Pinneberg
Islamischer Staat

Terror-Finanzier im Kreis Pinneberg verhaftet

Ein Mann wird in Handschellen gelegt (Symbolbild).

Ein Mann wird in Handschellen gelegt (Symbolbild).

Foto: Frank May / picture alliance / Frank May

31-jähriger Kosovare, der im Kreis Pinneberg lebt, soll Geld für die Terrororganisation Islamischen Staat (IS) transferiert haben.

Kreis Pinneberg. Finanzierte er den Terror? Das Landeskriminalamt (LKA) Schleswig-Holstein hat am Mittwoch einen 31-jährigen Mann aus dem Kreis Pinneberg festgenommen. Hassan Rejan B. stammt aus dem Kosovo und steht unter dem Verdacht, größere Geldbeträge an die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) transferiert zu haben. Konkret geht es um elf Geldzahlungen in Höhe von 15.000 Euro.

„Wir werfen dem Beschuldigten vor, Terrorismusfinanzierung betrieben zu haben“, so Kerstin Wacker von der Bundesanwaltschaft. Der 31-Jährige soll sich dabei des verbotenen muslimischen Geldtransfersystems Hawala bedient haben. Dabei wird Geld über Mittelsmänner an den Banken vorbei an die Empfänger geschleust. Hassan Rejan B. soll einer dieser Mittelsmänner gewesen sein. Er erhielt laut den Ermittlungen Geld von Dritten über einen Finanzdienstleister und leitete sie über weitere Mittelsmänner an einen IS-Kämpfer in Syrien weiter. Der 31-Jährige identifizierte sich aber auch so sehr mit den Zielen des IS, dass er einen dreistelligen Betrag aus eigenen Mitteln beisteuerte.

Diese Transfers datieren aus den Jahren 2016 und 2017. Außerdem soll Hassan Rejan B. 2015 einem Mazedonier, der sich dem IS als Kämpfer anschließend wollte, auf dessen Weg nach Syrien dreimal Geld über einen Finanzdienstleister verschafft haben. Ebenfalls im Jahr 2015 legte der Beschuldigte für ein IS-Mitglied einen Account auf dem sozialen Netzwerk Facebook an. Er sollte anschließend bei der Verbreitung von Nachrichten der Terrororganisation über diesen Account helfen.

Ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof erließ am 4. Juni einen Haftbefehl gegen den 31-Jährigen. Dieser wurde am Mittwoch vollstreckt. Das LKA durchsuchte die Wohnung und die Arbeitsstätte des Mannes, die beide laut Abendblatt-Informationen im Großraum Elmshorn liegen. Ob dabei Beweismaterial sichergestellt werden konnte, wurde nicht mitgeteilt. Zudem wurden die Wohnungen weiterer Personen in Bayern und Nordrhein-Westfalen durchsucht, die als Zeugen gelten.

Hassan Rejan B. wird die Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung in 15 Fällen sowie aufgrund der Geldtransfers elf Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz vorgeworfen. Der 31-Jährige wird am Donnerstag dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt, der ihm den Haftbefehl verkünden und über den eventuellen Vollzug einer Untersuchungshaft entscheiden wird.