Pinneberg
Wedel

"Offener Garten" zeigt sattes Grün und feine Kunst

Elisabeth Holzhausen öffnet am Wochenende nicht nur ihren Garten in Wedel sondern auch ihr Atelier.

Elisabeth Holzhausen öffnet am Wochenende nicht nur ihren Garten in Wedel sondern auch ihr Atelier.

Foto: Katy Krause

An der Aktion „Offener Garten“ beteiligen sich auch einige Menschen aus dem Kreis Pinneberg – wie die Wedeler Malerin Elisabeth Holzhausen.

Wedel. Für Elisabeth Holzhausen ist es eine Premiere. Zum ersten Mal beteiligt sie sich an der Aktion „Offener Garten“. „Ich war mir nicht sicher, ob ich das hier zeigen kann?“, fragt sie schüchtern beim Blick in die grüne Gartenpracht, bei der so mancher vor Neid erblassen würde. Ja, das ist absolut vorzeigbar. Denn das Endreihenhaus in einer Wedeler Wohnsiedlung überrascht durch seine große Gartenfläche, die Holzhausen liebevoll pflegt und hegt.

Duftende Bauernrosen ranken entlang der Terrasse, von der aus der Besucher in den Garten samt kleinem Teich, blühendem Rhododendron, Magnolien, Birken, Tannen und vielen Sitznischen blickt. Unmittelbar an das Grundstück schließt sich ein kleiner Wald an, durch den der Wind rauscht und der von Leben erfüllt ist. Trotzdem fürchtet Holzhausen, dass Spezialisten von ihrem Hobbywerk enttäuscht sein könnten. „Ich muss auf jeden Fall die Hecke noch einmal schneiden, damit es auch ordentlich aussieht“, überlegt sie beim Gang durch ihren Garten.

Ausschlaggebend dafür, dass sie sich an der landesweiten Aktion nun doch beteiligt, ist ihr Wunsch, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Holzhausen erhofft sich Tipps und Anregungen von den Besuchern, aber auch einfach spannende Begegnungen. „Ich tausche mich gern aus. Zudem würde es mich freuen, wenn ich bei anderen das Interesse am Gärtnern wecken kann“, erklärt sie. Denn für die Wedelerin hat die tägliche Gartenarbeit etwas Meditatives. „Die Arbeit erdet“, sagt die 61-Jährige, die auf einem Bauernhof in Kehdingen zwischen Elbe und Nordsee aufgewachsen ist. Sie vermutet, dass damals schon durch die Hofarbeit ihr Interesse an der Natur und der Pflanzenwelt geweckt wurde.

Doch am Sonnabend und Sonntag, 15. und 16. Juni, (jeweils 12 bis 18 Uhr beziehungsweise am 16. Juni bis 19 Uhr) gewährt Holzhausen nicht nur einen Einblick in ihren Garten, sie öffnet auch die Türen zu ihrem Zuhause. Denn dort befindet sich ihr Atelier, und das ist von ihrer Gartenleidenschaft gar nicht zu trennen.

Wer das Haus betritt, betritt eine Galerie. Überall hängen die Werke der Wedelerin, deren abstrakte Malerei sich fast ausschließlich Naturmotiven widmet. Kein Wunder: Denn ihre Werke entstehen entweder im obersten Stock des Reihenhauses mit direkten Blick ins Gartenparadies oder bei gutem Wetter sogar direkt im Garten. „Die großformatigen Bilder passen nicht ins Atelier“, erläutert Holzhausen. Dann weicht sie nach draußen aus. Direkt auf dem Rasen, wo sie einen grünen Teppich auslegt, wird dann gemalt.

Seit zehn Jahren lebt Holzhausen zusammen mit ihrem Mann in dem Endreihenhaus. Ursprünglich ist die Wedelerin gelernte Kinderkrankenschwester. Doch nach zehn Jahren im Beruf holte sie in der Abendschule ihr Abitur nach und studierte anschließend Illustration und Malerei. 20 Jahre lang arbeitete sie für verschiedene Verlage und verschönerte Kinderbücher wie unter anderem Bücher von Cornelia Funke. Dann unternahmen sie und ihr Mann 2008 eine Weltreise.

„Wir haben so viel gesehen und interessante Menschen getroffen. Da fängt man an, einiges zu überdenken“, berichtet die 61-Jährige. Sie hätte sich wie in einem Laufrad gefühlt. „Die Verlagswelt hat sich auch sehr verändert“, berichtet sie. Insbesondere vermisste sie die Freiheit bei der Gestaltung. Sie entschied sich für die Malerei, 2016 erschien ihr letztes illustriertes Kinderbuch. „Ich bringe die Bilder zu den Menschen und möchte sie erfreuen. Jetzt richten sie sich nur nicht an Kinder, sondern an Erwachsene“, sagt die Wedelerin, die 2018 zum ersten Mal eine Ausstellung im Wedeler Rathaus mit ihren Werken gestaltete und seither von ihrer Malerei lebt.