Pinneberg
Kreis Pinneberg

Halstenbeker Feuerwehrleute zeigen ihr Können

Anlässlich des 125-jährigen Bestehens besuchten zahlreiche Gäste das Gelände der Feuerwehr Halstenbek. Nun wird wieder gefeiert.Torsten Seck

Anlässlich des 125-jährigen Bestehens besuchten zahlreiche Gäste das Gelände der Feuerwehr Halstenbek. Nun wird wieder gefeiert.Torsten Seck

Die Wehr lädt zum Tag der offenen Tür am Sonntag, 23. Juni, rund um die Halstenbeker Wache an der Gärtnerstraße ein. Wehr sucht Verstärkung.

Halstenbek.  Wenn die Halstenbeker Feuerwehrleute am Sonntag ein eingeklemmtes Unfallopfer aus einem Fahrzeug befreien, ist Zusehen ausdrücklich erwünscht. Allerdings nur, weil es sich um eine Einsatzübung und eben nicht um den Ernstfall handelt, wo Gaffer zusehends zum Problem werden. Die 80 Feuerwehrleute laden von 10 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür – und lassen sich ausnahmsweise einmal bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

„Wir erwarten bis zu 5000 Besucher“, sagt Wehrführer Andreas Roman (62), der seit 2010 das Kommando inne hat. Er und viele der 80 ehrenamtlichen Feuerwehrleute haben ein Jahr lang geplant, um das „Blaulichtfest“ zu einem Erfolg zu führen und rund um die Feuerwache an der Gärtnerstraße ein vielfältiges Programm für Groß und Klein auf die Beine zu stellen. Für die kleinen Gäste werden Rundfahrten mit den Feuerwehrfahrzeugen angeboten. Sie können sich auf einer Hüpfburg austoben und der Feuerwehrkasper trägt zur Belustigung bei.

Zudem sind mehrere Einsatzübungen geplant, darunter auch eine Personenrettung über die Drehleiter. Ein Brandschutzerzieher wird vor Ort eine Fettexplosion simulieren. Der umfangreiche Fuhrpark sowie die Ausrüstung der Wehr kann bestaunt werden. Natürlich sind auch Selfies im Feuerwehrfahrzeug möglich – ebenso wie ein Rundgang durch die Wache. Dort sind an diesem Tag auch Bilder des Kunsthauses Schenefeld ausgestellt, deren Mitglieder in der Wache auf Motivsuche waren.

Als Gäste kommen weitere „Blaulichtfraktionen“. Die Polizei bringt unter anderem ein Motorrad mit, der Rettungsdienst zeigt vor Ort, über welche Ausstattung ein Krankenwagen verfügt. Auch für Musik sowie für Getränke und Essen wird gesorgt, unter anderem stellen die Feuerwehrfrauen ein großes Kuchenbüfett bereit. Parkplätze gibt es im Umfeld nur wenige, sodass Besucher möglichst zu Fuß, per Bus oder mit dem Bus anreisen sollten.

„Wir landen alle fünf Jahre zum Tag der offenen Tür ein“, berichtet der Wehrführer. Der war 2014 anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Halstenbeker Wehr. In diesem Jahr jährt sich der Gründungstag zum 130. Mal. Ein Jahr später erhielten die Kameraden ihre Uniformen und es galt, die ersten Einsätze zu bewältigen. 1929 bekam die Wehr die erste Motorspritze, 1933 das erste Fahrzeug. Die heutige Feuerwache an der Gärtnerstraße wurde 1980 eingeweiht und mehrfach erweitert.

Für die Zukunft der Wehr braucht es Platz und Leute

Inzwischen ist sie wieder zu klein, mehrere Fahrzeuge stehen draußen. „Wir hoffen, dass die Gemeinde das Grundstück hinter der Wache kauft“, sagt Roman. Er wünscht sich, dass ein Architektenbüro mit einem zukunftsfähigen Raumkonzept beauftragt wird. Um die Zukunft der Wehr zu sichern, ist auch die personelle Ausstattung entscheidend. „Wir brauchen mehr Leute“, sagt Roman. Stellvertreter Kai Semmelhack ergänzt: „Viele Halstenbeker wissen gar nicht, dass wir rein ehrenamtlich arbeiten und keine Berufsfeuerwehr sind.“ 80 Ehrenamtliche sind mit Feuereifer dabei, plus 30 Kinder und Jugendliche sowie Ehrenabteilung aus 20 Mitgliedern.

Mit einem Flyer unter dem Überschrift „Ich bin Halstenbeker – ich bin Feuerwehrmann“, der an alle Haushalte verteilt worden ist, warben die Brandschützer unlängst um Verstärkung. Dazu soll auch der Tag der offenen Tür beitragen. „Meistens bleiben danach zwei bis drei Neubürger bei uns hängen“, so Roman. Im Durchschnitt müssen er und seine Kollegen etwa 150 Einsätze im Jahr bewältigen. Während der Veranstaltung am Sonntag rückt die Wehr allerdings nicht aus. Die Kollegen aus Rellingen und Schenefeld übernehmen so lange die Aufgaben. Roman dazu: „Eine Gruppe von uns bleibt aber einsatzbereit, um kleinere Sachen erledigen zu können.“