin Mareike Rauchhaus demonstriert an einer Verleih-Station die Kundenkarte

Foto: HA / Andreas Burgmayer

Insbesondere Pendler sollen davon profitieren. Das Vorhaben kostet fast 97.000 Euro. 70 Prozent der Kosten trägt das Bundesumweltministerium.

Elmshorn.  Elmshorn soll einen Fahrradverleih bekommen. Die neue Radstation entsteht, so der Plan, am Bauerweg/Ecke Panjestraße. Das Projekt ist als Teil des Förderprojekts „Eselsbrücke Elmshorn – ein Brückenschlag für den Radverkehr vom Bahnhof zum Gewerbegebiet Grauer Esel“ gedacht. Damit könnte ein zusätzliches attraktives, kostengünstiges und klimafreundliches Angebot für den Umstieg vom Auto auf das Rad im Pendlerverkehr geschaffen werden, um Treibhausgase und Schadstoffe zu vermeiden und die Ziele des Klimaschutzes zu erreichen.

Das Vorhaben kostet insgesamt 96.745 Euro. Davon werden 70 Prozent vom Bundesumweltministerium übernommen (67.200 Euro). Verbleibt ein Eigenanteil von 29.545 Euro für die Stadt Elmshorn. Die Kosten schließen die Anschaffung der Fahrräder und die Fahrradsicherung in der Radstation ein. Darüber hinaus entstehen der Stadt jährliche Folgekosten in Höhe von rund 21.000 Euro für den Betrieb.

In Wedel scheiterte die Einführung eines Radverleihs, der hauptsächlich für Touristen gedacht war. Doch vor einem Scheitern hat man in Elmshorn keine Angst. „Unsere Zielgruppe sind Pendler und Beschäftige mit Arbeitsort im Gewerbegebiet Grauer Esel, die Besucher des Krankenhauses sowie der Verwaltungs- und Dienstleistungsbetriebe“, sagt der städtische Klimaschutzmanager Markus Pietrucha. Der Verleih stehe darüber hinaus auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. So würden täglich 11.000 Pendler nach Elmshorn zum Arbeiten kommen. Die Höhe der Leihgebühren stehe bislang noch nicht fest.

Fuhrpark umfasst Stadträder, Pedelecs und ein Lastenrad

Start und Ziel jedes Leihvorgangs ist die neue Radstation, die noch gebaut werden muss. „Ende des Jahre können wir mit dem Fahrradverleih starten“, sagt Pietrucha. Ein Mehrstationensystem sei aufgrund des laufenden Betriebsaufwands und der hohen Betriebskosten zunächst nicht vorgesehen. „Aber es gibt seitens der Unternehmen und Institutionen im Gewerbegebiet großes Interesse an dem Fahrradleihsystem und erste Bekenntnisse, eine eigene Station aufzubauen.“ Geplant ist, den Nutzern mit Start des Verleihs insgesamt 30 Fahrräder zur Verfügung zu stellen. Darunter für alle Körpergrößen geeignete Kompakt- und Stadträder, Pedelecs und ein Lastenpedelec.

Die Räder müssen kompakt, fahrstabil, robust und wendig sein, um die Ansprüche an ein städtisches Leihsystem erfüllen zu können. Die genaue Aufteilung der Radtypen erfolgt in einer Ausschreibung. Als Betreiber wird der gemeinnützige Verein Brücke Elmshorn eingesetzt, der die Radstation in Zukunft weiterhin betreuen wird. Er übernimmt die Wartung und Pflege der Leihräder und stellt Ansprechpartner für die Leih- und Buchungsvorgänge.

Die Ausleihe der Fahrräder erfolgt über ein Online-Buchungssystem, das an das Buchungssystem der Radstation gekoppelt ist, oder persönlich beim Fahrradservice der Brücke Elmshorn am Bahnhof. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Leihvorgänge individuell und spontan erfolgen können und eine möglichst breite Zielgruppe angesprochen wird. Die Ausleihzeiten der Fahrräder sind an die Zielgruppe angepasst und ermöglichen sowohl Kurzzeitleihen für Besuche und Gesprächstermine im Gewerbegebiet als auch Langzeitmieten bis zu einer Woche für Arbeitnehmer. Dadurch kann eine gewisse Zuverlässigkeit für Pendler gewährleistet werden, aber gleichzeitig auch möglichst vielen Personen die Möglichkeit gegeben werden, neu in den Verleih einzusteigen.

Ein Kontingent an Rädern für die Kurzzeitleihe soll dauerhaft vorgehalten werden. Aufgrund der Nachfrage der im Gewerbegebiet ansässigen Unternehmen und Projektpartner sind Sondervereinbarungen durch Langzeitmieten der Zielgruppe vorstellbar. Der Fahrradverleih wird zunächst zwei Jahre erprobt.

Die Verwaltung befürwortet den Aufbau eines Fahrradverleihs im Gesamtvorhaben „Eselsbrücke Elmshorn“ als Alternative zum Auto sowie der übervollen Fahrradstellplätze und des Busverkehrs. „Wir wollen mehr Pendler dazu bewegen, das Auto stehen zu lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrad zur Arbeit zu fahren“, sagt Pietrucha. So könnten Treibhausgase eingespart und gesundheitsschädliche Schadstoffe vermieden werden, der Knotenpunkt Elmshorner Bahnhof in seiner Bedeutung für Einpendler weiter gestärkt werden und der Wirtschaftsstandort Elmshorn an Attraktivität gewinnen.

Erfolgreich eingeführt wurde ein öffentliches Leihfahrradsystem der Firma Nextbike vor mehr als vier Jahren in Quickborn. Das Unternehmen hat nun eine dritte Station am AKN-Bahnhof eingerichtet. So können Pendler bereits am Bahnhof aussteigen und mit dem Leihfahrrad über die Feldbehnstraße ins Gewerbegebiet gelangen. Die anderen beiden Stationen befinden sich an der Bahnstraße gegenüber dem AKN-Bahnhof Tanneneck und vor dem Eingang der Comdirect Bank in der Pascalkehre.