Pinneberg
Kultur

Diese Künstler wollen eine Skulptur für Pinneberg

Die beiden Künstler Marion Inge Otto-Quoos und Karl-Heinz Boyke vor dem Pinneberg Museum.

Die beiden Künstler Marion Inge Otto-Quoos und Karl-Heinz Boyke vor dem Pinneberg Museum.

Foto: Katja Engler

Marion Inge Otto-Quoos und Karl-Heinz Boyke planen gemeinsames Projekt – mit einem 3-D-Drucker. Bürger sollen ihre Ideen einbringen können.

Pinneberg.  Zu den besonderen Talenten guter Künstler gehört es, aus dem Mangel Fülle zu schöpfen. Das ist nun auch beim Kulturwerk Schleswig-Holstein in Gestalt der Künstler Mioq und Karl-Heinz Boyke gelungen, die zusammen mit dem nordfriesischen Bildhauer Fabian Vogler dabei sind, ein gemeinsames Kunstwerk zu realisieren. Und das, obwohl vor einiger Zeit in Pinneberg öffentlich gefordert worden war, Künstler mögen doch bitte der Stadt ihre Werke gratis zur Verfügung stellen (wir berichteten). Mit ihrer Idee und ihrer Herangehensweise betreten sie künstlerisches Neuland.

Das zurzeit in den drei Ateliers der drei verstreut lebenden Künstler entstehende Konzept für dieses Kunstwerk wird nämlich nicht nur von den Ergebnissen vieler Gespräche beeinflusst werden, die sich Mioq, Boyke und Vogler vom Wochenende in einer Woche erhoffen, sondern der Entwurf für das künftige Kunstwerk wird zunächst von einem 3-D-Drucker in der Atelier-Kunstremise am Fahltskamp ausgespuckt werden.

„Wir bringen unsere unterschiedlichen Herangehensweisen in den Bau einer Skulptur ein und verfolgen dabei die Frage, wie drei Künstler-Persönlichkeiten eine solche Zusammenarbeit überhaupt gestalten können“, sagt Mioq, die Konzeptkünstlerin, die Spaß daran hat, sich auch mit den ganz normalen Leuten außerhalb der Kunstszene auszutauschen: „Am nächsten Wochenende sind wir den ganzen Tag über ansprechbar. Die Leute sollen in der Remise ruhig ihre Wünsche äußern. Ich finde es spannend, mit ihnen darüber zu reden“, sagt sie. „Freche Fragen willkommen“, ergänzt Karl-Heinz Boyke. Die Ergebnisse dieses Austausches sollen dann das Kunstwerk erweitern, die neuen Ideen von außen sollen ganz real einfließen.

Künstler hoffen auf 20.000 Euro Fördergeld

Ausgangspunkt für das ganze Projekt, das sich, geht es nach dem Wunsch der Künstler, jährlich mit drei anderen Künstlern wiederholen soll, war eine Anregung in einer Bürgerfragestunde der Ratsversammlung gewesen, in der der Wunsch geäußert worden war, dass mehr Kunst im öffentlichen Raum aufgestellt wird. Der Kreis fördert das Projekt nun mit 10.000 Euro, dieselbe Summe soll noch mal über diverse Förderanträge zusammenkommen, die das Kulturwerk gestellt hat. Dann wird die 3-D-Skulptur aus dem Drucker in ein anderes Material übertragen und im Stadtbild zu sehen sein, idealerweise schon im nächsten Jahr. So die Idee.

Karl-Heinz Boyke ist ein gestandener, bei den Großen der Zunft ausgebildeter klassischer Bildhauer, der in fast allen Materialien gearbeitet hat. „Ich habe auch schon mal mit 20 Erstklässlern ein gemeinsames Kunstwerk gemacht“, sagt er lachend. Das Wesen eines Künstlers sei seine große Imaginationskraft, sagt er. Es falle vielen nicht leicht, sich als Einzelner zurückzunehmen, aber dennoch ergänzend einzubringen. Denn: „Wenn man eine Skulptur herstellt, setzt man schon ein Zeichen. Aber hier kann jeder im Prozess für sich etwas Neues entdecken.“

Der Dritte im Bunde ist Fabian Vogler, der die Grundformen seiner archetypisch wirkenden männlich-weiblichen Formen aus Luftballons und Gips erarbeitet und dann oft in Bronze verewigt. Wieder eine völlig andere künstlerische Position. Alle sagen inzwischen: „Das Spannende ist das Miteinander“.